The Dude

Mein Neffe Steffen trat auf, breit grinsend, und er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift What Do You Know About Shisha Dudism? Er wusste nichts darüber, aber ich! Sollte ein vor 16 Jahren entstandener Film den Begriff Dudism geprägt haben? Anders konnte ich es mir nicht vorstellen.

Das ist so schön, wenn man eine Nichte (25 Jahre) und einen Neffen (23) hat: Man kann an sie seine Begeisterung für schräge Filme weitergeben, und beide haben den Sinn dafür. Tarantino und die Gebrüder Coen kommen heute noch an. Also schikte ich Steffen den Trailer von The Big Lebowski (1998). Toll, gleich in einer der ersten Szenen fragt der Millionär den Lebowski (the Dude, daher kommt Dudism; ihn verkörpert Jeff Bridges), was er beruflich mache. »Are you employed?« – »Employed?« fragt der Dude ungläubig und lacht. (Steffen versteht ja auch nicht, warum sein Onkel nichts tut, keiner geregelten Arbeit nachgeht. Was machen Sie beruflich? lautet die Frage auf Deutsch. Beruflich??)

Der Dude wurde stilprägend. Er hatte Stil, war großmäulig, arbeitete nichts, und eigentlich versteht man nicht so recht, woraus sein Stil besteht; es war eher ein Nicht-Stil, eine selbstbewusst vorgetragene Abwehrhaltung, die dann wohl von den Fans mit Inhalten gefüllt wurde. Ich glaube, dass in der Folge zahlreiche Dude-Fanclubs gegründet wurden. So eine positiv zu besetzende Anti-Gestalt fehlte, die sich dabei jeglichen Begriffen und Klischees entzog.Der Dude ist ein Bonvivant, ein Hedonist und einer, der wenig braucht, um gut drauf zu sein.

Dudeism (manchmal auch mit e) ist auch eine Religion, wie eine scherzhaft gemeinte Fanseite beweist, die mir wiederum beweist, dass meine Kombination goldrichtig war. Ich freue mich darauf, mit Steffen den Film anzuschauen, bei einem Bier oder zweien und einer Shisha-Pfeife.

 

 

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