Adieu, Luci!

web108 am 12. April 2021 um 00:03

Abschied von Lucius Werthmüller, war die Überschrift einer Mail. Vielleicht hatte er sich vom Psi-Verein zurückgezogen; aber man weiß, was diese Formulierung heißt, ich wollte es nicht wahrhaben, doch es stimmt: Luci ist von uns gegangen, noch nicht 63 Jahre alt. Einmal im Jahr fuhr ich zu ihm, er kam herunter, lebende Energie und Lebensfreude, warmherzig und einfach erfrischend. Sein Tod erwischt einen kalt.  Ich will mehr »

Das Schnurren der Katzen

web108 am 11. April 2021 um 00:09

Nichts zu machen: Es geht noch einmal um Katzen. In einem Second-Hand-Bücherregal lächelte mich das schmale Buch Die Kunst zu schnurren von Eugen Skasa-Weiß an (1998). Er stellt seine eigenen Katzen vor, doch was er über zwei Katzen-Phänomene schrieb, fand ich am besten: über das Betreten (oder Verlassen) eines Zimmers und über das Schnurren, was der Mensch nicht kann. Ich will mehr »

Tier und Untier

web108 am 10. April 2021 um 00:25

Mir sind noch einmal zwei Stellen untergekommen, die von Katzen reden, und sie müssen den Katzengedichten folgen. Viele Besitzer schreiben ja viel und gern über ihre Katzen, doch auch kreative Geister und Denker schauten ihre Katze an und dachten sich etwas darüber. Die Passagen sind von dem deutschen Philosophen Martin Buber (1878-1965) und dem spanischen Autor Camilo José Cela (1916-2002). Ich will mehr »

Die Sphinx

web108 am 9. April 2021 um 00:16

Es gibt nach der neuesten Statistik 14,7 Millionen Katzen und 10,1 Millionen Hunde als Haustiere in Deutschland. Ich kenne im Heim ein paar Katzenfreundinnen, und denen schenke ich dann Kalender mit Katzen. Gerade bin ich auf drei nette Gedichte über Katzen gestoßen, also machen wir das mal! Ich will mehr »

Retrostauration

web108 am 8. April 2021 um 00:17

Da steht nun dieses unverständliche Wort und fordert eine Erklärung. Sie kommt gleich. Giovanni Guareschi (1908-1968) schrieb in seiner Reihe um Don Camillo und Peppone eine kleine Geschichte mit dem Titel Fahrraddiebe, angelehnt an den Film von Vittorio de Sica (1948). Es geht um ein gestohlenes Fahrrad und die überraschenden Folgen — und um die Kunst, ein Fahrrad zu retrostaurieren (Begriff von mir).  Ich will mehr »

… nun fahren Sie auch noch Veloziped!

web108 am 7. April 2021 um 00:03

Noch 1870 muss es unerhört und revolutionär gewesen sein, ein Veloziped zu fahren, vor allem in der russischen Provinz. Anton Tschechow erzählt davon in der Geschichte Der Mensch im Futteral, und da er sich oft an seine Schulzeit erinnerte, wird wohl das hölzernes Zweirad à la Drais gemeint gewesen sein, das man mit den Füßen antrieb: ein Laufrad. Der Lehrer Belikow nahm Anstoß … Ich will mehr »

Flugverkehr (117): Mit Geistesschnelligkeit

web108 am 6. April 2021 um 00:39

Vor zwei Wochen, also noch vor Ostern, fiel mir eine Passage aus dem Gottesdienst auf. Der Dienstag nach dem Passionssonntag war es; die Katholiken haben vor Ostern jeden Tag  Evangelium + Lesung, und bei den Geschichten aus dem Alten Testament geht es immer um Heilung oder Errettung aus Todesnähe (im Vorgriff auf Jesu Auferstehung). Also: Daniel wurde verleumdet und in die Löwengrube geworfen. Sechs Tage taten die hungrigen Löwen ihm nichts, und auch er war hungrig. Da griffen die Engel ein. Ich will mehr »

Ève Lavallière

web108 am 5. April 2021 um 12:44

Ich zögerte, nahm das Buch dann doch an mich. Barbara von Blarer erzählt »der Jugend« das Leben der französischen Schauspielerin Ève Lavallière (1866-1929), die nach großen Erfolgen ins Kloster ging. Sowas liest man rasch und fühlt sich danach erhoben. Aber ein Detail wollte mir nicht aus dem Sinn gehen, und ihm gehen wir gleich nach. Ich will mehr »

Die neue Welt

web108 am 4. April 2021 um 00:17

Odin bedachte seinen drohenden Untergang und wartete. Er wollte das Ende des Lieds hören — wie Balder wiederkäme und die Welt neu würde. Süß und frisch wie die Lerche klang das Lied, als die Wala nach ihrer Pause wieder begann, und Odin auf seinem Thron hörte, wie die Stimme der Seherin aus der Luft zu ihm kam, ihn erreichte. Ich will mehr »

Weiß

web108 am 3. April 2021 um 00:11

Nur ein paar Umbauten waren nötig gewesen, und alles stimmte: am Karfreitag der Untergang der Welt, und morgen, am Ostersonntag, ihre Erneuerung: vertraut manipogo. Wir wollen das Christentum nicht ganz aus den Augen verlieren. Wer gestorben ist, taucht bald in unendliches Weiß ein, bevor ein Lichtstrahl ihn ruft, Vorbote des Lichts, das lebt und alles weiß. Weiß: ein paar Bilder aus den Bergen. Ich will mehr »