Meine Flops

Man hat ein paar Bücher geschrieben, und früher erfuhr man nur alle 6 Monate, wie sie sich verkauften, wenn der Verlag eine Überweisung schickte. Heute kann man auf der amazon-Statistik nachschauen, auch wenn das nur der Rang bei den dort bestellten Büchern ist. Liegt ein Buch in einer Buchhandlung und wird verkauft, läuft das nebenher.

Manchmal kann man ja Bilanz ziehen. Ich sehe, dass meine Bücher alle Flops sind – nicht alle aber, eins bringt etwas ein: Radsport furios, ein E-Book, für das ich jeden Monat 50 Euro bekomme, unglaublich. Magischer Sport, beim selben Verlag erschienen, verkauft sich überhaupt nicht. Seit Monaten steht auf jeder Überweisung: 0,00 Euro.

Magischer Sport mit dem schönen Titelbild von Rolf Hannes: 0,00 Euro

Zeit und Bewusstsein, vor eineinhalb Jahren herausgekommen, liegt so bei 880.000 und hat mir (für die einjährige Arbeit) bislang 600 Euro eingebracht. Sind ja auch 50 Euro pro Monat, oder? Zwei Übersetzungen aus meiner Feder – Leben nach dem Tod von Tom Harrison und Alec Harris von Louie Harris – liegen auf 584.000 respektive 526.000 (ungefähr, alles Stand Mitte März 2015), aber Medien und sich materialisierende Verstorbene interessieren natürlich nur wenige.

Mörderisches Rom, vor sieben Jahren erschienen und längst verramscht, liegt auf 621.000, Tod am Tiber, eigentlich noch ziemlich neu, ist völlig weggesackt auf Platz 1,25 Millionen. Da kann man nur noch lachen. Humor muss jemand mitbringen, der schreibt. Man könnte ja etwas für den Markt schreiben, etwas, das sich verkauft, aber ein dummes Buch zu schreiben habe ich keine Lust.

Mir tun nur die Verlage leid, die mit mir kein Glück haben. Aber die gefräßige Buch- und Verlagsmaschine braucht immer neue Bücher, darum darf auch ein glückloser Autor immer neue Bücher auf den Markt werfen, denn neu ist das Zauberwort, und darum wird wie irr produziert.

Beim Schreiben geht es darum, sich hohe Ziele zu setzen, sich zu stressen bis an die Kante und darüber hinaus, und wenn man meint, die Herausforderung bestanden zu haben, ist das eine großartige Erfahrung. Es ist eine Befreiung; man ist an und mit dem Buch gewachsen und hat etwas gelernt. Ob man wirklich »besser« wird, weiß ich nicht, da mag es sich um einen Mythos handeln. Man liest ja immer, dies sei das »bislang beste Buch« dieses Autors (schlimm wäre es, wenn es nicht so wäre), weil diese Gesellschaft eben linear und kausal denkt und zukunftstrunken ist. Vieles ist bloß Marketinggeschwätz.

Man könnte tatsächlich, diese Gesellschaft betrachtend, auch traurig werden, wenn man einen Erfolg hätte. Dann hätte man vermutlich etwas falsch gemacht. Oder es handelte sich um einen Irrtum. Aber manipogo ist ein Erfolg dank euch, und ich darf auch zwei Mal aus Tod am Tiber vorlesen, das ist eine große Ehre, doch darüber mehr übermorgen.

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