Uluru

Die ausgefallenen Berge dieser Welt! El Teide auf Teneriffa und der Ätna auf Sizilien, Jungfrau, Eiger, Mönch in der Schweiz, und in Australien haben sie den Koloss Uluru oder Ayers Rock. Im neuen Heft Scienza e Cultura nel Mondo (Rom) schreiben Giulio Caratelli und Maria Luisa Felici über diesen heiligen Berg der australischen Aborigines.

Der Uluru ist 3,5 Kilometer lang und 2,5 Kilometer breit, aber nur 350 Meter hoch. Er soll 180 Millionen Jahre alt sein und ruht auf einem Fundament des alten Kontinents Gondwana, einem Territorialblock bestehend aus der indischen Halbinsel, Afrika und Madagaskar, Australien, Mittelamerika und Antarktis.

400 Kilometer südöstlich von Alice Springs stieß 1873 William Gosse auf den gigantischen roten Monolithen und nannte ihn Ayers Rock nach dem ersten australischen Premierminister Sir Henry Ayers – nicht wissend, dass die Eingeborenen den Berg als Uluru kannten. Der Felsen ist von einer Schicht Eisenoxid bedeckt, die im Licht des Sonnenunter- und –aufgangs magisch erglänzt.

Ich brauchte ein Foto vom Uluru, aber etwas aus dem Internet zu nehmen verbeietet sich; man müsste erst langwierig um Genehmigung bitten. Hm. Den Berg selber zu malen war ich zu faul. Da traf ich auf dem Weg nach Heitersheim … auf dem Rad Armando Basile, von dem im Mai auf manipogo viel die Rede sein wird und der sagte, freilich, am Ayers Rock sei er schon oft vorbeigekommen. Er werde mir Bilder davon in den Briefkasten werfen. Ich ging eher zufällig nach unten, und nun fiel mein Blick auf den Kalender, der rechts oberhalb der Kästen hing, und zum ersten Mal beschaute ich mir das April-Bild, das mit dem Känguruh … und rechts davon war er: der Uluru! Du kriegst alles, was du brauchst vom Universum! Diese Erfahrung kennen wir, und immer wieder vergessen wir sie. Mehr Vertrauen! Ich machte die zwei hier abgebildeten Fotos und schaute dann in den Briefkasten: Und da lagen auch Armandos Fotos, die den Berg in der Ferne zeigen und den Schatten seines Fahrrads dazu. Und die Frage: Oben links, ist das ein Ufo mit Aborigines aus der Vergangenheit?

 

Nach Australien kam der erste Mensch 50.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Ein Alter sagte zu Robert Craan: »Wir sind schon in der Zeit vor der Zeit hiergewesen. Wir sind direkt aus der Traumzeit unserer Schöpferischen Ahnen gekommen, und wir haben hier gelebt und die Erde so erhalten, wie sie am ersten Tag war.« Marlo Morgan erfuhr: »Es gab die Zeit vor der Zeit; dann die Zeit, als es die Erde zwar gab, diese jedoch noch keine Form hatte. Als sie zu fühlen und zu handeln begannen, fanden die Menschen dieser Frühzeit heraus, dass es ihnen offenstand, wütend zu sein, wenn sie es so wollten.

Sie konnten nach Dingen Ausschau halten, die sie wütend machten oder entsprechende Situationen herbeiführen. Sorgen, Gier, Lust, Lügen und Macht sind Gefühle, die man nicht weiterentwickeln sollte. Um dies zu verdeutlichen, verschwanden die Menschen der Frühzeit, und an ihrer Stelle erschien ein Felsengebilde, ein Wasserfall, eine Felswand oder etwas Ähnliches. Diese Orte gibt es noch heute. … Das Bewusstsein hat die Realität geformt. Der dritte Abschnitt der Traumzeit ist das Jetzt. Der Traum geht immer weiter; das Bewusstsein erschafft auch heute noch unsere Welt.« (Traumfänger, S. 203)

Attjiranga Ngambakala nennen die Aranda die Traumzeit, das »dreaming«. Die Alten modellierten die Landschaft, verteilten Namen, bewegten sich in alle möglichen Richtungen auf Pfaden, die eines fernen Tages ihre Nachfahren begehen würden. Die Informationen gaben die Ahnen durch Lieder und rituelle Zeremonien weiter, und die Generationen und die gleichzeitig Lebenden des Clans waren und sind wie ein Körper, und Informationen flossen und fließen hin und her.

Uluru bedeutet Geisterhaus. Der Monolith speichert Wasser. In unterirdischen Grotten finden Rituale statt, die nur den Aborigines vorbehalten sind. Die Wände der Grotten sind mit Zeichnungen bedeckt, die eine Art Kalender oder Archiv der Stämme darstellen. Darin finden Rituale statt.

Einen Kommentar schreiben: