Tag der Toten

Da sind wir also wieder, an einem 1. November: Ausgang für die Toten! Totentag in Mexiko, Halloween allüberall, und manipogo ist wieder einmal vorbereitet: Delta Luzi (Giovannas Mutter) hatte ihren Mann Mario Braghetti (Giovannas Vater) 5 Monate nach dessen Tod gesehen, live im Schlafzimmer. Das erfuhr ich am Strand.

Darüber kann man schreiben, zumal Delta irgendwie ungerührt und gefasst davon erzählte und meine Fragen beantwortete. Anscheinend war es ein Ereignis, das sie schon verarbeitet hatte. – Ich kenne ja Hunderte dieser Geschichten, Geistererscheinungen gehören zur Menschheitsgeschichte, aber erst die Londoner Forscher der Society forPsychical Research haben sie katalogisiert und gesammelt.

Das Bestattungsunternehmen „Ewiges Leben“ – gesehen nun auf Sizilien

Zuletzt hatte ich Transformers von John Jay Harper gelesen, über die Schamanen des 21. Jahrhunderts, und der Psychologe und Hypnotherapeut Harper fing mit seinen zehn Jahre währenden Forschungen erst an, als ihm sein Freund George Sebastian Viguet III begegnet war, im Juni 1988, sieben Monate nach dessen Begräbnis. George, sein Freund über 18 Jahre, war mit 40 Jahren am 9. November 1987 gestorben. Harper berichtete:

»So um vier Uhr morgens … sah ich George. Ich sah George am Fuß meines Bettes stehen. Das war jedoch kein Traum. Obwohl George jünger aussah, war er genau der Mensch, den ich die ganzen Jahre über gekannt hatte, auch wenn sein ›Fleisch‹ nicht so wirkte, wie ich es erwartet hatte. Er sah aus wie eine jener gut gearbeiteten orientalischen Eis-Skultpuren, aber auch sehr lebendig …«

Er war aber seltsam gekleidet: Trug ein kurzärmliges hawaiianisches Luan-Hemd in schreienden Farben und einen weißen Stroh-Standhut, dessen Hutband eine Reihe von … metallenen Bierbüchsen festhielt! »Der Typ war bereit für eine Party!« schoss John Jay Harper, der mittlerweile völlig wach war, durch den Kopf, und bald begriff er, dass es eine Botschaft war, nur an ihn gerichtet. Denn er hatte sich zuletzt über den Sarg gebeugt und dem Toten gesagt: »Hey, George, genug mit dem Blödsinn, los, wir holen uns ein Bier!« Die »Toten« (sie sind ja nicht tot, sie haben nur ihren Aufenthaltsort verändert) haben also Humor. Oder manche von ihnen: die, die schon im Leben Humor hatten. Natürlich verschwand die Erscheinung dann. (Illustration: Blick auf die andere Seite. Giardini Naxos, Sizilien)

Bei Delta war es ähnlich. Mario sei in ihrem Schlafzimmer gestanden, am frühen Morgen, und sie sei wach gewesen. An seine Kleidung oder seinen Gesichtsausdruck erinnerte sie sich nicht; nur, dass er es war, ohne jeden Zweifel. Sie habe gefragt »Che vuoi?« (Was willst du?), und dann sei er verschwunden. Es war im April 2014, also 5 Monate nach seinem Tod. Die Toten haben immer Ausgang, wenn sie es wollen. (Meine Mutter hat mir einmal nebenbei erzählt, es sei schon vorgekommen, dass sie auf dem Sofa nicht alleine war; da war jemand Unsichtbares neben ihr — wer sonst als mein Vater, vor 30 Jahren gestorben?)

Der Unterschied zwischen den »Toten« und uns ist, dass wir sozusagen mit langsamer Schwingung unterwegs sind und sie, als geistige Wesen, mit hoher Frequenz schwingen (gern wird das Bild des Rotorblattes oder des Ventilatorflügels verwendet, der sich so rasch dreht, dass wir sie nicht wahrnehmen können; links im Bild jedoch ein Schmetterling auf meinem Cappuccino in einem Café in Adrano). Um sich zu zeigen, müssen die Verstorbenen also ihre Schwingungen herabsetzen und möglichst eine Phase am frühen Morgen bei uns abwarten, wenn wir an der Schwelle zum Erwachen stehen und etwas »neben uns« stehen – und mehr sehen als sonst. (Mehr Details über die andere Welt in einem Interview mit dem Medium James Van Praagh, das im Blog des Basler Psi-Vereins veröffentlicht wurde.)

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