Der unendliche Orgasmus

Abdelwahab Bouhdiba hat in seinem Buch Sexuality in Islam ein Kapitel »Der unendliche Orgasmus« überschrieben. Im dritten Satz schon schreibt er uns, wie er das meint: »Das Paradies ist ein Ort des sexuellen Vergnügens.« Es gibt acht Tore in acht Bereiche des Himmels, man kann essen, was man will, und auf die Männer warten die Huris.

Jeder Mann, der das Fasten im Ramadan einhält, wird mit einer Huri verheiratet, die seinen Namen auf der Brust geschrieben trägt und auf ihn wartet. Aber auch Ehepaare erleben im Paradies sinnliche Freuden, und alle werden jünger und immer glücklicher. Bouhdiba fasst zusammen: »In anderen Worten wird der Christ im Paradies asexuell sein, während der Moslem einen unendlichen Orgasmus erlebt.« Das Paradies des Koran sieht die Versöhnung des Menschen mit der Natur vor, und es lässt dem Körper sein Recht. Die Huris warten sehnsüchtig auf ihre »Meister«. 

 

Bouhdiba erklärt: »Der Mensch wird also erwartet. Er ist das Objekt von Sehnsucht, von Aufmerksamkeit, von Zuneigung; sogar während er noch auf der Erde ist, stellt er schon das Objekt paradiesischer Liebe dar. … Das Paradies … ist der Ort einer konstanten Erektion und eines Orgasmus, der vierundzwanzig Jahre dauert. Wenn der irdische Orgasmus einen Vorgeschmack des Paradieses gestattet, muss man zugeben, dass das Leben im Paradies ein unendlicher, ewiger Orgasmus ist.« 

Natürlich ist die Sexualität im Koran nur eine Stufe, nach Erreichung der Harmonie mit den Dingen und den Tieren und vor der zu erwartenden Schau des Allerhöchsten. Die seligmachende Veränderung geschieht durch die Liebe; sie ist reinigend, und Eros wird erhöht. Der Mensch geht von der Liebe vor dem Sündenfall (der Mensch wird im Koran nicht bestraft und muss sich nicht schämen) zur Liebe im Paradies über, und auf Erden tut er sein Möglichstes. »Das Sexuelle ins Sakrale integriert zu haben, ist meiner Meinung nach die große Lektion und das große Verdienst dieser islamischen Vision des Lebens nach dem Tod«, meint Abdelwahad Bouhdiba.

 

 

Ein Kommentar zu “Der unendliche Orgasmus”

  1. Karin Margarete Schnittger

    bitte obige Daten löschen. Danke!

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