Hinter den Schleiern: Jenseitsforschung (II)

Ich habe wenig Erfahrungen mit dem Jenseits, aber Mitte August möchte ich eine Veranstaltung mit Gordon Smith in Basel besuchen. Da sitzen dann 25 oder 30 Leute vor dem Medium, das dann erzählt, was es sieht und Botschaften von anwesenden Verstorbenen an die anwesenden Lebenden weitergibt. Ich bin gespannt.  

Auf welche Arten ist es möglich, mit dem Jenseits – mit Verstorbenen – in Kontakt zu treten? Welche Phänomene können uns glaubhafte Informationen liefern?  

Da sind zunächst die alten »Spielchen« wie Gläserrücken, Tischerücken und das Oui-ja-Board sowie die »Planchette«. Die guten Medien haben immer das Automatische Schreiben praktiziert. Dann gibt es die seltene Spielart der Direktstimmen, wobei Geisterstimmen zu hören sind, ohne dass das Medium dafür in Trance zu gehen braucht. Mentalmedien (wie der Engländer Gordon Smith) überliefern verbale Informationen; entweder geben sie wieder, was ihnen gesagt wird – oder sie werden in Volltrance von einer Wesenheit beherrscht, die durch sie spricht.

Physikalische Medien sind in der Lage, Materialisationen zu erzeugen und Gegenstände sich bewegen zu lassen; sie tun das nicht selbst, sondern sehen sich als Werkzeug der Geisterwelt. Seit 50 Jahren werden – meist von Amateuren – Tonbandstimmen erzeugt oder gar Videobilder, wozu aber auch eine gewisse mediale Begabung erforderlich ist. 

Phänomene, die uns etwas über das Jenseits verraten (könnten), sind Visionen am Sterbebett, dann die seit 1975 bekannten Nahtoderfahrungen (NDE), außerkörperliche Erfahrungen (Out-of-Body-Erfahrungen oder OBEs), die Erinnerungen von Kindern an ein früheres Leben (Reinkarnationserinnerungen) und auch spontane Erlebnisse von Hinterbliebenen, die in den USA After-Death-Contact (ADC) heißen. Sie äußern sich in Form von Düften, Tieren (Schmetterlinge und Vögel), dem Gefühl der Anwesenheit des Verstorbenen, in Bewegungen von Objekten und sogar Telefonanrufen.  

 Die einfachen Kontaktarten sind nicht frei von Gefahren und auch nicht unbedingt ein Beleg für Kontakt mit dem Jenseits. Wie bekannt ist, bewegt sich das Glas auf einer Fläche, der das Alphabet aufgezeichnet ist, und das Oui-ja-Board funktioniert ähnlich. Beim Tischerücken ist die Prozedur langwieriger, da man das Alphabet buchstabieren muss, bis ein Klopfen des Tischbeins den jeweiligen Buchstaben anzeigt. Beim Automatischen Schreiben muss das Medium einen tranceartigen Zustand erreichen, wonach seine Hand mit dem Schreibgerät zu kritzeln beginnt.

Beim Gläserrücken spielen oft unbewusste Muskelbewegungen und womöglich telepathische Verbindungen zwischen den Teilnehmern eine Rolle, während sich beim Automatischen Schreiben Einsprengsel aus dem Unterbewusstsein des Mediums in den Text mischen, und nur ganz ausgezeichnete Medien sind frei davon. 

Sehr schwer zu bewerten sind die Tonbandstimmen, bei denen oft ein Stimmensalat aufgenommen wird, deren Gehalt vom Experimentator dann überinterpretiert wird. Vor allem bei solchen Spielen besteht die Gefahr einer »mediumistischen Psychose«, auf die der Freiburger Professor und Mediziner Hans Bender hingewiesen hat. Für Jenseitskontakte braucht es eine stabile Persönlichkeit; wenn diese Kontakte Diesseitskontakte ersetzen, besteht die Gefahr einer psychischen Erkrankung.      

Die Visionen Sterbender und die Nahtoderfahrungen

Beginnen wir die Diskussion der erwähnten Phänomene mit den Nahtoderfahrungen. Das Buch Life after Life von Raymond Moody gab 1975 den Anstoß, auch wenn die Schweizerin Elisabeth Kübler-Ross bereits Anfang der 1960-er Jahre derartige Fälle kannte. Fälle von Menschen, die nach einem Herzstillstand wiederbelebt wurden und danach von Jenseitsreisen berichteten, gab es noch vor 70 Jahren nicht. Früher waren Wiederbelebungen eine Seltenheit.

Als erste Vorstufe der Nahtoderfahrungen könnte man die »letzten Worte« Berühmter nennen, die freilich anekdotisch sind, wenngleich nicht ohne Reiz. »Ich muss hineingehen! Der Nebel hebt sich«, soll die amerikanische Dichterin Emily Dickinson gesagt haben, und der Italiener Giuseppe Garibaldi »Lasst sie doch. Sie sind gekommen, um mich abzuholen.«

1926 schrieb Sir William Barrett, dessen Frau im Krankenhaus arbeitete, ein Büchlein über die Visionen Sterbender (Death-Bed Visions). Zu beobachten ist eine Stimmungsaufhellung vor dem Tod, begleitet von dem Eindruck, von verstorbenen Angehörigen empfangen und abgeholt zu werden. Eine Episode in Barretts Buch verblüfft: Man hatte einer Sterbenden verschwiegen, dass ihre Schwester Vida im Monat zuvor gestorben war. Als das Ende nahte, sagte die Frau ihrer Mutter, sie sähe ihren (verstorbenen) Vater und äußerte verwundert: »Vida ist bei ihm.« Danach starb sie.

Durch diese Geschichte neugierig geworden, fertigten der tschechische Parapsychologe Karlis Osis und sein isländischer Kollege Erlendur Haraldsson in den 1960-er Jahren eine gründliche, durch die Hilfe von Klinikärzten zustande gekommene Studie an, die eine faszinierende Lektüre ist.   

Nun zu den Nahtoderfahrungen. Sie hatten ein weitreichendes Echo. Die Protagonisten wurden zu Talkshows eingeladen, Hunderte Bücher wurden geschrieben, der Amerikaner Kenneth Ring formulierte fünf Kernelemente (Seligkeit, Verlassen des Körpers, der Tunnel, das Licht, Eintreten in das Licht und Dialog mit einem Lichtwesen), Melvin Morse untersuchte NDEs von Kindern, und sogar negative (»höllische«) Erfahrungen rückten in den Fokus, aber diese sind selten.

Normal ist, dass jemand, der eine Nahtoderfahrung erlebt hat, spirituell wird und sein Leben ändert. Es ist eine einschneidende Erfahrung. Die Grundfrage ist dabei: Waren die Zeugen wirklich in einer anderen Seinsebene oder war es nur eine Halluzination, hervorgebracht von ihrem sterbenden Gehirn, damit ihnen das Ende nicht so schwer fiele?

Die Schulwissenschaft dekretiert, das Bewusstsein sei ein »Epiphänomen« des Gehirns, sei von diesem erzeugt worden und sterbe auch mit diesem. Gehirntod, also kein Bewusstsein mehr, und die Klappe fällt. Nun legte der niederländische Kardiologe Pim van Lommel 2001 eine große Studie mit 344 Personen vor, von denen 18 Prozent eine Nachtoderfahrung gemacht hatten. Sie erschien in der renommierten englischen Zeitschrift The Lancet. Es gibt keinen Zweifel daran, dass diese Menschen ein paar Minuten lang keinen Herzschlag und keine Gehirnaktivität hatten. Und doch berichteten sie von Wahrnehmungen und Erlebnissen. Wie wäre das möglich?

Teil III folgt

 

Ein Kommentar zu “Hinter den Schleiern: Jenseitsforschung (II)”

  1. Karl Straub

    Wünsche eine spannende Reise nach Basel, war dort auch schon, damals bei einer Seance mit David Thompson. Das „Event“ wenn man es denn so nennen darf/will kann eigentlich nur mehr hervorbringen denn was uns damals geboten wurde (einfach mal ein wenig googeln) war eher wenig erleuchtend. Im wahrsten Sinne denn wenn ein Medium sagt es kann Verstorbene manifestieren so bedarf es Licht um dies zu beweisen. Wenn man nichts sieht sieht man auch Materie nicht. Und Tast und Hörsinn sind extrem leicht zu täuschen. Spannend sind die Experimente der Felix Gruppe, auch diesem Zirkle wohnte ich schon bei. Überzeugendes liefert Drau Demarmels in ihren Workshops. Von RTL und anderen Medien etwas ins Unglaubwürdige gerückt wird man schnell Teil absolut überzeugender Erfahrungen wenn man sich der Thematik „Leben nach dem Tod“ aber auch „Leben vor dem Tod“ widmet. Sollten Sie weiteres Interesse haben schauen Sie bei meinem treuen Kontakt Michal Roll in England nach „auch über Google“ der schier unerschöpflich Beweise und Belege für ein Leben nach dem Tod sammelt und darlegt dass wir schon lange ,extrem lange über Wissen und nicht Glauben verfügen. Letztlich zu erwähnen wäre noch Klaus Volkamer, für die Leute die es gerne etwas wissenschaftlicher haben, denn hier schließt sich der Kreis auf beachtliche und nachgewiesene Weise. Natürlich ist da noch soviel mehr. Für den Moment aber belasse ich es dabei und danke für die schönen Einträge die mich fast täglich begleiten und wahrlich beGEISTern. Alles Liebe Karl Straub

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