Künstliche Intelligenz

Was ich vorgestern schrieb, ist eigentlich von gestern. Das menschliche Hirn arbeitet längst mit Hochtouren an Computern, die tausend Mal schneller lernen als der Mensch und uns eines Tages unseren Rang streitig machen könnten. Man fragt sich dann unwillkürlich, was uns, was den Menschen ausmacht.

In Science-Fiction-Filmen wird ja immer die Emotionalität des Menschen der »Seelenlosigkeit« des denkenden Computers gegenübergestellt. Und der Mensch triumphiert. Aber wie weit her ist es mit unserer emotionalen Intelligenz? Ohne Liebe können wir weder aufwachsen noch leben, jedoch ist unsere Liebe oft unvollkommen und alles andere als bedingungslos. Große Romanzen, dann bald der Katzenjammer und vielleicht die nächste Affäre. Ein Auf und Ab. Viel persönliche Empfindlichkeiten, Konkurrenzneid und Eifersucht. Das soll toll sein?

Computer könnten auch Gefühle simulieren, und sie könnten auch süß aussehen (wie auf dem Umschlag eines Geo-Hefts, dessen Inhalt Giovanna begeisternd fand). Wir würden ihnen leicht zum Opfer fallen. Aber es fehlen das Leben und die Seele. Kein Mensch kann einem Computer eine Seele verleihen. Was ist sie, die Seele? Sie ist etwas Unzerstörbares, ein Geschenk der schöpferischen ewigen Intelligenz, aus einer höheren Dimension kommend. Wir können sie nicht beweisen.

Sie ist unser Schatten, besitzt als Träger den ätherischen Körper, und der Geist ist der Lebenshauch, pneuma. Niemand auf Erden kann einem zusammengelöteten Ding diese Eigenschaften verleihen. Denkbar ist es, dann in der Zukunft Menschen mit einem Homunkulus-Gefährten zusammenleben, doch das wäre nur ein blasses Surrogat, wie jemand, der einen Hund für einen Partner hält. No way.

Bibliothek Santa Cruz, Teneriffa

Es stimmt schon: Der Mensch möchte gern Schöpfer sein. Er hat in seiner emotionalen Entwicklung noch nicht einmal den Kindergarten durchlaufen und träumt schon von Wesen, die endlich perfekt wären, scharf denkend und effizient. Diese Gesellschaft legt auf bedenkliche Weise das Schwergewicht auf den Geist und das Denken und vernachlässigt ihre Gefühle. Sie muss durch diese Phase hindurch.

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