Wie war es?

web108 am 12. Januar 2020 um 00:39

Reisen in die Unterwelt gehören zu vielen Sagen vieler Kulturen, und es gibt sie in Märchen und in der Literatur. Die Göttliche Komödie von Dante Alighieri, die eine einzige Jenseitsfahrt ist, habe ich immer nur am Rande behandelt. Jetzt will ich den 11. Gesang der Odyssee von Homer schildern und auch wieder einmal an Spoon River von Edgar Lee Masters erinnern. Darin erinnern sich die Hinübergegangenen an ihren Tod und das Leben davor. Ich will mehr »

Der Korrespondent (3): Angstmache

web108 am 11. Januar 2020 um 00:39

Ein befreundeter Heilpraktiker aus Norddeutschland schreibt mir, die meisten seiner Patienten hätten einfach Angst: vor vielen Dingen. Eine weitere große Patientengruppe klage über Verdauungsprobleme, Ursache vermutlich Antibiotika oder zuviel Stress. Dazu das Ergebnis einer umfangreichen Befragung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland: 25 Prozent leiden unter Depressionen. Bedenklich. Ich will mehr »

Der Korrespondent (2): Wein und Wahrheit

web108 am 10. Januar 2020 um 00:16

Vielleicht sollte ich dieses Jahr mehr über dieses Land sprechen. Der Korrespondent hört ja so allerlei und kann es ruhig publizieren. Kürzlich, noch vor Weihnachten, schenkte mir mein Winzer eine Literflasche Gutedel und schüttete mir dabei sein Herz aus (und zum Glück nicht den Wein). Ich will mehr »

Der Korrespondent

web108 am 9. Januar 2020 um 00:15

Als Korrespondent aus einem fernen Land zu berichten, ist für viele ein Traum. Doch wird heute das Korrespondentennetz immer weiter ausgedünnt. Die Zeitungen verlieren an Auflage und haben nicht mehr viel Geld, und seit Internet weiß man ohnehin alles, und die Leute schmoren sowieso in ihrem eigenen Saft. Sie bekommen What’s-App-Miniberichte von Freunden und wollen nicht unbedingt wissen, was in Bangkok oder Lagos abgeht. Was hier abgeht, kriegt man durch Gespräche so nebenbei mit. Schauen wir mal! Ich will mehr »

Wer sind die Opfer?

web108 am 8. Januar 2020 um 00:43

Ein Artikel in einer gesonderten Ausgabe der Zeitung La Repubblica hatte groß das Bild des »Todesfahrers« von Bruneck unter der Überschrift und handelte wohl ab, was vor dem Massaker passiert war — im Leben des Killers, wie viele Medien bereitwillig das Leben eines Attentäters oder Massenmörders examinieren. Man will wissen, wie das geschehen konnte. Aber es ist gefährlich.  Ich will mehr »

Schlachthaus

web108 am 7. Januar 2020 um 00:46

Als ich vor zehn Tagen anlässlich des Todes von Gaia und Camilla Marco Pierfranceschi zitierte, kam mir der Ausdruck Schlachthaus (mattatoio) etwas degoutant vor.  Jetzt, nach dem fürchterlichen Unfall in Südtirol, nicht mehr. (In der Online-FAZ  nichts darüber. Die lieben ja die Autoindustrie.) Vorvergangene Nacht sind auch zwei Frauen, 34 und 43 Jahre alt, nach dem Besuch einer Disco in Senigallia von einem Betrunkenen totgefahren worden. Sie gingen am Straßenrand zu ihrem Auto und wurden von dem Wagen ins Feld geschleudert. Ich will mehr »

Im Anfang: das Wort

web108 am 6. Januar 2020 um 00:43

Gestern war der zweite Sonntag nach Weihnachten. In den Kirchen wurde der berühmte Prolog des Johannes-Evangeliums verlesen: »Im Anfang war der Logos — das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.« Man könnte ein Buch über diesen Satz schreiben, aber manipogo macht es kürzer und versucht, ähnlich prägnant wie der Evangelist zu sein, der gern mit einem Adler verglichen wurde, der mit einem Augen in den Himmel, mit dem anderen auf die Erde blickt. Ich will mehr »

Freitagabend, Fernseh-Talk, seltsame Phänomene

web108 am 5. Januar 2020 um 01:24

Meine Schwester rief mich an: »Sie reden im Nachtcafé über Esoterik, und Lucadou ist dabei. Schalt doch ein!« Ich hatte monatelang nicht ferngesehen und musste erst diverse Kabel verbinden. Doch es gelang. Ich hatte also Südwestrundfunk und das Nachtcafé, sah ein paar Teilnehmer und hielt es auch eine Viertelstunde aus. Es ging um Esoterik und seltsame Phänomene. Ich will mehr »

Clemens Eich

web108 am 4. Januar 2020 um 00:58

Nach Eichendorff nun Eich, Clemens. Sein Vater Günter war ein ausgez-eich-neter Lyriker. Seine Mutter hieß Ilse Aichinger, heiratete 1953 Eich und arbeitete auch unter Inge Aicher-Scholl, der Ehefrau von Otl Aicher, sicher kein Zufall. Wer schreibt, hört auf Reime und Namen. Clemens veröffentlichte Gedichte, dann (1995) den Roman Das steinerne Meer, der sehr gelobt wurde. Ich will mehr »

Flugverkehr (89): Verflogen

web108 am 2. Januar 2020 um 00:02

Joseph von Eichendorff (1788-1857), dessen Gedichte unsterblich bleiben, war fast 30 Jahre im preußischen Staatsdienst tätig und wurde Geheimer Regierungsrat, bevor er mit 56 Jahren nach einer schweren Krankheit in den Ruhestand ging. Den Vaganten, Träumer und sehnsüchtig Liebenden in sich ließ Eichendorff in seinen Gedichten frei, und weil Freiheit ihm wichtig war, treten als deren Sinnbild immer wieder Vögel auf. Die suchen das Licht und den Himmel, und manchmal verfliegen sie sich sogar. Ich will mehr »