Flugverkehr (17): das längste Flugzeug der Welt

Ich bin in alter Übung noch 2013 mehrmals um den Flughafen Zürich-Kloten geradelt, am Zaun entlang. Am Ende der Landebahn gibt es einen Kiosk (einen von drei, wenn ich richtig gezählt habe), über den die Jets donnern und dann gleich landen. Ich glaube, der Dreamliner von Qatar Airways, früher erwähnt, war wieder dabei.

Er muss es gewesen sein, denn unwillkürlich stösst man einen Ausruf aus und fühlt einen Anflug von Ehrfurcht, wenn dieses gewaltige Ding dahingleitet und aufsetzt.

 

Ich studierte eine Tafel am Zaun und lernte: Kloten hat drei Bahnen, die je nach Witterung als Start- oder Landbahnen genutzt werden. Ihre Bezeichnung gibt Richtungsgrade an: 32 heißt 320 Grad, 16 heißt 160 Grad, von wo immer das gemessen wird. Gelandet wird meist von Norden auf der Bahn 28-10. Gestartet wird entweder auf der 16-34 in Richtung Osten oder auf der 14-32 nach Süden, doch die 14-32 dient auch als Landebahn, wenn beim Südanflug die Maschinen frühmorgens ankommen (wie unten).

 

Piloten und Flugzeuge wollen gegen den  Wind starten und landen. Rückenwind und Seitenwind sind gefährlich. Also müssen im Tower immer Entscheidungen fallen. Ich stand am Zaun neben der 28-10, auf der Flugzeuge aus Norden landeten, und plötzlich erloschen die Lichter. Man hatte also umgepolt, weil der Wind sich gedreht hatte und stark von Norden kam. Also wurde die 28-10 zur Startbahn. Dann rollen die Flugzeuge hintereinander an, drehen, stellen sich in Position und warten auf die Startfreigabe. 

Am Zaun stand ein jüngerer, dünner Mann mit einer großen Kamera, der etwas in sich gekehrt wirkte. Aber als ich mich erkundigte, ging er aus sich heraus. Er wusste alles über die Maschinen und verriet mir auch, dass das Flugzeug, das nach Thailand sollte, das längste der Welt sei: eine Boeing 747-800, extra verlängert.

 

 

Der dünne Mann hätte auch Mathematiker sein können, so ernst und gleichzeitig weit weg wirkte er. Er werde in zwei Wochen nach London fliegen und vom Flughafen Heathrow sicher 2000 Fotos mitbringen. Was er damit mache, wollte ich wissen. Das mache er nur für sich. Er wolle den Flughafen dokumentieren. Nur für dich machst du das? − Ja, klar.  

Zürich-Kloten (1 Foto)

Die 28-10 war ja nun zur Startbahn geworden, aber irgendwo mussten die anderen doch landen. Das ging nun auf der 16-34 von Westen, und die Landelichter waren angedreht.

 

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