{"id":4842,"date":"2013-11-29T01:27:31","date_gmt":"2013-11-29T00:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/manipogo.de\/?p=4842"},"modified":"2016-03-21T21:21:50","modified_gmt":"2016-03-21T20:21:50","slug":"das-literarische-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manipogo.de\/?p=4842","title":{"rendered":"Das literarische Jetzt"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: small;\">Die Kritische Ausgabe in Bonn, ein Kollektiv junger Autoren an der Universit\u00e4t, hat ihr 25. Heft herausgebracht: <em># 25 Jetzt<\/em>. Mit dem Jetzt ist das literarische Jetzt gemeint, aus dem wir Ausschnitte geboten bekommen. Das schlie\u00dft gut an meine Besch\u00e4ftigung mit der Zeit an, in der ein Kapitel auch dem Jetzt gewidmet ist. <!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><a href=\"https:\/\/manipogo.de\/wp-content\/uploads\/jetzt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4843\" title=\"jetzt\" src=\"https:\/\/manipogo.de\/wp-content\/uploads\/jetzt-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/manipogo.de\/wp-content\/uploads\/jetzt-224x300.jpg 224w, https:\/\/manipogo.de\/wp-content\/uploads\/jetzt.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a>Der Verantwortliche hei\u00dft crauss, der Autoren und Themen sind viele. F\u00fcr 6 Euro gibt es richtig gut was zu lesen, und es macht auch Spa\u00df. Gro\u00dfe Schwarz-Wei\u00df-Bilder als Illustrationen, ein Gespr\u00e4ch zwischen Florian Neuner und crauss, Rezensionen und Romanausz\u00fcge \u2013 man f\u00fchlt sich bereichert und lernt etwas, auch wenn man nicht ein gro\u00dfer Freund der Nabelschau ist. Aber wer etwas mit Leidenschaft betreibt, geht der Sache leidenschaftlich auf den Grund. \u00dcber Literatur kann man nicht genug nachdenken, und hier tun das Autorinnen und Autoren, die zwischen 25 und 40 Jahre alt (jung) sind.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Ich war ja unl\u00e4ngst in Berlin, und da will ich gleich einen Satz aus dem Heft zitieren: \u00bbPolitische Gedichte schreiben und ver\u00f6ffentlichen in unserer Stadt Berlin \u2013 ohne dass sie die Bezirke damit gleich erobern werden \u2013 nur wenige coole Arbeiterinnen und Arbeiter; zu ihnen geh\u00f6ren Elke Erb, Mara Genschel, Christian Filips, Catherine Hales, Simone Kornappel, Tom Bresemann, Ursula Krechel, Katharina Schultens, Ulf Stolterfohr, Georg Le\u00df, Richard Duraj und Norbert Lange.\u00ab Das sind schon einmal Namen, nach denen man Ausschau halten kann, und Mara Genschel und Norbert Lange werden in der Germanistik-Zeitschrift der Kritischen Ausgabe n\u00e4her vorgestellt.<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Mara Genschel ver\u00f6ffentlicht ihre Arbeiten selber. Da schreibt Tobias Amslinger: \u00bbSie ist der Antitypus zu jenen erfolgreichen Autorinnen und Autoren, die in der Lage sind, Zeitgeistthemen aufzugreifen und geschickt in marktf\u00e4hige literarische Produkte zu verwandeln; die sich in Pose werfen vor Kameras und die Feuilletons mit Erlebnisberichten von Buchmessen und Familienfesten unterhalten.\u00ab Gut zu wissen, dass es eine kleine Gegenbewegung gibt. Ich bin ja selber unzufrieden mit der ganzen Szene und immer deprimiert, wenn ich in meiner Buchhandlung in neuen Romanen herumbl\u00e4ttere: Da funkelt und strahlt nichts, das ist einfach bieder.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Darum las ich gern, was Florian Neuner in seinem Gespr\u00e4ch mit crauss sagte: \u00bbInterpersonal-interaktionistische Fiktionen sind die veralteten Erz\u00e4hlmodelle &#8230; Damit gemeint ist das banal-realistische Modell, das vermittels einer \u203aexemplarischen\u2039 Personenkonstellation Geschichte &amp;\/ oder Gegenwart &#8230; zu fassen kriegen m\u00f6chte.\u00ab Er zitiert dann noch Jochen Schimmang: \u00bbWas sich durchgesetzt hat, geradezu fl\u00e4chendeckend und alles andere verdr\u00e4ngend, ist ebenjenes mehr oder weniger formal raffinierte Erz\u00e4hlen, das Ende der siebziger Jahre mit dem Sto\u00dfseufzer \u203aEs wird wieder erz\u00e4hlt!\u2039 begr\u00fc\u00dft worden ist und anschlussf\u00e4hig an die deutsche Literatur der ersten beiden Nachkriegsjahrzehnte war.\u00ab<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Dem m\u00fcssen wir etwas entgegenhalten. Das Heft 25 der Kritischen Ausgabe ist ein wichtiger Beitrag dazu und h\u00e4tte eigentlich ein ausgedehnteres Lob verdient. Vielleicht komme ich noch einmal darauf zur\u00fcck.\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kritische Ausgabe in Bonn, ein Kollektiv junger Autoren an der Universit\u00e4t, hat ihr 25. Heft herausgebracht: # 25 Jetzt. Mit dem Jetzt ist das literarische Jetzt gemeint, aus dem wir Ausschnitte geboten bekommen. 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