Der Tiereversteher

In ihrem Buch von 1963 (Many Lives, many Loves) kommt Gina Cerminara auf das Medium Fred Kimball zu sprechen, das (oder der) Tiere verstehen konnte. So etwas ist selten und das mag es geben. Die Autorin war anfänglich auch skeptisch, dann aber völlig überzeugt von den Gaben des Amerikaners.

Fred Kimball war Boxer und Ringer und arbeitete als Masseur, bevor er (1963) als Maschinist zur See fuhr. Im Internet gibt es nur einen Hinweis auf ihn, eine persönliche Erinnerung eines »DC«an ihn aus den 1960er und 1970er Jahren. Eines Abends war Kimball in Pasadena eingeladen, und Freunde von Gina brachten ihren Dobermann mit. Kimball sah das Tier an wie einen Menschen, mit dem er sprach. Er fragte es, ob es mit dem Essen zufrieden sei und auch genug Auslauf habe.

Dann gab Fred Kimball bekannt, der Hund verabscheue das viele Fett, das er bekomme und würde gern öfter in die Berge gehen. Das Wort »Strand« löste in ihm nichts aus. Die Nachbarschaft: okay, bis auf einen kleinen Hund vier Häuserblocks weiter. Es ließ sich alles bestätigen. Fett ist ungesund für Dobermänner, zum Strand hatte man ihn nie gebracht, und den kleinen nervigen Hund gab es tatsächlich.

Liest das Medium etwa die Gedanken der Besitzer? fragte sich natürlich Gina Cerminara. Sie machte einen Versuch und lud neun Paare ein, die alle Hunde hatten. Die Hunde wurden einer nach dem anderen vorgeführt. Zum ersten, einem Schäferhund namens Jack, konnte er keinen Kontakt aufnehmen, da dieser zu aufgeregt war. Er wusste nur zu melden, dass der Hund nur noch sechs Monate zu leben hatte. (Korrekt. Er starb auch nach 6 Monaten.) Eine Schäferhündin »äußerte sich« zufrieden (Kimball hört die Informationen auf geheimnisvolle Weise), einen kleiner Pudel  bezeichnete Kimball als sehr still, und er erfuhr, dass der Pudel gern das einzige Haustier gewesen wäre und sich als fünftes Rad am Wagen fühlte; darum zog er sich zurück. Fred Kimball war nicht 100prozentig zuverlässig, aber viele Informationen ließen sich hinterher bestätigen, und einige Details waren sogar den Besitzern der Haustiere neu. (Illustration: Ann Bonfoey Taylor mit ihren drei weißen Highland-Terriers, Vale, Colorado; Library of Congress, Wash. DC. Frau Taylor war Pilotin und Fluglehrerin, bevor sie sich als Modeschöpferin und im Jet-set einen Namen machte. Sie starb 2007, 96 Jahre alt.)

Am Ende ließ Frau Cerminara ihre Katze Tommy aufmarschieren, mit dem Schwanz stolz erhoben. Kimball reagierte sofort: »Diese Katze ist etwas ruhig geworden. Sie hat Würmer, dagegen gibt es eine grüne Pille.« Die Besitzerin, die ja auch eine wissenschaftliche Ader hatte und wissen wollte, ob etwas dran sei, fragte am nächsten Morgen den Tierarzt. Das Tier hatte in der Tat Würmer, und der Arzt verschrieb eine grüne Pille. Und bald ging es Tommy besser.

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