Flugverkehr

Die Wohnung, von der aus ich Zürich erkunden darf, liegt in der Nähe des Flughafens Kloten. Von sechs Uhr bis neun Uhr morgens schweben Maschinen ein, regelmäßig wie Perlen an einer Schnur, und dabei heulen sie.

 

Um halb zwölf erscheint pünktlich der Airbus nach Singapur und dreht Richtung Norden ab, und von eins bis zwei fliegen Maschinen spektakulär dicht übers Haus. Dann etwas Ruhe; erst gegen sechs wieder Flugverkehr.

 

Ungeachtet dessen patrouillieren andauernd zwei Milane über dem Haus und über die nähere Region. Das sind Raubvögel mit geschweiftem Schwanz, und wenn sie vorbeipfeilen, stoßen sie schrille Schreie aus. Man fühlt sich beschützt. Niemand weiß, ob diese fliegenden Tiere etwa Angestellte des Flughafens Zürich-Kloten sind, womöglich mit Gehalt (1 Maus/Tag) und Pensionsberechtigung, die Vögel abschrecken sollen, die, wenn sie etwa in Schwärmen auftreten, dem Flugverkehr gefährlich werden können. Ein Nachbar meint ja, jemand füttere sie, was fast für die Annahme spricht, sie seien geflügelte Bedienstete, womöglich auch noch bei der Suva versichert.

Die Milane lassen sich weder durch den stetig summenden Verkehr der Autobahn A1 noch durch die Autoströme auf der Walliseller Straße stören, sie äugen achtsam von oben und schreien schrill, irgendwie heiser. Fotografieren lassen sie sich schwer.

Hier ist der erste.

 

Und unten sein/e Partner/in. Oder ist es der(die)selbe?

   

 Sie passen auf mich auf, denke ich. Sie sind meine Freunde.

 

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