Staufen, Breisgau

web108 am 20. März 2020 um 00:09

Besuche in dem Altenpflegeheim, in dem meine Mutter untergebracht ist, sind UNTERSAGT. Ruf doch mal an, ersuchte mich  vor ein paar Tagen meine Schwester. Hab ich gemacht. Unsere Mutter sitzt immer im Erdgeschoß am Fenster, mit Blick weg davon. Ich stellte mich also auf die Wiese, rief die Station an und bat die Diensthabende, meine Mutter doch mit dem Stuhl umzudrehen, damit sie mich sehen könne … Ich will mehr »

Herr de Montaigne bereist Deutschland

web108 am 19. März 2020 um 00:19

Am 5. September 1580 ging es los. Der Herr Michel de Montaigne (später durch seine Essays berühmt geworden), der Herr von Estissac und zwei oder drei weitere Edelleute starten mit vermutlich zehn Bediensteten eine berittene Badereise, die bis nach Rom führen soll. Ist interessant, da wir erfahren, was er vor 440 Jahren vorfand, zunächst in Süddeutschland. Ich will mehr »

Aids gibt es noch

web108 am 17. März 2020 um 00:45

Die Sache mit dem Virus darf ich nicht ignorieren, nein: manipogo muss sich einschalten und kann nicht alle anderen schreiben lassen, zumal viele Bürgerinnen und Bürger nun Zeit haben, im Internet herumzulesen. Physischen Kontakt solle man vermeiden; eine Armlänge Abstand! Da dachte ich an Aids, durch ungeschützten Sexualverkehr übertragbar. Darüber schreibt man, das ist journalistisches Tun, und man muss nur berichten, nicht kommentieren: Die Leser ziehen selber ihre Schlüsse. Ich will mehr »

Der lange Winter

web108 am 16. März 2020 um 00:40

Es war Mitte März in St. Gallen, ich erinnere mich, und im Halbschlaf am Morgen hörte ich aufheulende Motoren, und irgendetwas war anders. In der Nacht war Schnee gefallen, der weggeräumt worden war und in kleinen Bergen am Straßenrand lag, und die Autos kamen vorsichtig aus den Parklücken und wühlten sich durch den Schnee. Die Sonne schien auf das Weiß, und das war schön, vor allem da es der letzte Gruß eines Winters war, wenige Tage vor Frühlingsanfang. Ich will mehr »

Roma vuota

web108 am 14. März 2020 um 00:56

Rom, die große Stadt, ist wie ausgestorben. Man spüre einen Hauch des Todes, sagte mir eine Freundin, wenn man auf der Piazza di Spagna unterhalb der Spanischen Treppe spazierengehe; man freue sich sogar über einen Mann mit Hund. Ein wenig Angst habe man auch, doch es seien viele Polizisten unterwegs. Rom verlassen!? Wie damals einmal um 1400, als der Typhus aus den Sümpfen in der Stadt war und die Einwohner ihr Heil in der Campagna suchten.  Ich will mehr »

Miramar

web108 am 13. März 2020 um 00:49

Ich habe nun einen Roman beendet, den ich vor sechs Jahren angefangen hatte. Er heißt Die Marconi-Aura, und Auslöser dafür war das wunderschöne Santa Marinella bei Rom und mein Aufenthalt 2013 und 2014 im Hotel Miramare von Duilio Ferrucci. Nun fand ich den Roman Miramar von Nagib Mahfus über ein Hotel in Alexandria.  Musste ich gleich lesen. Ich will mehr »

Lateinamerika: feministisch

web108 am 11. März 2020 um 00:58

Zwischen den Beiträgen über die Sklaverei und die Frau und Arabien und die Frau muss ich einen aktuellen Artikel einschieben, der auf La Repubblica zurückgeht. Das ist halt noch eine einigermaßen linke Zeitung mit emanzipatorischen Zielen. Die Frauen in Lateinamerika haben am Frauentag mobil gemacht. »Lateinamerika wird ganz feministisch sein«, riefen 250.000 Frauen auf den Plätzen in sieben Ländern. Wunderbar. Ich will mehr »

Die Hochzeit von Haiti

web108 am 9. März 2020 um 00:59

Anna Seghers (1900-1983) floh vor den Nazis, blieb die Jahre von 1941 bis 1947 in Mexiko und ließ sich dann in der DDR nieder. Ihr Buch Das siebte Kreuz wurde verfilmt und machte sie weltberühmt. Der Bibliothekenengel spielte mir, kaum hatte ich den Flyer von der Ausstellung mit den zehn kämpferischen Frauen eingesteckt, das Seghers-Buch Die Hochzeit von Haiti in die Hände, in der es um die Sklaverei, die französischen Besitzungen, die Liebe und den Tod und Toussaint Louverture geht. Glorreich! Ich will mehr »

Zehn kämpferische Frauen

web108 am 7. März 2020 um 00:28

Heute ist manipogo journalistisch unterwegs. Vor wenigen Tagen wurde im Museum Victor Schoelcher die Ausstellung Dix femmes puissantes eröffnet (Zehn kämpferische Frauen), die noch bis 26. April zu sehen ist (jeweils Dienstag bis Samstag, 14 bis 17 Uhr). Diese Frauen kämpften gegen die Sklaverei, wie auch der Fessenheimer Victor Schoelcher (1804-1893), der das Dekret formulierte, das am 27. April 1848 die Sklaverei in Frankreich und deren überseeischen Gebieten verbot. Der 8. März ist der Tag der Frau. Ich will mehr »

Soll ich ein Stuhl sein?

web108 am 5. März 2020 um 00:34

Frauen in der arabischen Welt. Das ist ja ein beliebtes Thema auf manipogo, und so heißt auch eine Sammlung von Erzählungen, bei dtv in München 1991 erschienen. Nur zwei Seiten lang ist der Beitrag von Laila Baalbaki, die, 1936 geboren, mit 22 Jahren ihr furioses Buch Ana Ahya (Ich lebe) schrieb, eine Kampfschrift der unterdrückten arabischen Frau. Die Erzählerin setzt sich also alleine in ein Restaurant, und als Gesellschaft hat sie zwei leere Stühle.  Ich will mehr »