Archiv der Kategorie 'Literatur'

Unter dem Garten

Samstag, den 24. April 2021

Dies hier schließt passgenau an den letzten Satz im gestrigen Beitrag an: William Blake und die blaue Blume. Der englische Dichter und Maler lebte von 1757 bis 1827, kannte also vermutlich die sinnreiche blaue Blume aus dem Roman Heinrich von Ofterdingen von Novalis (1800). Die ersehnte blaue Blume der Romantik! Doch wir denken an ein […]

Unna

Sonntag, den 18. April 2021

Bleiben wir dran am Alkohol. Ein Buch, das mich bewegte, kam ohne ihn nicht aus, und zum gestrigen Beitrag passt es noch dazu. Das wie so oft  zufällig entdeckte Buch heißt Unna und wurde 1992 von Juri Rytchëu (1930-2008) geschrieben. Unna Owtowna Owto spielt die Hauptrolle. Warum musste der Autor sie sterben lassen? Darüber bin […]

Die Legende vom heiligen Trinker

Samstag, den 17. April 2021

Joseph Roth hatte bei manipogo noch keinen Platz. Ich kenne sein Werk vielleicht zu gut, habe mein Diplom mit der Arbeit Joseph Roth als Journalist erworben. Seine schönste Geschichte soll er in den ersten vier Monaten des Jahres 1939 in Paris geschrieben haben, Titel oben. Am 27. Mai 1939 starb er, am Alkohol.

Abschluss und Neubeginn

Freitag, den 16. April 2021

Nicht nur die Krimis bringen den Tod zur Sprache, von dem sonst niemand spricht, sondern auch manche Bücher. Zwei Romane, die ich unlängst gelesen habe, sind gute Beispiele dafür. Es waren Accabadora von Michela Murgia (2012) und Die Lügen der Frauen von Ljudmila Ulitzkaja (2005). Gute Bücher, nicht zu lang und nicht zu schwer: Das […]

Die Sphinx

Freitag, den 9. April 2021

Es gibt nach der neuesten Statistik 14,7 Millionen Katzen und 10,1 Millionen Hunde als Haustiere in Deutschland. Ich kenne im Heim ein paar Katzenfreundinnen, und denen schenke ich dann Kalender mit Katzen. Gerade bin ich auf drei nette Gedichte über Katzen gestoßen, also machen wir das mal!

Schau nicht zurück

Donnerstag, den 1. April 2021

»Es ist Zeit, sagt der Wirt, die Glocken läuten schon. Aber schauen Sie nicht zurück!« So endet das Buch Späte Gäste von Gertrud Leutenegger, einer 1948 in Schwyz geborenen Autorin. Erst im vergangenen Jahr erschienen. Sehr gut.

Angekommen

Dienstag, den 30. März 2021

Robert Walser war ein unermüdlicher, fast gewalttätiger Wanderer. Immer wieder machte er sich auf den Weg. Eine Wanderung am Weihnachtstag 1956 war seine letzte; man fand seinen leblosen Körper in einem Schneefeld. Vielleicht hat er in diesem Text vorweggenommen, was ihm geschah: empfangen zu werden, endlich zu Hause angekommen zu sein.

Wandern im Hades

Montag, den 29. März 2021

Der zweite Text von Robert Walser spielt im Nebel. Die Gestalten sind schwarz, die  Hoffnung ist fern. So mag es denjenigen gehen, die, weil sie nichts glaubten oder negativ eingestellt waren, nach dem Tod in einem Zwischenreich verweilen müssen ― je nach Kulturkreis Limbo, barzakh, Hades oder Fegefeuer ―, bevor es weitergeht. Auch da bäumt […]

Drei Utopien

Sonntag, den 28. März 2021

Im Bodenseebuch 1943 stehen drei Texte von Robert Walser (1878-1956), die zu schön sind, um dort eingeschlossen zu bleiben. Die Szenerien wirken derart irreal, dass es sich um Erfahrungen in einer anderen Welt handeln könnte. Und doch ist alles innig und intim geschildert, herzerwärmend: Das war Walsers Kunst.

Verbrennt mich!

Mittwoch, den 24. März 2021

Am 10. Mai 1933 verbrannten in 22 deutschen Städten Nazi-Sympathisanten Bücher von ihnen verhassten Autoren — solche, die der Macht nicht gefielen, und unter ihnen waren viele von hohem Rang. Eine Liste der verbotenen Autoren wurde erstellt, Bibliotheken wurden von »undeutschem Schrifttum« gesäubert. Da meldete sich jemand mit einem Brief zu Wort …