Robert Desnos

Ein ähnliches Schicksal wie Radnóti hatte Robert Desnos, der 1900 geboren wurde, in Paris sich den Surrealisten um André Breton beigesellte und als Journalist arbeitete. Am 22. Februar 1944 wurde er von der Gestapo festgenommen und über Compiègne nach Buchenwald transportiert.

Als die alliierten Truppen sich nähern, wird er mit vielen anderen nach Terezin in der damaligen Tschechoslowakei geschickt, ein Fußmarsch von 200 Kilometern. Dort erkrankt Desnos an Typhus und stirbt zwei Tage nach der Befreiung. Vorher jedoch hat ihn Joseph Stuna aufgespürt, ein Bewunderer von Desnos und der französischen Poesie. Der Dichter starb am 8. Juni 1945 nicht alleine.

In seinen Kleidern fand sich ein Gedicht, das als sein letztes galt und eines der schönsten überhaupt in französischer Sprache ist. Dass es nun doch schon 1926 geschrieben wurde und für eine andere Frau als seine von ihm angebetete Youki, ändert nichts daran. Denn die Widmung lautet doch für Youki.

J’ai rêvé tellement fort de toi,
J’ai tellement marché, tellement parlé,
Tellement aimé ton ombre,
Qu’il ne me reste rien de toi.
Il me reste d’être ombre parmi les ombres
D’être cent fois plus ombre que l’ombre
D’être l’ombre qui viendra et reviendra
dans ta vie ensoleillée.

 

Ich hab so intensiv von dir geträumt,
Bin viel gelaufen, hab viel geredet,
So sehr deinen Schatten geliebt,
Dass mir nichts mehr von dir bleibt.
Mir bleibt, Schatten unter den Schatten zu sein,
Hundert Mal mehr Schatten als Schatten zu sein,
Der Schatten zu sein, der kommt und wiederkommt
in dein besonntes Leben.

 

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