Flugverkehr (13): totales Sein

Krishnamurti erzählt von einer Flugreise. »Wir flogen sehr hoch, über fünfzehntausend Meilen. Das Flugzeug war voll besetzt, kein Platz war frei. Menschen aus der ganzen Welt saßen in ihm. Das Meer weit unten hatte die Farbe von neuem frühlingshaften Gras, zart und bezaubernd.« Aber was tut der Geist?

Bei Krishnamurti ist er still, der Geist. Die Stille, die Einsamkeit, das Verlöschen des Ichs; das mag etwas ermüdend wirken, aber je öfter wir es hören, in immer neuen Umkreisungen, desto besser für uns. Wenn wir es lernen könnten, nur von Zeit zu Zeit unseren inneren Monolog (das »Schwatzen«) zu unterbrechen!

 

»Der Geist [the mind] war in Bewegung, jenseits von seinem eigenen Schwatzen und jenseits des Lärms der Propeller und dem Schwatzen der Leute. Es war eine völlig stille Reise: nicht durch Raum oder Zeit, aber in sich selbst hinein. Diese innere Bewegung war nicht die äußere Reise des Geistes innerhalb des engen oder ausgedehnten Felds seiner eigenen Schöpfung, seiner legendären Vergangenheit. Es war keine Reise, die der Geist unternahm; es war eine davon völlig unterschiedliche Bewegung. Der ganze Geist war völlig still, nicht nur ein Teil davon, und das Verborgene war es sowohl wie das Offenliegende. Die Erwähnung dieser Tatsache ist hier nicht die Tatsache selbst; die Tatsache ist völlig unterschieden von den Wörtern, die sie reproduzieren. Jene Stille war nicht im Maß der Zeit. Werden und Sein haben kein Verhältnis zueinander; das eine führt nicht zum anderen. In der Stille des Seins gibt es die Vergangenheit nicht – nicht als Beobachter oder als das, was Erfahrungen machte. Es gibt keine Aktivität der Zeit. Es ist nicht eine Erinnerung, die sich zu Wort meldet, sondern die tatsächliche Bewegung selbst – die Bewegung der Stille in das Unmessbare [the measureless] hinein. Es ist eine Bewegung, die nicht von einem Zentrum ausgeht, die nicht von einem Punkt zu einem anderen geht; sie hat weder Zentrum noch Beobachter. Es ist eine Reise des totalen Seins, und das totale Sein kennte keine Widersprüche in seinem Verlangen. In dieser Reise des Ganzen gibt es keinen Startpunkt und keinen Zielpunkt. Der ganze Geist ist still, und diese Stille ist eine Bewegung, die nicht das Reisen des Geistes ist.«

 

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