Bekehrung

In den Tagen von Weihnachten bis zu den Heiligen Drei Königen am 6. Januar geht es ja immer um Neuanfänge: eine Geburt; Vorsätze fürs neue Jahr; die neue Jahreszahl und der ganze Zauber eines möglichen Neubeginns. Sollten wir kurz behandeln.

Da ich online dieses interessante Buch von Nandor Fodor über Medien las, daraus einige Beispiele. Es sind sozusagen Paulus-Erlebnisse, wie man sagt, denn einer namens Saulus, der die Christen verfolgt, sah ein Licht, fiel zu Boden, hörte eine Stimme (Saulus, warum vefrfolgst du mich?), war einige Tage blind, nannte sich dann Paulus und wurde ein wichtiger Christ, der wichtigste nach dem Religionsgründer und noch vor Petrus. 

Paulus vor seiner Kirche San Paolo fuori le Mura, Rom

Um 1870 gab es sensationelle Berichte über Geistererscheinungen und amerikanische Medien, die die britischen Inseln heimsuchten. Sir William Crookes war ein bedeutender Chemiker und verkündete, er werde die Sache nun genau untersuchen. Die Gelehrtenwelt frohlockte. Nun würde jemand den faulen Zauber enttarnen. Es kam anders.  

Jemand brachte Sir William mit Florence Cook zusammen, die eine anziehende Person, aber auch ein großartiges Medium war. Sie saß in Trance im Kabinett, in diesem abgeschirmten Raum, und heraus trat stets ein Geist, der als Katie King bekannt wurde,  selber aber sagte, im Leben habe sie Annie Morgan geheißen. Sir William Crookes nahm teil, zweifelte, untersuchte – und kam nach vier Jahren zu dem Schluss, Katie King sei ein Geist und nicht identisch mit Florence Cook.  

Manchmal sah er beide gleichzeitig. Katie war größer und sah einfach anders aus, und es gab viele paranormale Phänomene. Sir William Crookes schrieb Aufsätze und Berichte des Inhalts, es sei nicht daran zu zweifeln, dass Katie ein echter Geist sei. Eine Verbindung sei hergestellt worden zwischen dieser Welt und der nächsten. Die Gelehrten waren entsetzt und machten sich über ihren Kollegen lustig. Sie machten ihm das Leben schwer. Doch  er selbst rückte nie von seiner Ansicht ab. Er habe es untersucht und sei überzeugt.  

Das Medium Eleonore Piper war derart über allen Zweifel erhaben, dass sie Professor James Hyslop vom Leben nach dem Tod überzeugte. Er verlor seinen Lehrstuhl an der Columbia-Univeristät und nahm 40 Jahre Hohn und Spott von seinen netten Kollegen hin. Frau Piper überzeugte auch Dr. Richard Hodgson, dem man nachsagte, er verfolge, obzwar Parapsychologe, Medien wie Saul einst die Christen verfolgt habe. 15 Jahre lang hing Hodgson an den Fersen von Frau Piper, um 1897 einzugestehen, dass die jenseitigen Kommentatoren, die durch das Medium sprachen, wohl die seien, für die sie sich ausgäben.  

Ein andere war William Stainton Moses, ein Reverend, also Geistlicher und allem Übernatürlichen feind. Bei ihm meldeten sich 1872 die Geister, er wehrte sich lange, ließ sich dann aber diktieren und lieferte in den folgenden zehn Jahren die damals überzeugendsten Informationen, niedergelegt in zahlreichen Büchern. Man sollte sich nie zu sicher sein. Etwas kann immer passieren, das einen »umdreht« und wodurch man vom Agenten zum Überläufer wird.

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