Radtouren mit „ma femme“

033Oberhalb des Pont d’Arc, eines Felsbogens über dem Fluss Ardèche, stand ich und ließ mich von einer Touristin fotografieren. »Avec ma femme«, setzte ich hinzu, mit meiner »Frau«, die mich seit neun Jahren treu begleitet über Höhen und durch Niederungen, der Triestinerin. Fünf Tage der insgesamt neun in der Provençe war ich mit ihr wieder unterwegs, und wir waren weitgehend unter uns, da kaum Verkehr.

Der Mont Ventoux, einer der mythischen Berge Frankreichs (und des Radsports), liegt nur 70 Kilometer östlich von Pont St. Esprit. Er war noch schneebedeckt. Ob ich mich traue, den nochmal zu fahren?

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Das Radfahren im Westen des Giganten und der Rhône war jedenfalls ein Traum, wenn man die kleinsten Straßen wählte. Dann fährt man selig durch windbewegte Landschaft und auf schnurgeraden oder anmutig geschwungenen Straßen, die durch Macchia und gelegentlich durch menschenleere Dörfer führen. Ein paar Fotos von Straßen dort in der Gard- und Ardèche-Gegend.

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Nur sollte man nicht (wie ich) an der Nuklearzentrale Macoule vorbeifahren, wenn zwischen 16 und 17 Uhr Dienstschluss ist. Dann pfeilen hunderte Autos aus der Haupteinfahrt des riesigen eingezäunten Bezirks. Man muss erwähnen, dass es dann am Fluss auch noch (etwas nördlicher) das Atomkraftwerk Tricastin gibt.

030Eine der fünf Touren führte uns nach Orange und eine nach Lunel. Es gab eine Runde um Bagnols-sur-Cèze, eine über St. Gilles und Aigues-Mortes nach Vauvert zurück, aber die schönste war fraglos die durch die Ardèche-Schlucht, die ich einst (1986) im Citroën 2CV befahren hatte. Vallon-Pont-d’Arc erreicht man über einsame Straßen, und dann geht es (endlich einmal) hübsch hoch: Zwei Pässe von je 323 Metern sind zu machen, aber da die Rhône auf 40 bis 80 Metern Meereshöhe liegt, sind das ein paar Höhenmeter. Dann fließt tief unten die Ardèche dahin, und man schraubt sich höher und fährt 20 genussreiche und unvergessliche Kilometer bis St. Maurice.

Der Pont d'Arc, die natürliche Steinbrücke bei Vallon-Pont-d'Arc

Der Pont d’Arc, die natürliche Steinbrücke bei Vallon-Pont-d’Arc

 

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Kein Autoverkehr! Frankreich ist ausgedehnt und nicht so »trafficato« wie Italien. Sogar die Rückfahrt auf der »autoroute« ist angenehm. Von Lyon bis Mulhouse  (400 Kilometer) kostet sie 28 Euro, aber man kann konstant 130 fahren, die erlaubte Geschwindigkeit, und überholt dabei nur manchmal »Zusammenballungen« von 5 Lastwagen. Allenfalls um Lyon ist es anstrengend, aber es herrscht nicht die Aggressivität wie auf deutschen Autobahnen, und übersichtlich ist es auch.

Ich muss bald einmal wiederkommen. 600 Kilometer Entfernung, das ist machbar. Vive la France!

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