Die Sonne Italiens

web108 am 18. Mai 2020 um 00:58

Der Mai wird auf manipogo anscheinend zum Italien-Monat, angetrieben von dem Gedanken, dass diese Tourismussaison für unsere Freunde nicht stattfinden wird. Den Verlust beziffern zu wollen (66 Milliarden, heißt es), ist lächerlich. Wir haben etwas verloren, doch werden entschädigt durch eine neuerliche Italien-Sehnsucht, die sich vielleicht im Jahr 2021 erfüllen darf — und die Sidorow kannte, eine Gestalt des russischen Schriftstellers Isaak Babel (1894-1940).  Ich will mehr »

Tagesanbruch, Italien

web108 am 17. Mai 2020 um 00:49

Ich habe im Werk von Mario Luzi ein wunderschönes Gedicht entdeckt, das ich hier übersetzen muss. Ich will es über manipogo allen zugänglich machen, denn ist ist eine Hymne und ist mehr Gebet denn Gedicht. Jeden Tag geht die Sonne auf, und im April ergoss sich ihr Licht jeden Morgen voll und ungezügelt ins Zimmer, so wie bei Luzi. Ich will mehr »

Die Anderen

web108 am 16. Mai 2020 um 00:27

Die Hölle, das sind die Anderen, soll Sartre gesagt haben. Sie sind aber auch der Himmel, die Anderen. Es reicht aber auch ein Anderer oder eine Andere, denn: Das Ich entsteht am Du (Freud). Dieses Du ist dann deine Welt. »Ein einziges Wesen fehlt, und die Welt wirkt wie entvölkert.« (Grabstein in Paris.) No man’s an island. All diese Sprüche. Die Anderen sind da wie die Luft, du mischst dich unter sie und vermischst dich mit ihnen, sie lächeln dir zu und ermutige dich. Wir brauchen sie. Ich will mehr »

Die Befugten

web108 am 15. Mai 2020 um 00:42

Römisches Erinnerungsbuch hat Werner Bergengruen (1892-1964) seine Beobachtungen in der Ewigen Stadt genannt, in der er um 1949 wohnte. Das ist alles schön geschrieben und tief gedacht, gehört aber einer längst vergangenen Epoche an. Doch eine Bemerkung (in Klammern) ist außerordentlich. Ich will mehr »

Rossana Rory

web108 am 14. Mai 2020 um 22:17

I soliti ignoti wollte ich mir anschauen, wieder so eine italienische Filmkomödie von 1962. Die üblichen Verdächtigen heißt der Titel, es ist eine Gaunerkomödie mit immerhin Marcello Mastroianni und Vittorio Gassman, und gedreht hat sie Mario Monicelli. Zwanzig Minuten kann man das aushalten, dann wird die Blechmusik auf der Soundspur zu nervig und das Herumgehampele der Akteure zu hektisch. Nur eine Frau fällt auf, die cool und schön abseits steht wie eine Göttin: Rossana Rory. Ich will mehr »

Der Überholer

web108 am 12. Mai 2020 um 00:34

Zwei Jahre nach dem Wachsamen und La dolce vita erschien, 1962, die italienische Filmkomödie Il sorpasso. Dino Risi drehte sie mit Vittorio Gassman und dem blutjungen Jean-Louis Trintignant in den Hauptrollen. Il sorpasso ist der Überholvorgang, was sich nicht als Titel eignet, aber Verliebt in scharfe Kurven, damals der deutsche Verleihtitel, ist gräßlich und schob den Film, durch dessen Oberfläche Tragik und Tiefsinn schimmern, in die Ballermann- und Softporno-Ecke. Ich will mehr »

Der Wachsame

web108 am 10. Mai 2020 um 00:45

Der Wachsame heißt Il Vigile auf Italienisch, und das ist auch das Wort für den »Schutzmann«, wie der Polizist früher hieß. Und eine italienische Komödie von Luigi Zampa aus dem Jahr 1960 heißt so. Den Titelhelden Otello Celletti spielt der beliebte römische Schauspieler Alberto Sordi (1920-2003). Die Geschichte ist lehrreich, lustig und tragisch zugleich — und eminent politisch, denn Italien und seine Kunst litten immer unter ihrer politischen Klasse. Ich will mehr »

Roma, città aperta

web108 am 8. Mai 2020 um 14:10

Rom, offene Stadt ist ein Film von Roberto Rossellini aus dem Jahr 1946. Als Deutschland stillstand, habe ich mir ein paar italienische Nachkriegsfilme angeschaut. Heute vor 75 Jahren endete in Europa der Zweite Weltkrieg. Das heißt: schon lange her. Und vor 100 Jahren stellte sich Benito Mussolini als »Duce« (Führer) an die Spitze der faschistischen Bewegung seines Landes. Lange her.  Ich will mehr »

O tsuki!

web108 am 7. Mai 2020 um 00:09

Wieder Vollmond! Ich habe mir hundert japanische Gedichte aus frühen Jahrhunderten angeschaut, die im Internet Sacred Text Archive zu finden waren. Es sind Tanka-Gedichte vom 7. bis zum 12. Jahrhundert, und Tanka heißt: 31 Silben, aufgeteilt in 5 Zeilen im System 5-7-5-7-7. Wir werden gleich sehen, wie das aussieht, und dazu habe ich japanische Bilder mit dem Vollmond gefunden. Der Mond = tsuki. Ich will mehr »

Rom, kurzer Rückblick

web108 am 6. Mai 2020 um 00:51

Jetzt, heute, in diesen Tagen hätte ich in Rom sein wollen, wie mir Anfang des Jahres vorschwebte. Ich hatte Romano wiedersehen wollen und meine im Paranormalen forschenden Freunde auch. Mir fielen erneut Aufzeichnungen in die Hände über meine Lektüre des Gregorovius. Wie gut er beschreibt, dass die römisch-katholische Kirche das Erbe der Caesaren übernahm! Nun weiß man nicht, wer das Erbe der Kirche übernimmt, die abgewirtschaftet hat. Ich will mehr »