Neurosexismus

»Neurosexismus« nennt Cathérine David, Forschungsdirektorin am Institut Pasteur in Paris, die Aussagen über angeblich unterschiedliche Gehirne von Mann und Frau. Das ist eine Lüge. Bei 16000 Magnetresonanzaufnahmen von Gehirnen beider Geschlechter in den vergangenen 20 Jahren ergaben sich nur in 2,6 Prozent der Fälle signifikative Unterschiede.

Wenn Frauen schlechter einparken, liegt es vermutlich daran, dass sie zu wenig üben und sich leichter verunsichern lassen. Wenn Männer schlechter zuhören, ist die Ursache, dass sie Sanftmut und Warmherzigkeit nicht im Repertoire haben; das stört beim Vorankommen, du bist Mann, beiß dich durch und hör nicht auf andere (hör anderen nicht zu). 

Entnommen habe ich das einem Blog-Beitrag von Anais Ginori in der italienischen Zeitung La Repubblica mit der Überschrift Tutte le bugie des Neurosessismo (Alle Lügen des Neurosexismus). Diese Lügen werden in halbwitzigen reaktionären Büchern verbreitet, die alte Vorurteile in neue Schläuchen gegossen haben. 

Was man laut Cathérine David sagen kann, ist, dass das weibliche Gehirn kleiner ist als das männliche. 1,2 Kilogramm zu 1,35 Kilogramm im Durchschnitt. Doch das bedeutet nichts angesichts der Tatsache, dass Einsteins Gehirn nur 1,25 Kilo wog. Masse ist nicht alles. Dem Mann ist ohnehin eher Größe wichtig, und dabei geht es ihm meist um ein weiter unten im Körper angesiedeltes Organ, das er oft für wichtiger hält als sein Gehirn, von dem es aber seine Impulse bezieht. Das Gehirn ist eigentlich das wichtigste Geschlechtsorgan.  

Frau David behauptet: »Es kann stärkere Unterschiede zwischen den Gehirnen zweier Menschen desselben Geschlechts geben als zwischen den Gehirnen eines Mannes und einer Frau.« Wenn es um geistige Fähigkeiten geht, gibt es keinen Unterschied. Das sollten sich Frauen an den Badezimmerspiegel kleben. Aber ich glaube, sie wissen das ohnedies. 

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