Die Mood-Tour

Die Mood-Tour mache auf die Krankheit Depression aufmerksam, schreibt die ADFC Radwelt. Sebastian Burger aus Bremen hat die Rundfahrt gegründet und sie im Juni in Leipzig starten lassen. Sie lief drei Monate lang, über 7000 Kilometer. Auch manipogo möchte weiterhin oft mood-machende Meldungen senden.

Mood heißt Stimmung. Die Rundfahrt soll Stimmung für die Akzeptanz der Depression machen. Zwar ist die Krankheit als Krankheit anerkannt, aber immer noch wird jemand, der zugibt, Depressionen zu haben, schief angesehen. Alle wollen ja möglichst stark und cool sein. Es gibt Depressive, die jahrelang sich fühlen wie im dunklen Keller und zu nichts Lust haben. Das Leben macht keinen Spaß. Es ist eine Last.

Da ist vielleicht leichter eine konkrete Last zu tragen, die ein Tandem mit zwei Radfahrern und Gepäck bedeutet. Drei bepackte Tandems brachten es zusammen, schreibt die Radwelt, auf 580 Kilogramm. Das macht im Durchschnitt fast 200 Kilo, die auf der 2014-er Tour auf 840 Meter Höhe zu befördern waren! Oft fahren Blinde hinten auf dem Tandem mit, um ihnen die Erfahrung einer Radtour zu ermöglichen – und hier ist es jemand, der unter Depressionen leidet. Radfahren kann so viel Freude bereiten, und der Abend im Zeltdorf ist dann ein Lohn dazu.

Tandem: Jan Paulsen aus Norwegen mit seiner Frau und das Lasttandem

Sebastian Burger sagte: »Das Tandemfahren stärkt den Teamgedanken, der für die Mood-Tour zentral ist.« Er meint außerdem: »Depressionsbetroffene haben kaum eine Lobby. Dabei sind sie in einer akuten Depression nahezu unfähig, zu kommunizieren und haben guten Grund, sich vor der Stigmatisierung durch ihre Umwelt zu fürchten, wenn sie offen mit ihrer Erkrankung umgehen.«

Im kommenden Jahr wird es einige regionalen Touren geben, bevor im Jahr 2016 der Startschuss für die nächste große Mood-Tour fällt. Mehr dazu auf der Homepage der Aktion.

Einen Kommentar schreiben:


1 + = 6