Flugverkehr (23): Snoopy

Ein manipogo-Beitrag entsteht oft aus einem Blick – und einer Kette von Assoziationen. An einer Wand hingen die traurigen Zeilen, mit denen der Zeichner Charles M. Schulz am 14. September 1999 nach 50 Jahren Abschied von seinen Peanuts nahm. Fünf Monate später starb er, und am Tag darauf wurde die letzte Episode veröffentlicht. Snoopy war ja gern das »Weltkriegs-Flieger-As«.

Ja, Snoopy, der Beagle. Dann erst Charlie Brown. Ich bin beide; und viele sind beide: Das erklärt den Erfolg der Peanuts. In einem Buch wurde Schulz nach seiner Meinung zu Snoopy gefragt. Er sagte: »Snoopy verkörpert den Traum vieler Leute, ein Tennis-Champion oder ein weltberühmtes Flieger-As zu sein.« Ich denke hingegen, Snoopy verkörpert den Traum, ein Träumer zu sein. Träumer sind glückliche Menschen.  

Snoopy sitzt auf seiner Hundehütte und hämmert einen Roman in die Schreibmaschine. Oder er begibt sich morgens bei Regen aufs Flugfeld: »Das Flieger-As des 1. Weltkriegs geht hinaus zu seiner Maschine …« 

Snoopy, das Flieger-As, nachgezeichnet von mir

Das gefällt mir, denn der »Rote Baron« Manfred von Richthofen (1892-1918) hat ja mit meinem Leben zu tun. Denn er war weltberühmt, eine Legende, geboren in Breslau, und meine Großeltern lebten bis 1921 in Kattowitz. Als sie 1927 in Lindau am Bodensee landeten und mein Vater zur Welt kam, nannten sie ihn Manfred, und er mich genauso. Und ich saß ab dem 10. Lebensjahr meist in meinem Zimmer in Eichenau und war Kapitän Hornblower und der berühmte Flieger, aber nicht ein Kampfflieger, sondern Pilot einer größeren Maschine über dem Atlantik. Wie Snoopy. 

Da fällt mir noch ein, dass ich schon am achten Tag von manipogo einen hübschen Erfolg verzeichnen konnte, das war im August 2012. Ich besuchte das Museum für den Kampfflieger Max Immelmann im Gewerbegebiet Bremgarten in meiner Nähe, und viele Vereinsmitglieder schauten sich meinen Artikel an. Führte zu einem guten Start.  

Propellermaschine auf dem Flugfeld Bremgarten

Die Flieger-Asse im Ersten Weltkrieg warten wie Adelige. Da gab es noch Fair-Play, Hass auf den Gegner kannte man nicht, er wurde respektiert, und die Kämpfe waren irgendwie britischer Sport, auch wenn man dabei sein Leben verlieren konnte. Es war wie Fußball: Man zählte seine Abschüsse. Ich weiß noch, wie oft mein Vater und ich, der ich vielleicht 12 oder 13 war, kleine Flugzeuge zusammenklebten, Modelle aus dem Ersten Weltkrieg, zusammen im Wohnzimmer. Das sind schöne Erinnerungen.

Ein Kommentar zu “Flugverkehr (23): Snoopy”

  1. Aldimeola

    Hallo Manfred,

    Der Bücherkatalog von Ama enthält weit über 8 Mio deutschsprachige Artikel, dazu ca. 22 Mio englischsprachige.
    Die Zahl 1,5 Mio passt zum Angebot an Kindle-eBooks bei Ama.
    Da sieht’s doch nicht ganz so schlimm aus, oder ?

    Grüße aus Thüringen
    Volker

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