Jean Dominique Larrey

Sauerbruch nennt in seinem Buch als grössten Arzt im Mittelalter Paracelsus (1493-1541), und der grösste der vergangenen 500 Jahre sei Larrey, der Chirurg Napoleons. Von dem hatte ich noch nichts gehört und informierte mich.

Schwierig. Seit Victor Zammit aus Australien darauf hingewiesen hat, dass Wikipedia ein Feind des Paranormalen ist, würde ich es gerne seltener konsultieren. (Die Wikipedia schreiben, sind eben naturwissenschaftshörige Menschen wie alle Journalisten.) Ich fand einen Eintrag bei Onmeda.de (Für meine Gesundheit).

Jean Dominique Larrey, geboren 1766 in Südfrankreich, hatte den genialen Einfall der ambulanten Versorgung verletzter Soldaten. Sie lagen zu Hunderten, oft zu Tausenden auf den Schachtfeldern herum, wenn es vorbei war, und viele konnten nicht lebend zum Verbandsplatz gebracht werden. In der Völkerschlacht von Leipzig wurden von 450.000 teilnehmenden Soldaten 100.000 verwundet oder getötet.

Larrey wurde mit 30 Jahren Professor für Chirurgie in Paris und zehn Jahre später Napoleons Generalinspekteur des Militärsanitätswesens. Er war auf allen Feldzügen des Kaisers dabei und rettete unter hohem persönlichen Einsatz Tausende, wobei er keinen Unterschied zwischen Freund und Feind machte. »Der Arzt ist und muss sein ein Freund der Humanität«, sagte er – doch wie schwer das wurde angesichts der Gemetzel auf den Schlachtfeldern!

Larreys fliegende Lazarette, der Vorläufer der Notärzte, bestanden aus Trupps von je drei berittenen Chirurgen und einem Krankenwärter. Sie hatten Verbandsmaterial und den stärkenden Trunk dabei und nahmen an Ort und Stelle Amputationen vor. Später setzte man Pferdegespanne ein. Die Lösung beeinflusste auch das preußische Lazarettwesen, doch erst der Schweizer Henri Dunant schaffte international den Durchbruch.

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