Das Zebra

Im Zoo Mulhouse im Elsass gibt es ein Zebra. Es stand nah vor uns, ich fotografierte es und war begeistert von der schwarz-weißen Maserung. Ich war fast sprachlos. Solch ein Ebenmaß, so eine Schönheit! Die Forscher fragten sich natürlich: warum die Streifen? Das ließ ihnen keine Ruhe.

Vermutlich handelt es sich um ein Grevyzebra, das vor allem in Kenia und Tansania (Ostafrika) vorkommt. Es gab sie einmal in ganz Afrika, aber im Norden wurden sie schon in der Antike ausgerottet.

Die Erklärung für die Streifen fand ich bei Wikipedia, aber ich hatte die Antwort schon, ohne es zu wissen. Denn bald nach dem Zoo-Besuch fuhr ich bei Sölden über den Berg, um Freiburg zu erreichen, und eine Frau führte ein Pferd, dem sie eine Zebra-Decke übergeworfen hatte. Ich erzählte ihr von meiner Begeisterung für das Mülhausener Zebra, und sie sagte, die Decke sei keine Modeerscheinung; sie helfe, die Fliegen abzuschrecken, die dunkle Flächen liebten und durch die Streifen verwirrt würden.

Einige Zoologen sind der Meinung, die Streifen könnten Tsetse-Fliegen und Bremsen abschrecken. So sinkt die Gefahr, mit der Schlafkrankheit infiziert zu werden. Das war womöglich der evolutionäre Vorteil. Denn man könnte nicht sagen, dass die schwaz-weiß-gefleckten Abkömmlinge des Esels in der Savanne oder in den Bergen gut getarnt wären. Im Ersten Weltkrieg, schreibt Hillel Schwartz, schlug Hugh Cott, Zoologe in Cambridge vor, Schiffe an den Seiten mit Zebrastreifen zu bemalen  (zébrage), da die U-Boot-Kommandanten Periskope mit vertikalen Linien vor der Linse hatten. 42.000 Schiffe wurden bis 1918 entweder als Zebras oder aber verwirrend bemalt.

Dann trat mir das Zebra noch einmal entgegen: Da, wo ich es nicht vermutet hätte, nämlich auf der Speisekarte des Hotels Churfirsten gegenüber dem Bahnhof Walenstadt (Kanton St. Gallen). Zebra-Entrecôte hieß es da, 200 g, 44.40 Franken.

Und dann zeigte Superquark im italienischen Fernsehen einen US-Beitrag über die Savanne. Da war ein elfjähriges Mutterzebra (ich wollte mir seinen Namen merken, wie war er gleich? Ich glaube, Naima) und sein Kind Mosi, und gezeigt wurde mit großartigen Drohnen-Aufnahmen der Zug von 40.000 Gnus und Zebras Richtung Norden, ihre Überquerung von Flüssen, wobei viele Zebras von Krokodilen in Stücke gerissen wurden, und einmal war Mosi in Gefahr, dann wieder Nawami umringt von Krokodilen, aber alles wurde gut. Schließlich sah ich Zebras noch im Basler Zolli, aber ist nun genug Zebra für die nächsten Jahre.

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