Hafed, der Prinz von Persien

Gerade rechtzeitig kam eine Drei-Königs-Geschichte zu mir. Nandor Fodor schreibt in seinem Buch These mysterious people (1934) über berühmte Medien, darunter auch der Schotte David Duguid (1832-1907). Dieser Mann aus Glasgow wurde in seinem Leben von drei Geistern »kontrolliert«. Sie passten von drüben auf ihn auf.

Duguid war auch ein Trancemaler, und durch seine Geisterbilder wurde er seit 1865 auch bekannt. Einer seiner drei Kontrollen war Jan Steen, ein niederländischer Maler, der 1632 geboren wurde und 1679 starb. Er malte zu Lebzeiten biblische Motive und auch häusliche Szenen. Auf einer Internetseite ist genau beschrieben, wie so ein Trancebild unter Führung von Jan Steen entstand. Frank Podmore nahm an einer Sitzung 1878 teil. Man band das Medium, legte zwei Kartons hin – und nach wenigen Minuten, als man das Licht wieder andrehte, waren darauf in Öl gemalte Motive zu sehen, und die Farbe war noch feucht, doch das Medium immer noch gebunden. (Illustration: Duguid, von der Seite psychictruth 

Der erste Kontrollgeist von Duguid hieß Marcus Baker, der dritte Hafed, der Prinz von Persien. Er meldete sich erstmals im August 1869 und diktierte 1870 und 1871 in 46 Sitzungen David Duguid ein Buch, das dann 1876 erschien – unter dem Titel Hafed, der Prinz von Persien, und seine Erlebnisse auf Erden; Geistige Botschaften, überliefert durch Mr David Duguid, dem Trancemedium aus Glasgow. 

Hafed soll vor 2000 Jahren als Prinz und Krieger in Persien gelebt haben. Er kämpfte gegen die eindringenden Araber, wurde Magier und sogar Oberster Magier. Hafed beschrieb auf Reisen die Kulturen vieler Völker. Der Höhepunkt der Geschichte ist die Eröffnung, dass Hafed einer der heiligen drei Könige gewesen sein will, dass er sogar ihre Expedition zur Krippe Jesu leitete. Sein Schutzengel soll ihn überredet haben, mit zwei Magier-Brüdern die Reise zu unternehmen.

In dem Buch beschrieb er auch Kindheits- und Jugendszenen Jesu, die in den Evangelien nicht stehen. Hafed sei mit dem jungen Jesus in Persien, Indien und anderen Ländern herumgezogen und habe sich gewundert über die großen Taten, die der Kleine vollbrachte. (In der Tat klafft in den Evangelien im Leben Jesu eine Lücke von 20 Jahren, über die wir nichts wissen; er ist Halbwüchsiger und dann bei der nächsten Erwähnung 30 Jahre alt.)  

Hafed will dann nach Christi Kreuzigung selbst Christ geworden sein. Er habe den heiligen Paulus in Athen getroffen, das Christentum in Venedig und Alexandria gepredigt und endlich mit 100 Jahren in der Arena des Kolosseums in Rom den Märtyrertod gestorben. Was für eine Geschichte. Sie soll in Trance entstanden sein.  

David Duguid wurde leider ein paar Male bei Betrügereien erwischt. Einige Illustrationen der Hafed-Bücher (ein zweites folgte) erwiesen sich als einer Familienbibel entnommen oder als Kopien anderer Gemälde; und spät im Leben, als das Medium 73 Jahre alt war, brachte es einmal zwei Bilder geheim mit ins Séancenzimmer, um sie gegen Leinwand auszutauschen. Aber: in dubio pro reo. Im Zweifel für den Angeklagten. Wenn jemand ein paar Male erwischt wird, muss das nicht heißen, dass er immer betrogen hat.

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