Die große Gegenwart

Gegenwart heißt nicht nur der gegenwärtige Augenblick, sondern ist auch das, was uns umgibt, wessen wir »gewärtig« sind. Manchmal ist es auch eine überwältigende, wunderschöne, unbeschreibliche, allumfassende Gegenwart. In einem Buch berichten Kinder von ergreifenden spirituellen Erfahrungen.

romaaDas Buch heißt »Früher wusste ich alles« und stammt aus dem Crotona-Verlag, für den ich auch schreibe. Mir wurden irrtümlich zehn Exemplare zugeschickt, und mein Verleger meinte, ich dürfe sie auch an »Würdige« verschenken, und das habe ich getan. Interessant, ich kannte das Buch. Hatte die englischsprachige Originalfassung »Visions of Innocence« in Landsberg aufgestöbert und in meinem Zeit-Buch daraus zitiert. Jetzt noch ein paar schöne Stellen aus dem Buch von Edward Hoffman.

James erinnerte sich als 53-jähriger Biologielehrer in England an eine Fahrt mit den Eltern im Auto. Sie fuhren auf einer hoch gelegenen Straße und blickten über weites Land.

Plötzlich und ohne jede Vorwarnung ergriff mich eine Art Ekstase, ein großer Friede, der meinen Geist restlos ausfüllte, so dass nichts anderes mehr Platz hatte. Ich vermute, sie dauerte nur etwa eine Minute, aber sie hinterließ in meinem Bewusstsein einen unauslöschlichen Eindruck.

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Rose aus Ungarn war 76 Jahre alt, als sie sich erinnerte. Ihr Vater schickte sie in ein Ferienlager, wo sie sich einsam fühlte. An einer Lichtung setzte sie sich neben einen Baumstumpf.

Ich saß still da und versuchte, innerlich reinen Tisch zu machen. Plötzlich bemerkte ich um mich herum etwas, was ich nur als erfurchtgebietende Gegenwart beschreiben kann. Ich war erschrocken und überwältigt und schaute mich um. Da war niemand. Dann verspürte ich eine ungeheure Wärme und Liebe – stärker als alles, was ich mir hätte vorstellen können.

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Corinne, 47 Jahre alt und Farmerin, lag als Kind eines Winters im Bett.

Mond_02Mir fiel auf, dass der Mond groß war und hell durch die Zweige leuchtete. Als ich so im Mondlicht im Bett lag, war mir plötzlich, als würde ich in das Licht hineingesogen  – in gewissem Sinne hinaufgezogen in den Mond. … Rückblickend war es, als würde ich vom Mond verzaubert und sei in einen zeitlosen Moment der Alleinheit eingetreten.

Und Kim aus Melbourne berichtet 20 Jahre später, wie sie als neunjähriges Mädchen beinahe ertrunken wäre.

Plötzlich spürte ich, dass mir die Luft ausging. Ich glaubte wirklich, ich würde sterben und betete zu Gott, er möge mich retten. Dann geschah etwas Merkwürdiges. Ein Gefühl der Ruhe kam über mich und hüllte mich von Kopf bis Fuß ein. Obwohl mein Körper im Wasser immer noch wild um sich schlug, merkte ich, dass mein Geist sich beruhigt hatte und ich nicht mehr panisch war. In diesem Moment sah ich die Gestalt Jesu. Er hatte seine Hand zum Friedensgruß erhoben und war von tiefblauem Wasser umgeben.

Ein Mann, der im Staufener Heim ehrenamtlich tätig ist, erzählte mir, genau das sei ihm als Kind passiert: Er sah keine Chance mehr, dem Tod im Wasser zu entrinnen, wurde ganz ruhig, und dann hüllte ihn ein warmes Licht ein.

Diese Nahtod-Erfahrungen gibt es auch als mystisches Gefühl des Einsseins. Eine Frau erzählte gar, sie habe alles gewusst, habe sich wie Gott gefühlt. Das haben auch andere berichtet. Wir alle zusammen sind vielleicht das Bewusstsein, durch das sich Gott (oder der Kosmos, der Große Gedanke, das Große Prinzip) ausdrückt. Frohe Weihnacht wünscht manipogo!

 

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