Rod Stewart

Rod Stewart, kennt man den Namen? Egal, es muss hier eine Würdigung des Sängers mit der »Reibeisenstimme« stehen, weil er 70 Jahre alt wird. Der andere Mann mit einer charakteristisch herben Stimme, Joe Cocker, ist kurz vor Weihnachten gestorben, 70 Jahre alt.

Cocker stammte aus Sheffield (Sheffield Steel hieß eines seiner Alben, Sheffield-Stahl, was auf seine Stimme anspielte), und Stewart, den man wegen seines Engagements für die Fußballmannschaft Celtic Glasgow für einen Schotten halten könnte, wurde in London geboren. 1971, mit 26 Jahren, hatte er mit Maggie May aus dem Album Every Picture Tells a Story einen Riesenerfolg – Nummer 1 in England und den USA.

Der Titel lief andauernd im Radio, ich war 14 Jahre alt und hatte einen uralten Vorkriegsempfänger neben dem Kissen stehen, und vor dem Einschlafen hörte ich den US-Soldatensender AFN. Immer wieder goss er mir Maggie May ins Ohr. War eine schöne Ballade, aber echte Rockmusik war das natürlich nicht, und erst drei Jahre später zündete es bei mir, und ich weiß noch genau, wie: durch drei Titel im Radio, 1) America von Steppenwolf, 2) Locomotive Breath von Jethro Tull und 3) irgendwas von Crosby, Stills, Nash & Young. Ich war infiziert, und wie.

Hier ist eine Youtube-Aufnahme von 2004. Rod Stewart singt Maggie May und lässt sich von Ron Wood begleiten, der, 67 Jahre alt, seit 40 Jahren zu den Rolling Stones gehört; das könnte er dieses Jahr auch feiern. Hier haben wir ein zweites Duo (neben dem von Stewart/Cocker), denn Ron und Rod trafen sich 1970 bei den Small Faces, die bald darauf zu den Faces wurden, und Wikipedia meint, Ron Wood und Rod Stewart hätten ein Team ähnlich wie Jagger/Richards gebildet; die Faces gingen aber 1975 auseinander. Schade, dass Ron und Rod kein neues Projekt anstießen. Wood ließ sich statt dessen von den Stones anwerben.

Es gibt ja Kenner der alten Rockmusik, und sogar Stammbäume gibt es, die zeigen, welcher Musiker mit welchem eine Band bildeten und wohin sie danach gingen. Es gibt auch Bücher, die aufführen, welche Musiker auf welchen Alben und Aufnahmen zugegen waren, wann das war und so weiter. Wie im Fußball und beim Baseball wirken im Verborgenen besessene Statistiker und Aficionados. Irgendwann muss man aber einen Schlussstrich ziehen, denn sonst wird es unübersichtlich.

Bei mir endet die Rockmusik schon 1991, als ich von dpa wegging, und danach habe ich nur noch U2 registriert. Rod Stewart hatte nie mehr einen Erfolg wie den mit seinem 1971er Album. Zwei seiner rund 30 Werke hatten witzige Titel: Never a Dull Moment (1972) und Blondes Have Mor Fun (1978). Do Ya Think I’m Sexy war ein Single-Erfolg, und Some Guys Have All the Luck konnte man auch gut anhören, und wer herbe Stimmen mag, mag alles von ihm.

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