Eurobike 2015

Nach drei Jahren kreuzte ich wieder bei der Eurobike in Friedrichshafen auf. Ich glaube, dieser ganze E-Bike-Wahnsinn war 2012, als manipogo gerade angefangen hatte, noch kein großes Thema. Und sonst – mal schauen.

Wenn man blöd ist wie manchmal ich, weiß man nicht, dass es einen gratis Bus-Shuttle vom Flughafen Zürich gibt. Ich zahlte also 37 Franken und fuhr über Romanshorn und auf einer überfüllten Fähre über den glitzernden Bodensee. Wer weiß, ob es in drei Jahren die Euro-Bike noch gibt, mich, und wenn ja, ob Giovanna noch am Flughafen wohnt.

Die Überfahrt

Und dann dort, Eingang West

Ich las mir nochmal den Voodoo-Bericht von damals durch und finde ihn toll. Magisch. Jetzt erst bekommt die Geschichte des Indianers Sinn, da ich seither viel über Voodoo geschrieben habe, das auch in meinem Placebo-Buch vorkommt.

Magisch war es dieses Jahr nicht, aber interessant. Shimano wirbt mit einem Skelett auf dem Rad, was man auf einer ihrer Seiten bewundern kann. Das Leben nach dem Tod! Wir werden weiterradeln. Die Gruppe Tianjin Golden Wheel nennt ihre Räder Totem, und sie haben auch ein e-Totem. Der Slogan lautet: The bicycle has a soul. Tianjin oder Tientsin, eine Hafenstadt im äußersten Westen Chinas, hat fast 4 Millionen Einwohner, mit Außenbezirken 12 Millionen. Im Dezember findet dort eine Fahrradmesse statt.

Nun ein paar Fotos von der Messe.

Die Electra-Räder in einem eigenen Raum

Modell Indy 3, 899 Euro

Ein Bianchi-Rennrad. Die Celeste-Farbe kommt unrichtig rüber

Und drei Fotos von Kreativen.

Die junge Reihan demonstriert das System der Montague-Falträder

Manuel zeigt ein 7000-Franken-Rad von Swiss Made Bikes mit Karbonkette und Rohloff-Nabe

Carla Bartow aus Portland mit ihrer Wandmalerei, deren Verkauf World Bicycle Relief zugute kommt

Man hat es also wieder gesehen. Gibt’s ein Fazit? Winnie sagt, die Preise seien im Vergleich zu letztem Jahr stark gestiegen. Das Fahrrad wird ein Luxusobjekt, mit dem man angeben kann. Alles ist überfeinert und perfekt. Es gibt alle denkbaren Objekte in vielen Abwandlungen; es stimmen Ästhetik und Präsentation. Die Fahrradwelt muss sich innerhalb der Konsumwelt nicht verstecken, es wird guter Umsatz gemacht, und das Radfahren boomt. Wir freuen uns.

Diese Messe ist ein Kosmos für sich. So schön diese Räder und alle Objekte ums Rad auch sind – wenn man fährt, muss man hinaus ins feindliche Leben, und da sind die Autos, die schweren, schwarzen, panzerartigen Gefährte, gelenkt von Leuten, die nicht richtig wisssen, was sie tun. 53 Millionen Kraftfahrzeuge sind auf deutschen Straßen unterwegs. Ein einziges mittleres Automobil wiegt so viel wie 100 Fahrräder, und wo eins parkt, könnte man 12 Fahrräder parken. Wir leben in einer Autowelt, in der wir überleben wollen, und wir werden überleben!

Dieser Eintrag wurde am Sonntag, den 30. August 2015 um 01:27 Uhr erstellt und ist in der Kategorie Fahrrad zu finden. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

2 Kommentare zu “Eurobike 2015”

  1. Regina

    Lieber Manfred! Jetzt habe ich aber zuerst den Winnie gefragt: „sag mal, es gibt Titan-Fahrradketten“? … also, Manuel sitzt vor einem Fahrrad, dessen Rahmen ist aus Titan, richtig – die Kette jedoch nicht! Hier handelt es sich um einen Carbonriehmen von Gates. Liebe Grüße ciao Gina und Winnie

  2. web108

    Liebe Gina! Ja, Schwachsinn, hab ich berichtigt. Gut, dass es aufmerksame Leserinnen und Leser gibt, viele Grüsse ciao Mandy.

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