Die Poeten

Machen wir gleich mit ein paar Fotos weiter. Man sieht unterwegs, was einen bewegt. Und mich interessiert alles, was mit der Dichtkunst und der Literatur zu tun hat. Auch da habe ich am Wegesrand Beobachtungen gemacht.

Als ich im vergangenen September in Béziers war
(im südwestlichen Frankreich, in Richtung Spanien), fiel mir die Pharmazie der Poeten auf. Brauchen wir die? Nein. Wir rauchen ja. Und trinken.

Auf der anderen Straßenseite gab es das Hotel der Poeten. Ach, da gilt der Autor noch etwas! Gerne hätte ich mich da niedergelassen, aber es war heller Tag, und ich wollte weiter am Canal du Midi entlang radeln.

Santa Marinella hatte vor 50 Jahren seine große Zeit. Von Giorgio Bassani (1916-2000) sollte man Der Garten der Finzi-Contini lesen. Das Buch hat er im Winter 1960/61 geschrieben, im Hotel Le Najadi (das gelbe Gebäude unten). Dichter leben gern im Hotel (wie ich im Miramare). Da sind sie nicht alleine und müssen sich um nichts kümmern. Aber klar, Geld muss man dazu haben.

In Santa Marinella gibt es auch eine Via Giorgio Bassani und in einem alten Gebäude eine »Literatur-Oase«, die seinen Namen trägt. Eine Stiftung seines Namens gibt es auch.

In der Residenz La Scogliera traf Mussolini seine Geliebte, und da schlüpfte auch der große Poet Giuseppe Ungaretti (1888-1970) während des Krieges unter. Ach, Ungaretti! Mio fiume anche tu, Tevere fatale, / Ora che notte già turbata scorre; / Ora che persistente / E come a stento erotto dalla pietra / Un gemito d’agnelli si propaga / Smarrito per le strade esterrefatte.  Was für ein Klang!

Und dieses Schild: Haus des Poeten. Sollte ich mir ausdrucken lassen und vor meiner Wohnung befestigen.

 

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