Die Siegerehrung

Heute Nachmittag werden die Preisträger des Ortlieb-Geschichten-Wettbewerbs am Firmensitz in Heilsbronn bei Nürnberg geehrt. Ich bin dabei und werde nach meiner Rückkehr noch einmal davon berichten, mit Bildern aus der Fabrik. An dieser Stelle einen kurzen Blick auf die 30 prämierten Beiträge.

Das ist ja alles lange her. Einsendeschluss war Mitte August 2012 gewesen. Ich hatte den Teilnahmezettel bei Winnie und Regina aufgeschnappt, mich einer tollen Geschichte erinnert, sie heruntergeschrieben (maximal 500 Worte waren erlaubt), nicht lange gefackelt und sie abgeschickt. Wir sind Profis. Ich verkündete gleich, dass ich einen Preis schon fast sicher hätte, so gut war die wahre Story um Elena und Gianni in Rom.  

Elena, fotografiert von Gianni im Elsass

Im Link ist sie nachzulesen, Nummer 3, Manfred P. Sie hat mir zu einem Liegerad verholfen, dem einzigen Preis, der mich interessierte. Denn ich habe ja schon sieben konventionelle Fahrräder, Ortlieb-Packtaschen habe ich auch, ein E-Bike brauche ich bestimmt nicht, aus Prinzip, und was sollte ich mit einem Kanu? Wasser ist mir unheimlich. Na, da haben meine jenseitigen Freunde vielleicht mitgeholfen.   

 Was kann man über die Gesamtheit der 30 Geschichten sagen? Sie wecken Fernweh, denn von Radreisen in ferne Länder wird erzählt, auch von viel Regen, von Insekten und Hitze und Fahrten auf Fähren, jedoch auch von Episoden auf Touren hierzulande. Man muss nicht lange herumtun: Diese Taschen sieht man überall an Rädern, und sie sind klasse. Die meinen habe ich seit 15 Jahren, sie begleiten einen durch die Welt.

Ihr stets paarweises Auftreten spiegelt sich in einigen Geschichten als Bindeglied und Weggefährten von Mann und Frau. Der erste Preis ging zu recht an Maria Isabel V., die sich beklommen auf den Weg zu einer ersten Radreise mit einem Mann aufmacht, bei dem die Packtaschen eine gewisse Rolle spielen. Hübsch auch der Einfall von Carsta S. aus Luckenwalde (Nr. 15, Ortlieb, Der Mann für alle Fälle): Kolleginnen umsorgen sie gründlich und mischen sich auch in ihr Privatleben ein, so dass sie sich einen Freund namens Ortlieb erfindet – und damit durchkommt. 

Elena in den Reben

Die Geschichten erinnern uns auch an die negativen Erscheinungen auf Radreisen: Regen. »Strömender Regen. – Sturzbachartiger Regen.« Renate O.-B. aus Stadecken-Elsheim fand dazu den passenden ironischen Tonfall. Bei einer Dürreperiode müsse man sie nur rufen: Es werde bestimmt regnen. Woanders: fünf Tage Regen. Waten durch einen Fluss. Oder sogar: rutschen auf Eis, auf dem Pamir Highway, schöne Episode von Zita Z. aus Budapest auf Englisch. Sehr stimmungsvoll fand ich den Bericht von Erik van den B. aus Amsterdam (Nr. 8), der mit den Worten beginnt: »I like silence.« Er erzählt von seinen Solo-Reisen und Nächten bei minus 15 Grad und schildert die ästhetische Wirkung der weißen Ortlieb-Taschen. Wäre für mich Platz eins gewesen.  

Und man merkt wieder, wie erfindungsreich der Mensch ist, wenn er vor handfeste Probleme gestellt wird. Die Einsenderin Barbara D. aus Wendelstein (Nr. 28) schreibt über Reisen aus fernen Ländern. Einmal habe sie warmes Wasser in eine Tasche gefüllt und damit ein Fußbad genommen; sie habe Wäsche darin gewaschen und mit Mitreisenden Packtaschen als Mini-Wand aufgebaut – als Windschutz fürs Kochen.  

Sogar von Lebensrettung wird erzählt: nach einem Schlangenbiss in Australien, wobei kaltes Wasser in der Hitze Australiens das Serum kühlen half (Nr. 11, Johann E.-K.). Und auch in Afrika lässt sich damit Wasser transportieren. Ein netter Einfall war dieser Geschichten-Wettbewerb zum 30-jährigen Jubiläum der Ortlieb-Packtaschen. Bald wird es Frühling, dann sind sie wieder unterwegs mit uns.   

 

 

 

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