{"id":10205,"date":"2015-12-31T01:18:43","date_gmt":"2015-12-31T00:18:43","guid":{"rendered":"http:\/\/manipogo.de\/?p=10205"},"modified":"2017-04-16T19:23:28","modified_gmt":"2017-04-16T18:23:28","slug":"der-richtige-augenblick-um-aufzuhoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manipogo.de\/?p=10205","title":{"rendered":"Der richtige Augenblick, um aufzuh\u00f6ren"},"content":{"rendered":"<p>Das Ende des Jahres \u2026 braucht uns nicht zu interessieren; das Jahr ist vorbei und kann gern in der Ablage verschwinden. Wir wollen weiterdenken, und dazu verhilft uns eine Passage aus Allan J. Hamiltons Chirurgen-Buch<em> The Scalpel and the Soul<\/em>, in dem es darum geht, wie wir etwas (wenn wir es in der Hand haben) gut und angemessen beenden.<!--more--><\/p>\n<p>Hamilton schreibt (recht passend auf Seite 99 unten in der amerikanischen Ausgabe, und der letzte Satz steht oben auf Seite 100, und er passt, finde ich!):<\/p>\n<p><em>Eine der gro\u00dfen Geheimnisse der Chirurgie, die dir keine Autorit\u00e4tsperson beibringen kann, besteht darin, zu wissen, wann man eine chirurgische Prozedur stoppt, wann man ihr ein Ende setzt. Es ist eine harte Nummer \u2013 sollst du dich weiter vorank\u00e4mpfen oder \u2026 bist du schon zu weit gegangen? Sehr oft h\u00e4ngt das Ergebnis des Eingriffs davon ab, wo man ihm Einhalt gebietet. Wann du den Patienten sich von dem Eindringen erholen l\u00e4sst. Denn chirurgische Arbeit ist genau das \u2013 ein Eindringen in den K\u00f6rper. Ein fantastisches Ergebnis zu erzielen ist aber weniger eine Sache des R\u00fcckzugs, sondern eher eine eines Waffenstillstands zwischen am Angriff des Chirurgen und den Verteidigunsgma\u00dfnahmen des K\u00f6rpers. Im richtigen Augenblick hinauszugehen macht die H\u00e4lfte eines erfolgreichen chirurgischen Eingriffs aus (<\/em>Getting out at the right moment ist half of a sucdcessful surgical outcome<em>). <\/em><\/p>\n<p>Gro\u00dfartig. Pl\u00f6tzlich \u00f6ffnet sich eine T\u00fcr. Die Stelle passt auf alle m\u00f6glichen Ereignisse unseres Lebens. Wir denken normalerweise nicht dar\u00fcber nach, aber: Was immer wir tun, schlie\u00dfen wir immer auch ab, und da hei\u00dft es zu wissen, wann man fertig ist, wann eine Arbeit abgeschlossen ist. Man kann es auch \u00fcbertreiben. Nobody is perfect. Den ganzen November und Dezember habe ich mein Buch <em>Radsport furios<\/em> \u00fcberarbeitet, es von 250 auf fast 400 Seiten erweitert, und es war wie ein Rausch. Ich h\u00e4tte immer weitermachen und es auf 500 Seiten aufblasen k\u00f6nnen \u2026 aber dann musste ich mir zurufen: Halt! Es reicht! Nun wiederholt sich einiges, nun wird es un\u00fcbersichtlich, <em>get out!<\/em><\/p>\n<p>Wir sind ja auch zwanghaft. Ob\u2019s um das Putzen der Wohnung oder des Autos geht, immer kann man sich verlieren und hier und dort ein Detail bearbeiten, aber man muss auch sagen k\u00f6nnen: Okay. Der n\u00e4chste Punkt. Das klingt banal, aber wenn man dar\u00fcber nachdenkt, ist was dran. Es ist eine Sache des Instinkts. Am einfachsten ist es, wenn es einen nervt. Dann h\u00f6rt man am besten auf (und macht vielleicht sp\u00e4ter oder morgen weiter).<\/p>\n<p>Ernster wird die Sache, wenn es um eine Beziehung oder eine Arbeitsstelle geht. Es stimmt nicht mehr, man ist ungl\u00fccklich, aber man macht weiter, weil das Aufh\u00f6ren ein Aufwand ist und viele Probleme nach sich zieht. Aber auch da muss man sp\u00fcren, wenn einem etwas nicht mehr gut tut. Es gibt keine Regeln oder nur die eine: Schau, dass du dich gut f\u00fchlst! Das soll im neuen Jahr unsere Maxime sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende des Jahres \u2026 braucht uns nicht zu interessieren; das Jahr ist vorbei und kann gern in der Ablage verschwinden. Wir wollen weiterdenken, und dazu verhilft uns eine Passage aus Allan J. 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