Ananda Moyi

In der Reihe Monografie della Spiritualità ist bereits im März 2001 der kleine Band Auf den Spuren von Ananda Moyi erschienen (Sulle orme di Ananda Moyi), verfasst von Maria Luisa Felici. Giulio Caratelli, der mit Maria Luisa die Reihe herausgibt, hat mir das Büchlein übersandt, und ich habe es gelesen.

Ananda Moyi ist weder in Italien noch in Deutschland bekannt. Sie war eine heilige Frau Indiens und wurde als Inkarnation der Göttlichen Mutter betrachtet. Zur Welt kam sie in Westbengalen (ich erinnere an Jhumpa Lahiri) am 30. April 1896. In ihrer Familie gab es einige pandit (Heilige) und spirituelle Menschen. Ihr Vater komponierte Musik, ihre Mutter schrieb religiöse Gesänge. Die kleine Nirmala Sundari Devi wurde dann mit 12 Jahren Sri Ramani Mohan Chakravarty verheiratet, einem Polizisten, der als Bholanath bekannt wurde. 

Mit 18 Jahren schien sie schon spirituell, und als sie mit 27 Jahren bei einem Bad in einem Weiher kheyala erlebte, eine Erweckung, beschloss sie, eine sadhika zu werden: eine Frau, die sich mit spirituellen Übungen der Askese annähert. Sie hatte nie einen Guru, und bald erlebte sie die Ekstase, samadhi, die oft 10 bis 12 Stunden andauerte. Bholanath war verständnisvoll (obwohl er nicht verstand). Sie konnte ihn berühren, und er erstarrte zu einer Statue. Nirmala selbst hörte manchmal zu sprechen auf, und manchmal dauerte ihr Schweigen drei Jahre. 

Bald hatte sie Schülerinnen und Schüler. Devi, Tochter eines Arztes, folgte ihr und organisierte die ihre Ashrams von 1931 bis 1950. Bholanath betrachtete seine Frau, die ihm immer in allem gehorchte, als seine spirituelle Meisterin. Er erreichte die höchsten Gipfel der Askese und Spiritualität und starb 1938. Nirmala war nun als Mataji bekannt und auch als Ananda Moyi. Einmal schien sie in der Ekstase zur Göttin Kali zu werden. 

Mit 30 Jahren begann ihr unstetes Leben, das ihr Mann mit ihr teilte. Von 1932 bis zu ihrem Tod am 27. August 1982 mit 86 Jahren durchquerte sie rastlos Indien, hoch zum Himalaya und hinunter in den Süden. Sie gründete 28 Ahrams, ein Krankenhaus in Benares und mobile Hospitäler sowie Bildungseinrichtungen, die Sanskrit lehrten. Ananda Moyi war hoch geachtet und sprach mit Politikern, Künstlern und Intellektuellen sowie mit anderen Mystikern.

 

 

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