Gewalt gegen Frauen

Dieses Jahr habe ich den UNO-Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November übersehen. Doch man muss nur in die italienische Repubblica blicken, und man wird daran erinnert. Es vergeht in Italien kein Tag, an dem nicht eine Frau von ihrem Partner getötet wird.

Vor wenigen Tagen brachte ein 21-Jähriger in einem Bauernhof in der Nähe von Palma di Montechiaro (Sizilien) seine Freundin um, die 20-jährige Rumänin Alina Condurache. Sie hatte vermutlich die Beziehung beenden wollen, versuchte noch zu flüchten, wurde aber von hinten erschossen. Der Mann galt als gewalttätig und war wegen Mordverdachts erst vor einem Jahr in Untersuchungshaft gewesen.

Im Krankenhaus San Camillo Forlanini in Rom ist indessen Chiara Insidioso Monda, ebenfalls 20 Jahre alt, aus ihrem Koma erwacht. Im Februar war sie in Casal Bernocchi von ihrem Partner, einem 35-jährigen Drogendealer, mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf misshandelt worden, so dass sie ins Koma fiel. Drei Mal war sie im Februar operiert worden. Nun wird sie in ein Zentrum für Neurorehabilitation verlegt.

Die 20-Jährige war leicht geistig behindert und hatte Asthma. Der Mann hatte sie angesprochen, und später waren sie zusammengezogen. Immer wieder hatte Chiaras Vater sie zu sich geholt und sie gebeten, zurückzukommen, weil der Dealer als brutal bekannt war. Nach der letzten Trennung wollte Chiara wieder zu ihrem Vater zurück, was ihr Partner nicht ertrug.

Und in Indien, im Staat Punjab, wurde ein 17-jähriges Mädchen von ein paar Jungen mit Kerosin übergossen und angezündet. 75 Prozent ihrer Körperoberfläche sind verbrannt; es ist fraglich, ob es überlebt. Das Mädchen hatte drei junge Männer angezeigt, die sie vergewaltigt hätten. Doch die Beschuldigten wurden wieder auf freien Fuß gesetzt, lauerten ihm auf und setzten es in Brand.

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Frühere Artikel zu Gewalt gegen Frauen:
Frauenstreik (Nov. 2013), Der Mord an Banaz (Okt. 2013), Live Aid (Juni 2013), No al Femminicidio (Mai 2013), Alle vier Minuten (Febr. 2013).

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