Giovanni Verga

Bei meinem Exkurs zur sizilianischen Literatur hatte ich einen Namen vergessen, der nun ins Spiel kommt: Giovanni Verga. Sein Buch I Malavoglia (Die Malavoglia, Name einer Familie) hatte Ende des 19. Jahrhunderts großen Erfolg und zeigte das Leben von sizilianischen Fischern, die unverschuldet in Not und Elend geraten.

Luchino Visconti, der den berühmten Kini-Ludwig-Film mit Helmut Berger um 1970 gedreht hat, schuf nach dem Buch 1948 den Film Terra trema (Die Erde bebt; weil die Familie den Titel I Malavoglia nur gegen viel Geld hergeben wollte), später dann verfilmte er Die Gärten der Finzi-Contini von Bassani und auch noch den Leopard. Visconti verarbeitete alles.

Die Geschichte der Malavoglia spielt in Acitrezza, wohin mich das Glück schickte. Da gibt es eine Statue für den Autor Verga, der von 1840 bis 1922 lebte, und das Museum La Casa del Nespolo mit zwei kleinen Räumen, die zeigen, wie arme Fischer vor 100 bis 150 Jahren ihr Dasein fristeten. Alessia gab mir eine kleine Führung.

Verga kam aus Catania mit der Kutsche und ließ sich inspirieren. Der Patron der Familie, Ntoni, gibt immer Redewendungen und Lebensweisheiten von sich, die große Unternehmung der Malavoglia scheitert, ein Sohn kommt ins Gefängnis, sie selbst verarmen völlig, und der gute rechtschaffene Alfio darf am Ende die Tochter der Familie nicht heiraten. Sie sei nicht zu haben, meint sie, da zu arm und zu alt (26 Jahre). Mit diesem traurigen Schluss lässt uns der Autor allein.

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