{"id":14065,"date":"2017-11-08T01:14:14","date_gmt":"2017-11-07T23:14:14","guid":{"rendered":"http:\/\/manipogo.de\/?p=14065"},"modified":"2017-10-30T21:18:20","modified_gmt":"2017-10-30T19:18:20","slug":"gott-und-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manipogo.de\/?p=14065","title":{"rendered":"Gott und Welt"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Georgia,serif;\">F\u00fcr uns kein Problem, Gott und die Welt. Die Welt und das, was wir in ihr erreichen wollen, gibt uns genug zu tun. Doch uns begegnen Probleme, die eine Entscheidung verlangen, wobei sich unser Gewissen meldet, unsere innere Stimme. Manche Dinge muss man tun, damit die Welt besser wird; sie sind in der Ordnung, dr\u00e4ngen sich auf.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia,serif;\">In der Welt des Mittelalters vor tausend Jahren schien es fast unm\u00f6glich, Gott <em>und<\/em> der Welt zu gefallen. Kl\u00f6ster wurden gegr\u00fcndet, Menschen zogen sich zur\u00fcck, man hungerte und wurde \u00fcberfallen. Gott <em>oder<\/em> die Welt, hie\u00df es damals. Dann aber bot das christliche Rittertum eine M\u00f6glichkeit des <span style=\"font-family: Georgia,serif;\">\u00bb<\/span>harmonischen Ausgleichs, der Vers\u00f6hnung von Gott und Welt, von ritterlicher Standesehre und Weltlust mit der ewigen Bestimmung des christlichen Menschen<span style=\"font-family: Georgia,serif;\">\u00ab<\/span>, schrieb Otto Georg von Simson.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia,serif;\">Der <i>Parzival<\/i> von Wolfram von Eschenbach, vor 800 Jahren geschrieben, strebt nach diesem Ideal. Der Dichter, der als Erzieher auftrat, lehrte:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia,serif;\"><i>swes leben sich s<span style=\"font-family: Georgia,serif;\">\u00f4<\/span> verendet,<br \/>\ndaz got niht wird gepfendet<br \/>\nder s<span style=\"font-family: Georgia,serif;\">\u00ea<\/span>le durch &#8218;es l<span style=\"font-family: Georgia,serif;\">\u00ee<\/span>bes schulde,<br \/>\nund er dch der werlde hulde<br \/>\nbehlten kan mit werdekeit,<br \/>\ndaz ist ein n\u00fctziu arbeit.<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia,serif;\">Die Erfahrung Gottes ist die der g\u00f6ttlichen Gnade. Der Glanz der h\u00f6fischen Kultur sinkt vor der Ewigkeit zu nichts hinab. Es gibt die Schuld und das Mysterium der Erl\u00f6sung. Der Held Parzival erf\u00e4hrt sie. Er war schuldig geworden: Nachdem er sich zum Ritter verpflichtete, starb seine Mutter; er t\u00f6tete einen Verwandten (ohne zu wissen, dass dieser ein Verwandter war); er sieht in der Gralsburg den leidenden K\u00f6nig Amfortas und verpasst es, die Frage zu stellen, woran er leide. Er schweigt und macht sich mangelnden Mitgef\u00fchls schuldig. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia,serif;\">Deshalb wird er aus der Gralsburg ausgesto\u00dfen. Er war schon nah dran am Gral, dem heiligen Objekt, das ewiges Gl\u00fcck spendet, und muss Jahre in der dunklen Gottferne verbringen. Doch f\u00fcnf Jahre danach, an Karfreitag, erreicht er nach langen M\u00fchen wieder die Burg, sieht den K\u00f6nig, stellt die Frage \u2013 und wird selber zum Gralsk\u00f6nig. Das war seine Erl\u00f6sung, am Karfreitag. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia,serif;\">Ihm hatte es an der Reinheit gefehlt, die der Gral verlangt. Parzival unterlie\u00df die Frage, weil man ihm eingesch\u00e4rft habe, immer bescheiden zu sein und sich nicht vorzudr\u00e4ngen. Es war eine falsche Einsch\u00e4tzung der Lage, ein Versehen, das er sp\u00e4ter bitterlich bereute. Wir alle haben einen Pfahl im Fleisch, haben irgendwann einmal etwas nicht getan, was wir tun h\u00e4ten sollen, aus Angst oder Bequemlichkeit. Bei Parzival lernen wir, dass alles noch einmal gut werden kann. Wir k\u00f6nnen es gutmachen. Und manchmal kehrt die Situation auch fast unver\u00e4ndert wieder, damit wir alles reparieren k\u00f6nnen. Das ist dann die g\u00f6ttliche Gnade, die Erl\u00f6sung. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr uns kein Problem, Gott und die Welt. Die Welt und das, was wir in ihr erreichen wollen, gibt uns genug zu tun. Doch uns begegnen Probleme, die eine Entscheidung verlangen, wobei sich unser Gewissen meldet, unsere innere Stimme. 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