Was Swedenborg erfuhr

Die Engel haben Emmanuel Swedenborg (1688-1772) mitgenommen und ihm einiges gezeigt, das er später in Worte fasste. In Himmel und Hölle, etwa 1755 entstanden, steht alles, was man wissen muß. Schade, dass Swedenborg nicht ernst genommen oder ignoriert wird. Die wichtigsten Zitate aus dem 400-Seiten-Werk lest ihr gleich, mit nur wenig Kommentar.

Vielleicht doch eine kleine Zusammenfassung. Alle Werke des Schweden kann man von der Seite des Swedenborg-Zentrums Zürich herunterladen, und man muss sagen: Ist alles lesbar vom Stil her. Man kann ja mal ein wenig herumlesen.

DSCN4576Über Himmel und Hölle schreibt er, dass dies keine festen Gebiete mit Pforte sind, sondern Zustände. Jeder trägt das Himmelreich in sich, und in die Hölle schickt man sich selbst; Gott ist das Gute und verurteilt niemanden. Die Unerleuchteten (die Bösen) ertragen das Himmelslicht nicht, sie werden davon ohnmächtig. Du bist deine Liebe, schreibt Swedenborg, und er nennt zwei Bereiche: den himmlischen Bereich, in dem die Liebe und das Gute herrschen, welchen die Wärme entspricht; und das geistige Reich, in dem die Wahrheit und das Verständnis herrschen, ausgedrückt durch das Licht. (Die Wärme ist wichtiger; auch im Winter ist Licht, doch davon wächst nichts.) Wessen Inwendiges aufgeschlossen ist, der kann mit Engeln plaudern, und das geschieht nach dem Tod; es geht stets um das innere Wesen und die Motivation, aus der heraus etwas geschah. Später kann man nichts mehr verbergen. Aber nun ein paar Zitate.

Die Liebe ist wie das Feuer der Sonne, das Wahre wie dessen Licht.

Wer aus einem niederen Himmel emporsteigt, kann die Engel nicht sehen.

Das ist interessant: Wenn das Innere offen ist, sieht man. Schon in dieser Welt gibt es Menschen, die sehen das Wichtigste nicht. Man sieht nur mit dem Herzen gut, heißt es im kleinen Prinzen von Saint-Exupéry (der Fuchs sagt das), und ohne Herz bleibt man blind. Swedenborg erwähnt auch, dass Männer ihre Ehefrauen manchmal nicht sehen, während das den Frauen seltener passiert. Männer seien oberflächlicher, meinte er dazu, Frauen lebten mehr im Inneren.

Ähnliche werden wie von selbst zu Ähnlichen geführt.

Die Engelsgesichter sind Ausgestaltungen ihres Inwendigen.

Jede Gesellschaft ist ein Himmel in kleinerer Form, und jeder Engel ist es in der kleinsten. — Jeder Engel ist ein Himmel.

Es gibt nämlich Engelgesellschaften, und die Ähnlichen (die ähnlich denken) sind beieinander, denn es ist ein Geistiges Reich. Alle Engel waren einmal Menschen, sagt uns Swedenborg, und sogar die Engel hören nicht auf, wissen zu wollen mit dem Ziel, weise zu werden.

Hölle ist Selbstsucht und Weltliebe.

Der Himmel ist, von dem Eigenen abgehalten zu werden.

Die Engel sagten auch, ihre Kleider verändern sich je nach ihren Zustandsveränderungen.

Swedenborg meint sogar, der Körper auf Erden sei »in Anschmiegung an die Seele« (oder den Geist) entstanden.

Nutzen schaffen ist die Lebenslust aller. 

Also: das Gute tun um des Guten willen und damit Nutzen für andere schaffen, darum geht es im Himmel (und darum sollte es auch auf der Erde gehen).

Engel: Das Leben gehört ihrem Gefühl an, und aus diesem stammt ihre Rede (die Ausfluss ihrer Liebe ist)

… dass sie mit einem Wort ausdrücken können, was der Mensch nicht mit tausend Worten kann.

Im himmlischen Reich gebe es sehr viele Worte mit den Vokalen O und U (auch A); im geistigen Reich herrschen E und I vor. Nun noch ein paar wichtige Erkenntnisse:

… während doch die Dinge, die im Himmel sind, ebenso reell existieren wie die Dinge in der Welt.

… ist mir vom Herrn das Inwendige aufgeschlossen und so gegeben worden, mit allen, die ich je bei Leibesleben gekannt habe, nach ihrem Tode zu reden … und sie wollten, dass ich sage, sie seien nicht tot, sondern lebten jetzt ebensowohl als Menschen wie zuvor, seien bloß von einer Welt in die andere hinübergewandert … und führen dann, merkwürdigerweise, das gleiche Leben wie in der Welt.

 

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