Donatus Rüetschi

Bleiben wir in der Schweiz, in der Psi-Szene. Lucius schrieb auch, dass am 26. September vergangenen Jahres Donatus Rüetschi gestorben ist, 59 Jahre alt. Er fuhr Fahrrad und fiel vom Rad: Herzinfarkt. Als ich sein Bild sah, wusste ich, dass ich während der Basler Psi-Tage (1982 bis 2006) öfter mit ihm geredet hatte.

Ich dachte auch an meinen Freund Michi Kurz, der 50 Jahre alt war, als er im September 2009 vom Rad fiel und am Herzinfarkt starb. Eigentlich ein schöner Tod. So einen würde ich mir auch wünschen, aber das bleibt Wunschdenken, denn ein starker Radler hat ein starkes Herz, und einen Unfall will man nicht. Ich denke ja noch an meinen vom 1. August, am Schweizer Nationalfeiertag, als mir die Vorfahrt genommen wurde, ich auf diese Mauer zufuhr und die Hoffnung fahren ließ … und dann an die Mauer prallte mit Schulter und Kopf … den mir der Uvex-Helm rettete.

Donatus Rüetschi wurde 1955 geboren und arbeitete 15 Jahre als Tiermediziner. Dann ließ er sich als Medium, Heiler und Astrologe ausbilden. Donatus war anscheinend ein sehr systematischer Mensch, was den Basler Psi-Tagen zugute kam, in dessen Team Donatus arbeitete. 1991 wurde er Präsident des SVPP (gestern erwähnt). Seine Herzprobleme zeigten sich früh.

Lucius schrieb in seinem Nachruf: »Seit früher Jugend war es sein grosser Traum gewesen, Lokomotivführer zu werden. Eisenbahnen, speziell die Rhätische Bahn, faszinierten ihn zeitlebens. Als Ersatz für den nicht erreichbaren Traumberuf liess er sich nach seinem Rückzug aus den spirituellen Gebieten zum Postautochauffeur ausbilden und genoss diese Arbeit sehr.« Leider musste er die Arbeit wegen seiner Krankheit quittieren. Kurz vor seinem Tod meldete er sich dann tatsächlich zum Lokführer-Lehrgang an. (Ein alter Bekannter von mir, Burkhard Förster, hat auch immer davon geträumt,Lokführer zu sein, wurde Umwelt-Ingenieur und bildete sich nebenher zum Fahrrad-Mechaniker aus.)

»Sein Bahnfreund hat ihn schon am Wochenende nach seinem Tod bei sich im Führerstand gespürt, wie er verschmitzt lächelnd die Fahrt mitmachte«, erzählte sein Schwiegervater Matthias Güldenstein in seinem Nachruf. In seinem letzten Rundschreiben äußerte Donatus Rüetschi: »Ich nehme jeden Tag nach dem anderen und will dem Fluss des Lebens folgen – im Vertrauen darauf, dass alles seine Richtigkeit hat. ›Es gaht immer wieder es Türli uf!‹«

Lucius Werthmüller kommentierte: »Nun ist für ihn das grosse Tor in eine andere, geistige Dimension aufgegangen.«

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