Astraler Sex

Ach, schon wieder Sex! Eine Bekannte aus der Verwandtschaft merkte sich die Landsberger Postleitzahl 86899 so: Ach Sex, ach noi, noi. (In Landsberg reden sie so, fast schwäbisch.) Astraler Sex könnte für sie nun interessant sein, da sie seit ein paar Jahren auf der anderen Seite lebt.

dscn0095Sex mit einem Geist finde ich reizvoll. Man geht keine Verpflichtungen ein. Es wird nicht viel gesprochen. Wie bei einer Prostituierten ― aber da kostet es, und das ist schon wieder viel zu konkret. Aber was sagte der junge Mann, der 14 Meilen von Aberdeen entfernt jede Nacht von einer Frau heimgesucht wurde, »schöner als jede Frau, die er je gesehen hatte«, die durch Wände ging, dem Mann alles abverlangte, bei Morgengrauen ging und nächste Nacht wiederkam. Will man das? Eine Weile schon.

Einmal wurde ich ja heimgesucht, früh am Morgen, scheine das auf manipogo erwähnt zu haben, finde den Beitrag jedoch nicht mehr. LafcadioHearns schreibt über die Yoku-shiki-gaki Japans, sie kämen überall hin und nähmen, um junge Männer zu verführen, weibliche Gestalt an, oft als Kellnerinnen oder Tanzmädchen. Ihre Lust stamme aus einer vorangegangenen Existenz, und die übernatürlichen Gaben rührten von »verdienstvollem Karma« her.

tumblr_lr6ixedoho1r22vhno1_500Steve Richards nennt in seinem Buch The Traveller’s Guide to the Astral Plane eine Menge Beispiele, die man gar nicht alle wiedergeben muss. Daniel Defoe, der Autor von Robinson Crusoe, erzählte von einem Mann, der »so von nackten Damen verfolgt wurde, schönen anmutigen Damen in seinem Bett, und Damen aus seiner Bekanntschaft, die ihm ebenfalls ihre Dienste anboten …«. Doch der Mann fürchtete um seine Gesundheit und Manneskraft durch die succubi, da er Nacht für Nacht zahlreiche Besuche empfing; Defoe riet ihm zu Tugend im Geiste, und das scheint ihm geholfen zu haben.

Natürlich sind das alles schlimme Männerfantasien; aber we can’t help it. Richards schreibt:

In A Magician Among the Spirits berichtete [der Magier Harry] Houdini von einem Mann, der seine Frau verlor und danach zum Spiritualisten wurde, um ihre materialisierte Form bei Séancen zu umarmen und liebkosen zu können. Die Anwesenheit der anderen Teilnehmer hielt das Paar davon ab, weiter zu gehen., doch die Medien, die solche Geister heraufbeschwören können, sollen dies auch für besonders intime Treffen getan haben.

Brignoli schreibt über einen 22-jährigen Mann, der in Teresa verliebt war, die dann auch sein Zimmer betrat. Er wollte Sex, sie stimmte zu, und sie verbrachten eine stürmische Nacht. Am nächsten Morgen veriet sie ihre Identität: Sie war eine succuba (ein »aufliegender« Geist, im Unterschied zum incubus, dem eindringenden, der auch den Alptraum bezeichnet). Viele Nächte wiederholte sich das, bis er sich einem Priester anvertraute und der Spuk eine Ende nahm. — Schon schade.

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