In der Synagoge

Samstag vor einer Woche trat in der ehemaligen Synagoge Sulzburg Negar Bourban aus Teheran auf, singend und dazu die Oud spielend. Und am Tag darauf, dem Tag der jüdischen Kultur, besuchte ich die Synagoge von Thann westlich von Mulhouse, diesem Ausgangspunkt für Fahrten auf den Grand Ballon und den Ballon d’Alsace.

Frau Bourban (hier zu sehen) widmete ihre Stücke den kurdischen Menschen, deren eigener Staat in immer weitere Ferne rückt, seit die Amerikaner gemeinsame Sache mit den Türken machen, die die Kurden schon immer unterdrückt haben. Wertvoll war der Hinweis auf die persische Lyrikerin Forugh Farrochzād (1935-1967), deren Gedicht The Death of me faszinierend ist und an Mary McNeelys Einsichten in Spoon River erinnert:

Der Tod von mir

Du warst der Tod, der Tod von mir
Dennoch lebte ich von dir.

Du gingst mit mir
Du sangst in mir,
Wenn ich durch die Straßen lief,
ziellos,
Du gingst mit mir,
Du sangst in mir.

Nacht für Nacht,
Wenn sich die Nacht vervielfältigte
Nacht für Nacht,
Eine Nacht, die niemals starb,
Gingst du mit mir,
Sangst du in mir.

Du warst der Tod, der Tod von mir
Dennoch lebte ich von dir.

Vor der Synagoge Thanns in einer heruntergekommenen Seitenstraße spielten zwei Musiker in schwarzen Anzügen (Klavier und Klarinette) Klezmer, das so spöttisch und jubilierend, aber auch so hoffungslos klingen kann.

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Die Synagoge ist nicht im besten Zustand, aber sie ist noch geweiht, während die (auf deutsche Art) innen perfekte Synagoge von Sulzburg eine ehemalige ist. In Deutschland ist mehr Geld vorhanden, aber die Elsässer Paten und Freunde der jüdischen Kultur sind eifrig und einsatzbereit.

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Meine bildlichen Eindrücke:

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Kultusgegestände

Kultusgegenstände

Kartengrüße

Kartengrüße

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