Nikola Tesla

Der Serbe Nikola Tesla (1956-1943) war einer der größten Genies der Menschheit. 1888 führte er den Wechselstrom ein, wogegen Thomas Alva Edison (1847-1931) immer noch am Gleichstrom festhielt. Tesla machte hunderte Erfindungen, und ihm verdanken wir die flächendeckende Versorgung mit elektrischem Strom.

Tesla war als 35-Jähriger in New York reich und berühmt, aber dann sank sein Stern. Er war nie so geschickt wie Marconi im Vermarkten seiner Erfindungen. Als einmal Westinghouse, der an Tesla geglaubt hatte, in finanzielle Schwierigkeiten geriet, zerriss das Genie den Vertrag mit ihm, der Tesla in den Jahren danach 12 Millionen Dollar eingebracht hätte. Der Menschheit sind dadurch viele Entwicklungen entgangen, denn Tesla fehlte das Geld, sie umzusetzen.

Als 70-Jähriger schon lebte er in Hotels und musste immer wieder umziehen, weil er die Miete nicht mehr bezahlen konnte. In seinem Leben schwebte er mehrmals in Todesnähe, aber er erholte sich immer. Zum Arzt ging er nie, und dennoch wurde er 87 Jahre alt. Leider entsagte er bewusst den Frauen. Schriftsteller und Maler sollten heiraten, Erfinder nicht, meinte Nikola Tesla. Er verehrte Frauen, behandelte sie aber gleichzeitig wie ihm ferne Wesen.

Sein bester Freund war John J. O’Neill (1889-195), der im Jahr nach Teslas Tod, 1944, die Biografie Prodigal Genius: The Life of Nikola Tesla vorlegte. Der Erfinder war bekannt dafür, dass er in hohem Alter regelmäßig Tauben fütterte, und oft ging er noch nach Mitternacht deswegen aus.

Er erzählte John O’Neill: »Jahrelang habe ich Tauben gefüttert, Tausende, denn wer weiß schon … Doch da war dann eine Taube, ein schönes Tier, ganz weiß mit grauen Flügelspitzen; sie war anders. Es war ein Weibchen. Ich erkannte die Taube überall. Wo immer ich war, fand mich die Taube; wenn ich sie sehen wollte, musste ich es mir nur wünschen und sie rufen, und sie flog herbei. Sie verstand mich und ich verstand sie. Ich liebte diese Taube. Ja, ich liebte diese Taube, – ich liebte sie, wie ein Mann eine Frau liebt, und sie liebte mich. Wenn sie krank war, wusste ich es; sie kam in mein Zimmer, und ich hielt sie dort tagelang. Ich machte sie wieder gesund. Diese Taube war die Freude meines Lebens. Wenn sie mich brauchte, war alles andere bedeutungslos. Solange ich sie hatte, gab es in meinem Leben einen Sinn.«

Eines Nachts fliegt die Taube herein. Tesla begreift, dass sie ihm etwas Wichtiges zu sagen hat – dass sie sterben muss. »Und dann, als ihre Botschaft kam, drang ein Licht durch ihre Augen – starke Lichtstrahlen. Ja, es war ein wahres Licht, ein mächtiges, blendendes Licht, ein intensiveres Licht, als ich es je in meinen Laborexperimenten wahrgenommen hatte. Als diese Taube starb, ging etwas aus meinem Leben fort. Bis zu jener Zeit wusste ich sicher, dass ich meine Aufgabe beenden würde, wie schwierig sie auch war, aber als sie aus meinem Leben gegangen war, wusste ich, dass meine Lebensaufgabe beendet war. Ich füttere weiter die Tauben, denn wer weiß schon …«

Es muss 1922 gewesen sein, als er einem Mitarbeiter eine Kiste mit einer toten Taube übergab, sie jedoch wieder zurückforderte, um das Tier selbst zu bestatten. Diese Taube suchte er dann , bis zu seinem Lebensende, denn man weiß ja nie …

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