{"id":3473,"date":"2013-07-07T00:47:24","date_gmt":"2013-07-06T22:47:24","guid":{"rendered":"http:\/\/manipogo.de\/?p=3473"},"modified":"2016-03-22T17:17:33","modified_gmt":"2016-03-22T16:17:33","slug":"hinter-den-schleiern-jenseitsforschung-v","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manipogo.de\/?p=3473","title":{"rendered":"Hinter den Schleiern: Jenseitsforschung (V)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: small;\">Nun kommt der grandiose Schlusspunkt: Mentalmedien und die Home Circles. Am Ende, im letzten Satz, steht meine Widmung und mein Dank: an die unerm\u00fcdliche Forscherinnen und Forscher, die alles \u00fcber das Leben nach dem Tod herausfinden wollten, wunderbare B\u00fccher geschrieben haben, die aber meist vergessen sind, und dann muss man h\u00f6ren, wie Leute sagen: \u00bbAch, man wei\u00df ja nichts.\u00ab<!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Wenn uns ein Mentalmedium bei einer S\u00e9ance Informationen von Verstorbenen gibt, w\u00fcrden wir gerne wissen, ob sie (die Informationen) tats\u00e4chlich aus dem Jenseits stammen. Schon vor 100 Jahren gingen neugierige Parapsychologen diese Probleme mit Einfallsreichtum an. Damals gab es sehr begabte Medien.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Leonora Piper (1857-1950) war eine von diesen. Ihre Gaben bekehrten auch den skeptischen Richard Hodgson. Der 1855 geborene Engl\u00e4nder war von 1887 bis 1905\u00a0 Generalsekret\u00e4r der <em>American Society for Psychical Research<\/em> (ASPR). Begeistert von den Durchgaben aus dem Jenseits, soll Hodgson 1904 ausgerufen haben: \u00bbO Gott! Ich kann es kaum erwarten zu sterben!\u00ab Im Jahr darauf, am 20. Dezember 1905, ging es auch schon auf die gro\u00dfe Reise. Schon eine Woche danach und in einer Reihe von S\u00e9ancen, die der Psychologieprofessor William James beaufsichtigte, meldete sich Hodgson mit zahlreichen pr\u00e4zisen Beweisen seiner Identit\u00e4t.\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Unter anderem sagte sein \u00bbControl\u00ab \u2013 der jenseitige Moderator, der seine Worte weitergab \u2013 dem Trance-Medium, er h\u00e4tte in Chicago einer Frau einen Antrag gemacht, der jedoch abgelehnt worden sei. \u00bbNiemand Lebender konnte das wissen &#8230; Ich mochte sie sehr. Ich machte ihr einen Antrag, aber sie wies mich zur\u00fcck\u00ab, \u00e4u\u00dferte er. Ihr Name wurde als Miss Ella Huldah Densmore angegeben. William James erinnerte sich an sie, suchte sie auf, und sie best\u00e4tigte ihm das Vorgefallene. Wenn man Freunde Hodgsons sprach, nannten diese zwar Namen von Kandidatinnen, Miss Densmores Name war aber nicht darunter. Anscheinend hatte sie nur einer Freundin davon erz\u00e4hlt, und auch die Information kam von dr\u00fcben. Ein \u00fcberzeugender Beleg.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Reverend Charles Drayton Thomas (1867\u20111953) \u00fcberpr\u00fcfte elf Jahre lang akribisch mit Hilfe des Trancemediums Gladys Osborne Leonard (1882-1968) angebliche Durchgaben von seinem Vater und seiner Schwester Etta (1920 gestorben). Drayton Thomas\u2019 Buch <em>Life Beyond Death with Evidence<\/em>, 1928 erschienen, muss den gr\u00f6\u00dften Skeptiker zufriedenstellen. \u00bbUnser Leben ist ein wunderbares\u00ab, teilt Vater John D. Thomas mit. \u00bbIch w\u00fcrde nicht gern zur\u00fcckgehen. Sieh den Tod als eine \u00d6ffnung an, nicht als eine geschlossene T\u00fcr.\u00ab<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Ein weiterer \u00bbungl\u00e4ubiger Thomas\u00ab, der Schulinspektor John F. Thomas aus Detroit,\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">ging nach dem Tod seiner Frau Ethel im April 1926 zu dem Medium Mrs. Minnie Minerva Soule in Boston (sie lie\u00df sich auch Mrs. Chenoweth nennen). Er erhr allerlei Interessantes \u00fcber seine Mutter (1921 verstorben) und seinen Vater (1914). Nun beschloss er, die Sache wissenschaftlich anzugehen. Er stellte sich Regeln: alle Sitzungen in gro\u00dfer Entfernung von seinem Heim abzuhalten; Medien auszuw\u00e4hlen, die seine Frau nicht gekannt hatten; einige Sitzungen zu veranstalten, ohne seinen Namen preiszugeben; nie dem Medium Informationen zu geben oder nur gelegentlich; manche Sitzungen von einem Bekannten durchf\u00fchren zu lassen (\u00bbproxy sittings\u00ab), der sein Privatleben nicht kannte; alle Sitzungen genau zu protokollieren.\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">John F. Thomas hatte 1929 schon 1500 Seiten aufgeschrieben, die er zu seinem <em>Case Studies Bearing upon Survival<\/em> (1929, Society for Psychical Research, Boston) zusammenfasste. Er gab jeder Information einen Punkt und hatte 1929\u00a0 genau 1908 Punkte gesammelt, von denen 1720 untersucht werden konnten. 1587 Informationen wurden best\u00e4tigt, was einem Prozentsatz von 83,2 entsprach.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Wenn Mentalmedien in Trance sind, spricht eine andere Wesenheit aus ihnen, wobei es sich auch um eine Teilpers\u00f6nlichkeit des Mediums handeln k\u00f6nnte. Die genaue \u00dcberpr\u00fcfung der Informationen kann das ausschlie\u00dfen, und Bekannte des Verstorbenen k\u00f6nnen einsch\u00e4tzen, inwieweit er \u00bbauthentisch\u00ab wirkt, jedoch kann es bei der \u00dcbermittlung zu Verzerrungen kommen. Der Engl\u00e4nder Hornell Hart, der an ein Weiterleben glaubte, gab zu bedenken, unbewusst k\u00f6nnten Medium und Teilnehmer an einer Sitzung die kommunizierende Wesenheit dramatisch mitgestalten. Und \u00fcberhaupt w\u00fcssten wir nicht, ob nicht fremde Geister sich den Kontakt zunutze machten.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: small;\">Die Home Circles <\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Nun n\u00e4hern wir uns dem H\u00f6hepunkt und Schlusspunkt. Materialisationen bei S\u00e9ancen sind das Unglaublichste \u00fcberhaupt und beanspruchen die\u00a0 Glaubensbereitschaft des einzelnen am st\u00e4rksten. Zwischen ihnen und den mentalen Durchgaben liegen die <em>Direktstimmen<\/em>.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">In England gab es kleine <em>Home Circles<\/em>, bei denen sich ein paar Menschen im privaten Kreis trafen, um mit Verwandten im Jenseits zu plaudern. Man sieht sich ja so selten.\u00a0 Zwei Welten trafen sich: alle acht Wochen bei Mrs. Lang und Mrs. Bowes in Glasgow. Arthur Findlay (1883\u20131964) hat in seinem Buch <em>Where Two Worlds Meet <\/em>auf 600 Seiten 19 Sitzungen der Gruppe um das Medium John Campbell Sloan von 1942 bis 1945 wiedergegeben. Kurz zuvor war Sloan 82-j\u00e4hrig gestorben. Bei jeder Sitzung meldeten sich etwa 40 Stimmen, und zehn Teilnehmer plus das Medium waren Zeugen. Alles wurde genau protokolliert.\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Der Schotte Sloan wollte mithelfen, dass Menschen hier mit ihren verstorbenen Angeh\u00f6rigen dr\u00fcben sprechen konnten. Das Buch mit den Protokollen liest sich r\u00fchrend und wirkt wie ein Kaffeekr\u00e4nzchen im Dunkeln, bei dem ein Teil der Gespr\u00e4chspartner nur mit seinen Stimmen anwesend ist. Allm\u00e4hlich begreift man auch die Verwandtschaftbeziehungen, und es melden sich V\u00e4ter und Gro\u00dfv\u00e4ter, M\u00fctter und S\u00f6hne, Ehem\u00e4nner und alte Freunde. Und alle von \u00bbdr\u00fcben\u00ab sind liebevoll und h\u00f6flich wie eben bei einem Treffen unter Freunden.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Miss Jean Dearie stenografierte bei den Sitzungen in der Dunkelheit mit. Oft gab es\u00a0 Gel\u00e4chter, hier und dr\u00fcben. Wobei \u00bbdr\u00fcben\u00ab eigentlich falsch ist, denn die teuren Verstorbenen waren ja unsichtbar hier im Raum und sprachen und f\u00fchlten sich wohl. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">John Sloan war ein Direktstimmenmedium, und wenn er dabeisa\u00df, meldeten sich die k\u00f6rperlosen Wesen zu Wort. Er bekam alles mit. Selten taucht einmal ein Licht auf, oder eine materialisierte Hand ber\u00fchrt einen Teilnehmer.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Ein Jahr nach dem letzten uns \u00fcberlieferten Treffen um John Sloan, am 6. April 1946 um halb neun, sa\u00df zum ersten Mal der <em>Saturday Night Club<\/em> um das Medium Minnie Harrison zusammen. Schauplatz war das Heim der Familie Harrison in Middlesbrough 250 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von Glasgow, an der englischen Ostk\u00fcste gelegen. Der Club traf sich immer Samstag abend, und sie waren meist zu acht, von denen vier zur Familie Harrison geh\u00f6rten.<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">2008 erschien eine Neuauflage des Buches <em>Life after Death: Living Proof<\/em> von Tom Harrison mit der Widmung \u00bbDanke Mam, f\u00fcr die liebende F\u00fcrsorge, die du uns und vielen anderen angedeihen hast lassen\u00ab. 1946 begannen die w\u00f6chentlichen Treffen \u2013 im Dezember 1946 wurde schon Nummer 32 registriert \u2011, die erst elf Jahre sp\u00e4ter ein Ende fanden, da Minnie Harrison schwer erkrankte und 1958 starb. Minnie war ein gro\u00dfes Medium und konnte mit ihrem Ektoplasma verstorbenen Verwandten zeitweilig, f\u00fcr einen Auftritt, zu einem K\u00f6rper verhelfen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Tom Harrison wei\u00df, dass die Geschichte der Materialisationen von Aunt Aggie und Uncle Harold unfassbar ist und bereitet seine Leser so darauf vor: \u00bbDies ist eine Geschichte, die fast zu unglaublich ist, um erz\u00e4hlt werden zu k\u00f6nnen. Alle Ihre Sinne werden sich weigern, sie zu glauben. Sie werden gebeten, zu akzeptieren, dass Menschen von den Toten zur\u00fcckkehren \u2013 nicht als fl\u00fcchtige vorbeigehende Visionen in der Vorstellung von irgendjemandem, nicht einmal als neblige transparente Gespenster oder Geister. Sie kehrten zur\u00fcck in v\u00f6llig funktionierenden, warmen, mit Herzschlag versorgten physischen K\u00f6rpern. Sie kehrten zur\u00fcck und sprachen mit denselben Stimmen, die wir erkannten.\u00ab (Ich habe das Buch dann ganz \u00fcbersetzt, und bei Amazon liegt es vor, <em>Leben nach dem Tod: der schl\u00fcssige Beweis<\/em>.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">All dies sind Ph\u00e4nomene des Menschen, Ph\u00e4nomene des Bewusstseins. Sollte in den kommenden Jahren das Bewusstsein tats\u00e4chlich n\u00e4her erforscht werden, sollte man die Erfahrungen und Erlebnisse aus fast 130 Jahren Parapsychologie nicht ignorieren; schlie\u00dflich hat auch die Neurologie am meisten aus Anomalien gelernt: von Menschen, deren Gehirn anders arbeitete oder beeintr\u00e4chtigt war. Viele Frauen und M\u00e4nner haben ihr Leben der Erforschung von Psi-Ph\u00e4nomenen gewidmet. So ist unter Opfern ein beachtlicher Korpus an Wissen entstanden, der nun dasteht, unverr\u00fcckbar. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kommt der grandiose Schlusspunkt: Mentalmedien und die Home Circles. 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