Hirsau

Ich fuhr bei meiner kleinen Reise ins Schwabenland von Stuttgart nach Malsch und kam nach Hirsau. Ich wollte fast weiterfahren, als ich ein Schild mit 9. und 11. Jahrhundert las und eins, auf dem stand: historische Klosteranlage. Ein Glück, dass ich hingefahren und über das Areal gelaufen bin.

Der Blick aus der Ferne schon wirft einen Jahrhunderte zurück – wäre nicht die Skulptur dieses Motorradfahrers rechts außen.

Auf der Seite des Klosters heißt es:

Das ehemalige Benediktinerkloster St. Peter und Paul war in der Klosterbewegung von Cluny im 11.und 12. Jahrhundert das bedeutendste deutsche Reformkloster nördlich der Alpen und wurde 1692 im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen zerstört. Die baugeschichtlich hochbedeutenden Ruinenanlagen beinhalten Relikte aus unterschiedlichen Baustilen: Die romanische Säulenbasilika, die einst die größte romanische Kirche Südwestdeutschlands war, den gotischen Kreuzgang, die spätgotische Marienkapelle und die Ruine eines Renaissanceschlosses, in deren Mauern bis 1989 die von Ludwig Uhland besungene Ulme zu Hirsau stand.

Der Sonnenkönig war ein verbissener alter Herr, der wohl unter Verfolgungswahn litt. Er ließ sein Gebiet durch Festungen schützen und schickte seine Soldaten über die Grenzen, die dann auch die Badenweilener Burg zerstörten. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts traten viele Franzosen unter falschem Namen in Deutschland auf, weil sie sich für die Verwüstungen schämten. Als der Sonnenkönig 1711 starb, gab es verhaltene Freude, aber dann kam gleich (für weitere 50 Jahre) der nächste Monarch.

Die Klosteranlage von Hirsau erinnert entfernt an die großen griechischen Stätten wie Delphi, Olympia und Knossos, die natürlich 2000 Jahre älter sind. Und in Hirsau bedeckt Rasen den Boden der Säulenbasilika und des ehemaligen Mönchsfriedhofs, das mildert etwas den Eindruck des Verfalls.

Das Renaissanceschloss

Der Kreuzgang., der ganz früher farbig verglast war

Säulenreste der Säulenbasilika

Blick in die ehemalige Kirche, die ein Fussballfeld geworden ist

 

 

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