Oktober

Naturschilderungen sind nicht mehr sehr beliebt. Es gibt ein paar, die ich in Ehren halte, die unsterblich geworden sind, darunter das, was Max Frisch in seinem Roman Die Schwierigen über den Oktober schreibt; aber das zitiere ich zu oft. Neu ist der Beginn eines Gedichts von Czeslaw Miłosz (1911-2004), das am Genfer See spielt (nad lemanem / Lac Léman) und im Oktober.

Notatnik: bon nad lemanem

Buki czerwone, topole świecące
I strome świerki za mgłą pażdziernika.
W dolinie dymi jezioro. Już śnieg
Leży na grzbietach gór po drugjei stronie.
Ż życia zostaje co? Jedynie światło
Przed którym oczy mrużą się w słoneczny
Czas taky pory. (…)

Rote Buchen, leuchtende Pappeln
Und schroffe Fichten im Oktobernebel.
Im Tal dampft der See. Schon liegt Schnee
Auf den Rücken beider Seiten.
Was bleibt vom Leben? Einzig das Licht
Vor dem die Augen sich schließen, in der sonnigen
Phase dieser Jahreszeit.

♠ ♥ ♦

Ein Fundstück von der Buchmesse stammt von der bulgarischen Lyrikerin Fedia Filkova, 1950 in Jablanica geboren.

Und keiner, der zum Abschied winkt

Da blutet der Herbst,
Bandagen in prächtigem Purpur.
Da berauscht sich der Wald
am eigenen Blätterfall.  

Natur wandert aus.
Vergrämt leuchten ihre Sandalen. 

Ahnungslos singt sich die Pappel
in Trance.  

♠ ♥ ♦

Und dann noch der Poet Peter Huchel (1903-1981). So fängt sein Gedicht Vor Nîmes 1451 an:

Oktober, November,
die Lungen des Herbstes
atmen die Nebel aus.
Im düsteren Licht
Das flüchtende Grau der Rehe.

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