{"id":2488,"date":"2013-02-25T01:33:27","date_gmt":"2013-02-25T00:33:27","guid":{"rendered":"http:\/\/manipogo.de\/?p=2488"},"modified":"2016-03-22T17:46:48","modified_gmt":"2016-03-22T16:46:48","slug":"falsche-bewegung-iv-wuerfeln-fuer-die-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manipogo.de\/?p=2488","title":{"rendered":"Falsche Bewegung? (IV) W\u00fcrfeln f\u00fcr die Forschung"},"content":{"rendered":"<p>Es ist schon oft vorgekommen, dass jemand von einem Unfall tr\u00e4umt, den Betreffenden warnt, und wenn doch etwas passiert, wird der Warner oder die Warnerin sogar zum S\u00fcndenbock gestempelt: Er habe dem Opfer den Unfall auf den Hals gew\u00fcnscht. So sind die Leute. Aber eindeutig geh\u00f6ren zu Psychokinese, der Beeinflussung von Materie, Willenskraft und Begabung, aber auch magische Prozeduren im richtigen <em>Setting<\/em> k\u00f6nnen sie bwirken, glaube ich.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Wenden wir uns der handfesten Psychokinese-Forschung zu. Die Ph\u00e4nomene bei S\u00e9ancen waren um 1930 noch in aller Munde, doch ein neuer Forschergeist begann sich durchzusetzen: kontrollierte Experimente. Eug\u00e8ne Osty, der Leiter des <em>Institut Metapsychique International<\/em> in Paris, testete 15 Monate lang (bis 1931) das \u00f6sterreichische Medium Rudi Schneider, das schon Thomas Mann hatte erleben k\u00f6nnen. Schneider konnte Zielobjekte auf einem Tisch \u00bbgeistig\u00ab verschieben, und wie sich zeigte, saugte dabei eine unsichtbare, vom Medium ausgehende Substanz 30-75 Prozent der infraroten Strahlen auf, die auf das Objekt projiziert waren. Im Beisein des englischen Mediums Matthew Manning kam bei M\u00fcnzw\u00fcrfen an der kalifornischen Universit\u00e4t Davis in den 1970-er Jahren neun Mal hintereinander \u00bbKopf\u00ab, und die unglaublichen Serien endeten nicht.<\/p>\n<p>In der parapsychologischen Forschung ging man vielen Hinweisen nach. Wie unterscheiden sich Medien von normalen Menschen? Was k\u00f6nnte der Ausl\u00f6ser von Ph\u00e4nomenen sein? Gibt es mehr Spukf\u00e4lle auf Linien mit m\u00f6glicher Erdbeben-Aktivit\u00e4t? Spielen elektromagnetische Wellen eine Rolle? Das Untersuchungsspektrum war enorm, und dies war meist Einzelk\u00e4mpfern zu danken, die sich in ein Problem verbissen. Aber auch so bekommt ein Fach Konturen.<\/p>\n<p>In den USA hatten in den 1930-er Jahren Joseph Banks Rhine und sein Mitarbeiter Gaither Pratt ihrer Meinung nach gen\u00fcgend Beweise f\u00fcr au\u00dfersinnliche Wahrnehmung vorgelegt. Sie \u00fcberlegten nun, wie man den Einfluss von Bewusstsein auf Materie nachweisen k\u00f6nne. Eines Tages kam jemand vorbei und behauptete, W\u00fcrfel beeinflussen zu k\u00f6nnen. Das war die L\u00f6sung: Die Teilnehmer mussten sich W\u00fcrfelzahlen w\u00fcnschen! Die Parapsychologen an der Duke-Universit\u00e4t bauten also ein Apparatur, bei der W\u00fcrfel eine schiefe Ebene hinunterrollten, und die Versuchspersonen hatten W\u00fcnsche frei.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der W\u00fcrfel-Experimente waren weniger spektakul\u00e4r als mit den Karten, und doch ergab sich einmal bei 18 Experimenten mit 27.000 \u00bbRuns\u00ab (W\u00fcrfen) eine Ergebnis, das nur in einer Million zu eins zu erwarten gewesen w\u00e4re. F\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter nahmen Radin und Ferrari 148 Versuche mit 2,6 Millionen Trials unter die Lupe, die von 1935 bis 1987 stattgefunden hatten. Ihre Akkumulation der Ergebnisse durch Meta-Analyse best\u00e4tigte einen starken Effekt.<\/p>\n<p>Um einen Einfluss auf W\u00fcrfel nachzuweisen, muss man zun\u00e4chst zeigen, wie\u00a0 Ergebnisse aussehen, wenn kein Menschen anwesend ist. Diese \u201eKontrolldaten\u201c vergleicht man dann mit den Perioden, bei denen jemand versucht hat, Einfluss zu nehmen. Gibt es tats\u00e4chlich Abweichungen, so erlaubt ein statistisches Verfahren, zu bestimmen, ob die Ergebnisse signifikant (bedeutsam) \u00fcber dem Zufall lagen. Man kann nun, wenn man will, neue Variablen einbauen. Forscher gehen von <em>Modellen<\/em> aus: Sie \u00fcberlegen sich vorher, woran es liegen k\u00f6nnte und vergleichen dann etwa M\u00e4nner und Frauen, Psi-\u00bbGl\u00e4ubige\u00ab und Skeptiker, K\u00fcnstler und B\u00fcroangestellte. Manche Ergebnisse sind signifikativ, andere nicht; und so sch\u00e4len sich neue Hypothesen zu Psi heraus.<\/p>\n<p>Allerdings ist W\u00fcrfel nicht gleich W\u00fcrfel, und der Einwand, dass sie keinen \u00bbechten Zufall\u00ab b\u00f6ten, war schlecht zu kontern. Im Zwielicht sind damit alle sch\u00f6nen Experimente mit M\u00fcnzw\u00fcrfen, der Beeinflussung von fallenden Wassertropfen und sich drehenden Roulettescheiben. Der ungarische Mathematiker John van Neumann hat einmal gesagt, wer Zufallszahlen k\u00fcnstlich produzieren wolle, der bef\u00e4nde sich selbstredend vom mathematischen Blickwinkel aus \u00bbim Zustand der S\u00fcnde\u00ab.<\/p>\n<p><em>Der Zufalls-\/Zerfalls-Generator<\/em><\/p>\n<p>Da hatte der amerikanische Boeing-Ingenieur Helmut Schmidt in Seattle eine Idee. Er setzte einen <em>Random Number Generator<\/em> (<em>RNG<\/em>), der auch <em>Random Event Generator<\/em> hei\u00dft (<em>REG<\/em>) und unaufh\u00f6rlich Zufallszahlen produzierte. Schmidt sagte selber, seine Arbeit habe sich aus den Rhineschen W\u00fcrfelexperimenten entwickelt. Seine Maschine beruhte auf dem radioaktiven Zerfall (oft von Strontium 90), der v\u00f6llig zuf\u00e4llig ist. Es gibt nur eine Wahrscheinlichkeit des Zerfalls, aber welches Teilchen als n\u00e4chstes zerf\u00e4llt, wei\u00df man nicht. Der Zufallsgenerator erzeugt je Sekunde ein Ereignis, und das dr\u00fcckt sich im Aufleuchten einer Lampe aus \u2013 rot oder gr\u00fcn. In den Versuchen 1970 und 1971 soll sich die Versuchsperson auf eine Lampe konzentrieren und sie dazu bewegen, h\u00e4ufiger aufzuleuchten als die andere. Wichtig hierbei ist das <em>Feedback. <\/em>Die sofortige und wiederholte R\u00fcckmeldung zeigt der Versuchsperson, ob sie auf dem \u00bbrichtigen\u00ab Weg ist.<\/p>\n<p>In einem Versuch erreichte Schmidt ein Ergebnis von 50,8 Prozent, in einem anderen 52,4 Prozent \u2013 hier hatte er es mit besonders motivierten Versuchspersonen zu tun. Schmidt schreibt, dass seiner Meinung nach PK (Psychokinese) tats\u00e4chlich existiert. F\u00fcr die REG-Versuche errechneten Radin und Roger Nelsen 1989 auf der Basis von 597 Studien von 1959 bis 1987 ein \u00bbastronomisch hohes Signifikanzniveau\u00ab. Signifikant hei\u00dft: beweiskr\u00e4ftig. Er dr\u00fcckt sich in einem z-Wert von \u00fcber 0,05 aus. Diese kollektive statistische Aufbereitung vieler guter Studien durch die <em>Meta-Analyse<\/em> schien \u00e4u\u00dferst vielversprechend. Die Fachwelt horchte auf.<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 hat Werner Ehm vom Freiburger <em>Institut f\u00fcr Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene<\/em> die Arbeit vom mathematischen Standpunkt aus neu analysiert und musste die Euphorie d\u00e4mpfen: Die Werte sind nicht mehr signifikant, sehen also weniger gut aus, wenn man ber\u00fccksichtigt, dass wenig erfolgreiche Experimente in der Schublade verschwinden oder \u00bbbessere\u00ab Datenreihen ber\u00fccksichtigt werden (das \u00bbSelection\u00ab-Problem). Und man hat\u00a0 ja f\u00fcr jede der 597 Studien nur einen Wert, und wer k\u00f6nnte da zur\u00fcckrechnen, woran es genau gelegen hat? Darum mahnt Ehm, das Modell, das der Studie zu Grunde liege, sei genau zu pr\u00fcfen. Denn das Modell bestimmt dar\u00fcber, was man misst.<\/p>\n<p><em>R\u00fcckwirkende Psychokinese<\/em><\/p>\n<p>Bei Helmut Schmidts Versuchen ergab sich ein Ph\u00e4nomen, das alles auf den Kopf stellte. Sein bin\u00e4rer Zufallsgenerator produzierte auf das Band schwache und starke Knack-Ger\u00e4usche, vergleichbar mit Kopf und Zahl einer M\u00fcnze. Diese B\u00e4nder, die nie jemand angeh\u00f6rt hatte, sollten eigentlich ann\u00e4hernd gleich viele laute und leise Ger\u00e4usche verzeichnen. Die Versuchspersonen h\u00f6rten sich die B\u00e4nder an und \u201ew\u00fcnschten\u201c sich mehr leise Knacklaute \u2013 und siehe da, sp\u00e4ter waren deutlich mehr leise Laute zu h\u00f6ren. Hatten die Leute die B\u00e4nder <em>hinterher <\/em>ver\u00e4ndern k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Schmidt hatte den Versuchspersonen eine Kopie gegeben. Als er die Kopien mit den Originalb\u00e4ndern verglich, waren beide identisch. War die Ver\u00e4nderung von Anfang an dagewesen? Nein, die B\u00e4nder waren \u00bbver\u00e4ndert\u00ab, und da weist Helmut Schmidt auf die Quantentheorie hin: Erst wenn jemand die T\u00f6ne h\u00f6rt, f\u00e4llt sozusagen die Entscheidung \u2013 wenn man so will, auf beiden B\u00e4ndern. Wir haben es also mit r\u00fcckwirkender Psychokinese zu tun.<\/p>\n<p>William Braud kannte dieses Ph\u00e4nomen von seiner Bio-PK (Effekte r\u00fcckwirkend auf Hautleitf\u00e4higkeit und Zellen) und erl\u00e4uterte, man k\u00f6nne sagen, dass die \u00bbzeitverschobene direkte geistige Einwirkung\u00ab ver\u00e4ndern konnte, was geschehen <em>w\u00e4re,<\/em> aber das sie nicht zu ver\u00e4ndern vermag, was <em>geschah<\/em>. K\u00fcnftige Intentionen k\u00f6nnen \u00fcber die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen mitbestimmen. Nobelpreistr\u00e4ger Richard Feynman sagte es so: \u00bbAlles, was sich ereignen k\u00f6nnte, beeinflusst das, was sich tats\u00e4chlich ereignet.\u00ab Die Quantentheorie war sogar Albert Einstein nicht geheuer, und er hielt das alles f\u00fcr verr\u00fcckt, und darum d\u00fcrfen wir das zehn Mal tun. Ich werde mich im Fr\u00fchjahr an einer kleinen Zusammenfasaung versuchen. vers<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist schon oft vorgekommen, dass jemand von einem Unfall tr\u00e4umt, den Betreffenden warnt, und wenn doch etwas passiert, wird der Warner oder die Warnerin sogar zum S\u00fcndenbock gestempelt: Er habe dem Opfer den Unfall auf den Hals gew\u00fcnscht. So sind die Leute. 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