Archiv der Kategorie 'Feuilleton'

Fernzündung

Montag, den 15. August 2016

Soll das eine gute Nachricht sein, dass der Schweizer, der in einem kleinen Zug Feuer legte und um sich stach, kein terroristisches oder politisches Motiv hatte? Die Tat erinnere an die Attacke eines jungen Mannes in Würzburg am 18. Juli, heißt es; sehr richtig beobachtet, ihr Medien, denkt mal drüber nach.

Flugverkehr (56): Elstern und Flieger

Samstag, den 2. Juli 2016

Es gibt ja weitaus bessere Fotografen als mich. Helmut Krämer zum Beispiel und Karl Heinz Renner. Sie gestalten diesen Beitrag, den ersten im Juli, mit ihren Arbeiten. Helmut fotografiert gern Vögel, darum lassen wir mal wieder einen Flugverkehr vom Stapel.

London, Fotos

Dienstag, den 28. Juni 2016

Gefallen hat mir auch eine Begehung des East End mit Tina und Silvia. Da sieht man unglaublich schöne Beispiele von Street Art und schicke Modeläden, denn die Viertel Islington/Hackney sind »gentrifiziert« worden — gerettet vorm Verfall und aufgewertet durch Künstler. Dann kamen die Besserverdienenden, vertrieben die Armen und zahlten gern die horrenden Mieten. Eine kleine […]

Ruhm durch Rom

Dienstag, den 14. Juni 2016

Die letzten Spuren im Leben der Dichter John Keats und Percy Bysshe Shelley führten nach Rom; dort sind sie bestattet. Ein anderer Künstler, auf den ich in London stieß — der Maler Francis Townes —, reiste nach Rom und errang Ruhm dadurch: aber erst 100 Jahre nach seinem Tod.

Victor Schoelcher

Freitag, den 13. Mai 2016

Der kleine elsässische Ort Fessenheim, gleich drei Kilometer hinter dem Rhein, besitzt seit einem Jahr ein schönes Museum für Victor Schoelcher (1804-1893), der Mitte des 19. Jahrhunderts fast im Alleingang die Sklaverei auf den französischen Gebieten abschaffte. Das ist ein Pluspunkt, kennen doch alle nur das dortige Atomkraftwerk.

Schlaffheit

Mittwoch, den 11. Mai 2016

Horaz sollte man immerzu lesen. Auch wenn er manchmal grob ist und überdeutlich. In der Epode 12 fällt er (verbal) über eine Frau her, über die er zuvor real hergefallen war, wobei jedoch seine Erregung ausblieben, er nicht zum Höhepunkt kam. So etwas, zweitausend Jahre alt, darf man schon einmal zitieren.

Elektrobeats

Freitag, den 29. April 2016

Für eine Recherche vertiefte ich mich in das Buch Elektroschock, das der berühmte DiscJockey Laurent Garnier mit David Brun-Lambert geschrieben hat und das 2013 erschien. Es bietet eine Geschichtsschreibung aus erster Hand über die House- und Techno-Bewegung, die von 1988 bis 2003 Europas Jugend faszinierte. Fesselnd!

Roger Nelson und David Robert Jones

Mittwoch, den 27. April 2016

Die Namen im Titel sind die Geburtsnamen der beiden Musikhelden, die hinaufgerufen wurden in den Olymp: Prince (vergangene Woche) und David Bowie (im Januar). Beide hatte ich seinerzeit in Hamburg live gesehen, und dass ich zwei Mal Bowie miterlebt habe, hatte ich sogar vergessen …

Adorno und das Misslingen der Kultur

Montag, den 4. April 2016

Theodor W. Adorno hat als führender Philosoph der Nachkriegszeit immer wieder deutliche Worte gesprochen und in einer Vorlesung (am 20. Juli 1965 in Frankfurt) gesagt, dass »die Kultur bis ins Innerste hinein misslungen ist«. Diese pessimistische Aussage wurde jedoch auf dem Hintergrund von Auschwitz und der Atombombe getroffen, aber in Teilen gelten Adornos Erkenntnisse immer […]

Bologna – verwaist. Die Linke – verarmt

Dienstag, den 1. März 2016

Bologna ist eine große Stadt in der Emilia, hat 384.000 Einwohner, und doch ist sie verwaist, wie zu hören war, als Umberto Eco vor zehn Tagen starb. Der andere große Bolognese war Liedermacher Lucio Dalla, gestorben heute vor vier Jahren, und auch damals wurde der Spruch vom verwaisten Bologna, vom verwaisten Italien bemüht.