Der Placebo-Effekt

Beinahe hätte ich vergessen, darauf hinzuweisen, dass heute mein neues Buch in den Handel kommt: Der Placebo-Effekt, erscheinend im Crotona-Verlag. Wie die Seele den Körper heilt, ist der Untertitel. Möge das Buch seinen Weg gehen.

Exakt vor einem Jahr, am 24. August 2014, erschien Tod am Tiber. Ich finde ds Buch großartig und erträumte mir große Erfolge, und nun liegt es bei Amazon auf Platz 1,287.955 Millionen (von 1,5 Millionen Büchern). Die vielen anderen Krimis haben Rudi und sein Rad in den Hades geschickt. Darum bin ich dieses Jahr so vorsichtig.

Der Verleger wollte das Buch, ich sträubte mich erst, aber dann stürzte ich mich hinein. Sechs Monate viele Bücher lesen und exzerpieren, sechs Monate schreiben. (Die Bundesärztekammer hatte für ihr Buch Placebo in der Medizin ein Team von 12 Ärzten und Professoren aufgeboten, die zwei Jahre Zeit hatten.) Ich wollte immer mal über Heilung schreiben, auch wenn ich, der Medizin unkundig, nun besorgt bin, ob alles auch stimmt. Doch so eine Chance muss man ergreifen. Über Placebo kann nicht genug geschrieben werden. Das Placebo ist eine Pille ohne Wirkstoff, der Placebo-Effekt besagt, dass Patienten zuweilen auch ohne Mittel gesunden. Wichtig ist menschliche Zuwendung. Wenn man angefeuert wird und jemand einem zeigt, dass man ihmn wichtig ist, passieren Wunder. Hätten die Ärztinnen und Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten, würden wirklich Wunder geschehen.

Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) beklagt derzeit 110 Millionen Euro Verluste, weil die Krankenhäuser und die Arzneien immer teurer werden. Alle rennen ja immer gleich zum Arzt. Dabei verschwinden die meisten Leiden von selbst. Die Pharmaindustrie aber freut sich. Sie hat es geschafft, die Leute von sich abhängig zu machen, und die Apotheker und die Medien machen den Konsumenten auch viel Angst. Wenn man darüber nachdenkt, was im Körper alles schieflaufen könnte …

Besser nicht drüber nachdenken. Sich ablenken. Spaß haben. Ich war ja im vergangenen Jahr auch mehrmals in die Medizinmaschinerie gezwungen und entsetzt, mit welcher Kälte ich behandelt wurde. Aber im Finanzamt, wo ich erfuhr, dass ich meine Steuererklärung online abgeben müsste, sagte mir eine junge Frau locker: »Sie schaffen das schon.«So einfach kann das sein. Das macht Mut.

Dem Arzt kommt so etwas nicht über die Lippen. Er schaut auf seinen Bildschirm und fertigt ein Rezept aus, und dann gibt er einem zum Abschied die Hand, und darüber muss man sich schon freuen. Überall Maschinen und Technik und wenig Menschlichkeit. Ist das nicht traurig?

2 Kommentare zu “Der Placebo-Effekt”

  1. Aldimeola

    Hallo,

    der Amazon-Katalog enthält ca. 8.300.000 deutschsprachige Titel, dazu kommen über 22 Mio. englischsprachige. Die 1,5 Mio beziehen sich m.E. nur auf die Kindle-eBooks.
    Es ist also nicht ganz so schlimm.

    Viele Grüße

    Volker Renner

  2. web108

    Hallo auch! Komisch aber, dass ich bei meiner Herumsuche (und ich schaue bei Amazon viele Bücher nach) nie ein Buch entdeckt hätte, das etwa auf Platz 3,5 Millionen wäre oder 5,9. Sogar Phantome der Berge von mir, 1997 und eine Eintagsfliege, liegt auf 1,8 Millionen. Aber mehr sind es schon, als ich dachte, viele Grüße Manfred Poser.

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