Archiv der Kategorie 'Phänomene'

Die Sünde Religion

Sonntag, den 29. Januar 2017

Nach Auschwitz und dem Zweiten Weltkrieg konnte es nur noch besser werden, dachte man. Die Welt würde, geläutert, dem Frieden entgegengehen. Aber nein: Sie spaltete sich in zwei Machtblöcke, die sich 45 Jahre unversöhnlich gegenüberstanden, und heute herrscht nur noch Unübersichtlichkeit. Carlo Levi hat in seinem Buch »Angst vor der Freiheit« einiges dazu zu sagen.

Trügerischer Kerzenschein

Sonntag, den 15. Januar 2017

Ich saß im Schladerer-Stübli, einer Ecke mit Kaffeemaschine im zweiten Stock des Staufener Altenheims, in dem meine Mutter nun lebt. Vor mir auf dem runden Tischlein brannte eine Kerze. Erst nach einer halben Stunde besah ich sie mir näher ― und war entsetzt. Der trauliche Kerzenschein war Betrug!

Oldtimer-Hype

Montag, den 29. August 2016

Die alten Autos fuhren immer in der Schweiz herum, weil deren Bürger viel Geld haben. Doch der Hype hat auf andere Länder übergegriffen. Man geht nicht mehr zum Kegelklub oder in den Schachverein — man kauft sich ein altes legendäres Auto, tut sich mit Gleichgesinnten zusammen und fährt dann im Konvoi herum. Ach wie toll. […]

Regenbögen (wieder)

Dienstag, den 2. August 2016

Im März 2013 schrieb ich über Regenbögen. Zwei parallele hatte ich ein paar Jahre zuvor von meinem Balkon aus fotografiert. Nun, am 13. Juli, einem Mittwoch, standen wieder zwei über uns. Gigantisch! Ich nahm es für ein gutes Omen der Radreise, ich ich am folgenden Tag antreten wollte. Zwar hatte mir Tarot den Tod angekündigt, […]

Marx und Engels auf Primrose Hill

Samstag, den 18. Juni 2016

Friedrich Engels aus Wuppertal finanzierte Karl Marx aus Trier eine hübsche Villa auf Primrose Hill in London. Als er sich auch dort niederließ, wurde eine Männerfreundschaft gelebt, und zusammen mit anderen Sozialisten erfreuten sich die beiden an Austern und Champagner. London wurde so ungeahnt zum Ausgangspunkt einer gründlichen Veränderung der Welt.

Unerhörter Sex

Sonntag, den 12. Juni 2016

Schöner Einstieg, den sich Elizabeth Bernstein da für ihren Artikel ausgedacht hat: »Selten sind die Ergebnisse von Forschern so befriedigend. Frauen könnten mehr Sex haben wollen, als ihre Ehemänner/Partner meinen.« Der Artikel stand, glaube ich, im »Evening Standard«.

Katzensaison

Dienstag, den 12. April 2016

Der Frühling ist doch die Zeit wieder erwachender Erotik. Dazu zwei Beiträge, die Robert Musil (1880-1942) und übermorgen Horaz bestreiten. Musil schreibt spät in seinen Tagebüchern über die Dumme, aber er tut es wie gewohnt auf elegante Weise.  

Die Gesellschaft des Spektakels

Mittwoch, den 6. April 2016

Gleich weiter mit der Gesellschaftskritik, da wir gerade dabei sind. Da war vor einer Woche das Fußball-Freundschaftsspiel Deutschland gegen Italien, das 4:1 endete und im ersten Fernsehprogramm übertragen wurde. Das Spiel war langweilig, klar, und ich dachte an das Buch Die Gesellschaft des Spektakels von Guy Debord (1931-1994), das 1967 herauskam.

Anmerkungen zum Licht

Samstag, den 19. März 2016

Über das Licht wurde bei manipogo ja schon häufig geschrieben, allerdings eher in optischer Form. Ich will das Thema nun einmal physikalisch beleuchten und ein paar Zitate bündeln. Was ist Licht, was ist Materie, was ist Bewusstsein? Ein paar Sachlaglichter kann man werfen, mehr nicht. Das sind Themen für mehrere Leben.

Mord auf offener Straße

Sonntag, den 13. März 2016

Italien hat sich Anfang März ein Gesetz gegeben, das Autofahrer streng bestraft, die andere Verkehrsteilnehmer ums Leben bringen, und wenn Alkohol und Drogen mitwirkten, fällt die Strafe noch härter aus. Das Gesetz betrifft den omicidio stradale, den Mord auf der Straße. Die Angehörigen von Verkehrsopfern, die Jahrzehnte um ein solches Gesetz gekämpft hatten, zeigten sich […]