Radsport: wenig los

Mein Buch Radsport furios war einmal im Januar auf Platz zwei der Radsport-E-Books, hängt aber nun wieder in Rückraum herum, 50 Konkurrenten vor ihm. Schade, das ist so ein tolles Buch. Und existiert auch gedruckt. Ich muss euch daran erinnern und mit Erotik-Fotos Einsprengseln ködern.

51qcrfROlPL._SX331_BO1,204,203,200_Im Januar ist mit Radsport wenig los. Das ist ja klar. Aber in diesem Jahr, dem 200. Geburtsjahr des Laufrads von Carl Drais, möchte ich schon, dass Radsport furios noch etwas bringt. Es ist einfach nervig, dass sich all diese Bücher nicht verkaufen. In Winnies Bike-Shop in Müllheim liegt immer ein Exemplar auf der Theke, aber niemand will es haben. 065Alle wollen nur essen, trinken und fahren; lesen will keiner. Da muss man sich im Winter wenigstens mit Mädels auf dem Rad erwärmen. Aber die Queen of the Wheel war schon abgedruckt (hier), und das andere Foto ist sehr delikat. Ich weiß nicht mehr, wo ich es herhabe. Zu sehen ist links ein Ausschnitt, als Vorschaubild.

Ich beginne überhaupt Mitte März eine Ausbildung! Berufsanfänger mit 60. Ich will Alltagsbegleiter/Betreuungskraft für alte Menschen werden, dafür muss man einen viermonatigen Kurs absolvieren. Dann arbeite ich noch die paar Jahre bis zur »Pensionierung« und fahre Rad und schreibe nebenher, und die Nicht-Leser sollen mir egal sein.

Wenn ich auf dem Radweg fahre und die Leute mit ihren schweren Limousinen vorbeijagen, denke ich mir: Macht nur, mit euch will ich nichts zu tun haben. Macht euch wichtig, ich fahre ins Heim und singe Volkslieder und mache Ratespiele mit den Alten, von denen niemand mehr etwas will. Sicher werde ich ihnen nicht aus Radsport furios vorlesen: zu kompliziert.

Ich habe ein neues Café in Freiburg entdeckt, Habsburger Straße 84: Velosophie. Sehr guter Name (Weisheit des Rads: Sophia ist die Weisheit). Ich sage ja immer, dass in einem Fahrradgeschäft eine Kaffee-Ecke sein muss mit möglichst einem Sofa. Fahrrad-Kunden bringen gern Zeit mit und leben idealerweise ihre Muße demonstrativ aus. Doch die Szene hat sich verändert. Der E-Bike-Pilot will ja – das ist seine Motivation für den Kauf – weiter kommen und schneller fahren, und nebenher hat er ein Auto (wie ich jedoch auch).

Das Laufrad im Verkehrsmuseum Karlsruhe

Das Laufrad im Verkehrsmuseum Karlsruhe

Dann erinnere ich noch an das große Fahrradtreffen des Internationalen Veteranen-Verbands (IVCA) von 24. bis 28. Mai in Karlsruhe. Ich hab’s nicht mehr geschafft, mich anzumelden. Sonst sind es nur um die 200 Teilnehmer, aber dieses Jahr ist der Zulauf enorm: Die 300-er-Marke wurde schon überschritten. Ich werde trotzdem anreisen, irgendwo auf einen Campingplatz gehen und von den Rändern her dazustoßen. Aus meinem Vers-Roman Das Jahrhundertrennen könnte ich da vorlesen, wenn ich Zuhörer finde.

Und zum Abschluss vielleicht noch zwei erotische Stellen aus dem Roman. Dorothy und Fjodor haben eine Nacht verbracht. Am Morgen geht sie hinaus, um eine Flasche in den Container zu werfen. Sie kommt ins Zimmer zurück:

Fjodor oben dreht sich um, sieht sie wild an und breitet aus die Arme.
»Was fiel dir ein, nun Flasche weg, komm doch ins Bett, ins warme.
Ich dachte, nur die Deutschen sind von Ordnung so besessen.
Lass uns den Glascontainer für die nächste Runde mal vergessen.«
Dorothy schmachtet: »Schön war das, ja, du kannst vielleicht noch mehr.
Ich brauchte etwas Abkühlung, mir fehlt das Meer.«
Er flüstert: »Du warst draußen, bringst die Morgenluft herbei,
und das Beweisstück, diese Flasche Wodka, ist ja nun entzwei.
Dein Körper bebt, und ich muss sagen, das erregt mich sehr,
mehr als ein altes Hochrad, mehr als die Nabe von Vermeer,
mehr als das berühmte Rover Safety, John Kemp Starley,
mehr als die Federung der achtundvierz’ger Harley.
Geradezu verliebt und schmachtend ich hier vor dir liege,
an deine Rundungen ich mich nun wollüstig schmiege!«

Rudi hat die Zauberin Sue aus Haiti kennengelernt. Mit ihrem Flüstern im Begegnungszelt endet der erste Tag (und jeder Tag endet, das sei nur nebenbei bemerkt, mit dem Wort Sterne, weil Dantes drei Aufzüge auch damit enden, mit le stelle).

Rudi fragt: »Wie bin ich denn an dich geraten?
Es war so dunkel, wer mich wollte, konnt ich nicht erraten.«
Sue sagt: »Nur stand abseits, Bellaire habe ich abgelenkt,
und dich geschoben ins erste Abteil, hineingedrängt,
der Rest ging ohne Magie und ohne Voodoo ganz:
Schnell hab ich dich entkleidet und los ging der Tanz.
Jetzt küss mich, und wir schlafen ruhig ein,
als wären wir schon Tote, wie ein Stein.
Du hast mich anvisiert, die Magierin hast du mit Magie
Verhext; mit deiner Lauterkeit; und nun sagt sie
einfach, dass sie dich hat gerne.
Das weißt du nun; drum funkeln draußen auch alle die Sterne.«

 

 

 

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