Ein Fahrrad erleichtert vieles

Die Organisation World Bicycle Relief, die ich Ende April kurz erwähnt hatte, feiert zehnjährigen Geburtstag. Bicycle Relief heißt Fahrrad-Erleichterung: Ein Fahrrad erleichtert vieles. In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Fahrrad News fand ich einen Artikel von Sissi Pärsch über das amerikanische Gründerpaar aus Chicago.

F. K. Day und seine Partnerin Leah wollten nach dem Tsunami im Dezember 2004 etwas tun und fragten sich: »Was ist an Orten mit kaputter Infrastruktur nachhaltiger als ein Rad?« Die beiden schafften es, 24.000 Räder nach Sri Lanka und Indonesien zu bringen. Mittlerweile ist die zahnfache Menge auf dem afrikanischen Kontinent verteilt worden.

Radfahrer in Kenia (2003)

Day ist Vizepräsident der Fahrradfirma SRAM, die er 1987 gemeinsam mit seinem Bruder und einem Ingenieur gegründet hatte. Täglich fährt er mit dem Fat Bike ins Büro, und vier Mal im Jahr reist er nach Afrika und radelt »durch die Regionen von Dorf zu Dorf«.

Wichtig: keine Geschenke. Man soll sich sein Rad verdienen. Schulkinder müssen nachweisen, dass sie durchgängig zwei Jahre zur Schule gegangen sind, dann erst gehört das Rad ihnen. Radfahren stehe für Unabhängigkeit und Eigenverantwortung. Viele Mädchen gingen dank des Bikes zur Schule und studieren, und in den von der World Bicycle Relief (WBR) geförderten Regionen sollen die Schwangerschaften zurückgegangen sein.

Auch Mechaniker werden ausgebildet, und die Buffalo Bikes verkaufen sich gut. In Kenia, Sambia, Simbabwe und Südafrika gibt es fünf WBR-Fabriken. Die Räder werden kompltt aus Teilen zusammengebaut und dann fertig auch nach Uganda, Ruanda, Tansania und Mosambik geliefert.

Der Amerikaner Tom Ritchey versuchte in Ruanda, wie ich im Dezember 2013 schilderte, Räder zu verteilen, aber das ging daneben, weil Ersatzteile und die Kompetenz beim Reparieren fehlten. World Bicyce Relief hat anscheinend das richtige Konzept.

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