Isetta-Festival

Die Oldtimer waren wieder in Staufen, doch meine Mutter ist nicht gut zu Fuß, also blieb es bei einem Schrumpfprogramm, aber das Glück wollte es, dass drei BMW Isetta gleich gegenüber des Weinbrunnens standen. Meine Mutter erinnert sich nicht, aber wir fuhren mit so einem 1959 aus München hinaus an den Chiemsee. Da gibt’s Bilder, und die zeige ich.  Wir hatten ohnehin viel zuviel Text in den vergangenen Tagen und Wochen, schauen wir uns ein paar Bilder an. Erst der kleine Mani und die Mutti vor der Isetta, die vermutlich geliehen war, denn der Münchner Nachbar von unten, der Luggi, arbeitete für BMW.

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Ich weiß genau, dass meine Eltern in einer Isetta und Onkel und Tante vom Ammersee (die Dora und der Xaver Thalmair) in einer anderen ins Appenzell fuhren, vielleicht noch vor meiner Geburt, aber die Fotos finde ich nicht. Ich fürchte, es sind Dias, die irgendwo liegen und man digitalisieren müsste. Schauen wir uns eine blaue Isetta an.

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Und dann noch eine rote.

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Die Firma, die den Einfall dazu hatte, kam aus Italien, sagt uns Wikipedia. Renzo Rivolta leitete die Firma Iso Rivolta, und er baute die Iso Isetta. 018Früher soll die Firma Kühlschränke gefertigt haben, und wie ein Kühlschrank ging die Tür auch auf, die in den Innenraum führte. BMW (die Bayerischen Motorenwerke) kauften Renzo die Lizenz ab, verbesserten das kleine Ding und warfen es auf den Markt. 2.580 Mark kostete es im Jahr 1955, als es neu war. Mein Vati, der als Buchhalter beim Großfinanzier Münemann 500 Mark im Monat verdiente, hätte sich eine Isetta nach einem halben Jahr leisten können … nicht teuer, da konnte man die allgemeine Motorisierung schon ahnen. (Die Miete der Dreizimmerwohnung in Laim betrug 75 Mark.) Bis 1962, als die Produktion eingestellt wurde, verkaufte BMW 161.728 dieser Motocoupés.

Noch nie gesehen hatte ich bislang das rollende Bett für die Isetta. Die Version, die oben rechts zu sehen ist (kein Kühlschrank), zeigt zünftig und bergsteigermäßig das Bettzeug in Weiß-Rot. Man muss das »Gespann« von der Seite sehen wie hier unten. (Meine Mutter weiß irgendwie nicht, wohin sie gehört.)026

 

Ist der Smart denn grundlegend anders? Der Verkehr hat gewaltig zugenommen, die Isetta wiegt leer 350 Kilo und könnte gut elektrisch fortbewegt werden. Ursprünglich hatte sie einen 300-ccm-Motor. Baut sie schleunigst nach und viele von ihnen, Leute, statt die Welt mit diesen überdimensionierten blütenweißen Karossen vollzuscheißen!

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