Tod am Tiber ganz BIG

Meine beiden Rom-Romane sind in Heft 3/2017 der Zeitschrift BIG Business Crime besprochen worden. Chefredakteurin Victoria Knopp hat das gemacht. Die Zeitschrift war mir unbekannt, man muss sie vorstellen und loben.

bigIn einer Ferienwohnung in der Nähe von Lugano las ich sie eingehend. Und auf der letzten Seite stand ein Auszug aus 3511 Zwetajewa von Levin Westermann, der mit den Sätzen endete: »Vor ihm der Luganersee. Achilles raucht und schweigt.« Die vorangehenden 50 Seiten sind anders. Schwierig, verzwickt, verkastelt. So ist die Materie. Die Machenschaften der börsennotierten Immobilenunternehmen und der Kommunikationskonzerne sollen wohl undurchschaubar bleiben.

Die Autoren der Zeitschrift durchleuchten das Gestrüpp. Wo kann man noch derlei lesen? Selten in den Mainstream-Medien. Nur ein Beispiel, das mich besonders interessierte, weil es um das Gesundheitssystem und die digitale Technik geht. Rudolph Bauer schreibt: »Der Bertelsmann-Konzern ist eine Propagandamaschinerie der bewusstseinsindustriellen Mobilmachung in der Bundesrepublik – und längst auch weltweit.« Seine Finger reichen hinein ins Parlament, und so wude eine Telematik-Umstellung beschlossen. Alle Daten der Patienten sollen bis 1. Juli 2018 in einer Cloud landen.

Die Cloud

Die Cloud

Diese Operation kostet, wie 2009 ermittelt wurde, 14 Milliarden Euro. Der Bürger zahlt das alles über seine Versicherung, und die Einsparungen werden niemals den Aufwand wettmachen. Viele verdienen großartig an dieser Aktion.  »Die Monopole ziehen daraus enorme Profite, verfügen über Kundenprofile und können neue Absastzmärkte kreieren, und der Staat verspricht sich die digitale Ausforschung und Kontrolle entmündigter Bürgerinnen und Bürger«, schreibt Bauer, der 30 Jahre lang in Bremen Professor für Sozialpädagogik war.

Andere Themen in Heft 3/2017 sind: Wo hat Erdogan sein Geld her?; Immobilien-AGs  als Profiteure von »Share Deals«; Korruption bei U-Bootlieferungen nach Israel; zum Abschlussbericht des Cum/Ex-Untersuchungssausschusses. Sollte man unterstützen, diese Zeitschrift. Und wer wissen will, was sich dahinter verbirgt, dem sei ein Passus von der Homepage unterbreitet:

Business Crime Control e. V. (BCC) ist eine unabhängige Aufklärungs- und Hilfsorganisation von Bürger- und Menschenrechtlern, die 1991 den gemeinnützigen Verein BCC gegründet haben und seither mit Fallanalysen, Recherchen, wissenschaftlich gestützter Beratung und öffentlicher Aufklärungsarbeit über die Sozialschädlichkeit und Umweltfeindlichkeit der kriminellen Ökonomie zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, Organisierter Kriminalität und Korruption einen eigenständigen, vom kapitalfrommen Mainstream abweichenden Beitrag leisten.

Ein Kommentar zu “Tod am Tiber ganz BIG”

  1. Rudolph Bauer

    Freue mich über die Erwähnung des Beitrags betr. Bertelsmann. Es ist notwendig, dieses Unternehmen anzuprangern, über dessen Stiftung Gauck wie folgt salbadert hat:
    https://www.youtube.com/watch?v=EQYGGPKXUIk

    Mit Grüßen, Rudolph Bauer

    PS. Ebenfalls jüngst aus meienr Feder:
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24093&css=print

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