Südwärts

Vor einer Woche schon war in den Bäumen um mein Domizil viel Bewegung: Eine Vielzahl Vögel hockten da und zwitscherten und regten sich. Anscheinend war es die Vorbereitung für den Flug in den Süden. (Ich möchte auch noch eine Woche ans Meer, Santa Marinella.) Und gestern war der Himmel voller Vögel.

Es dauerte zwei Sekunden. Sie bewegten sich Richtung Westen, aber das hat nichts zu bedeuten, es wird irgendwann abgeschwenkt nach Süden.

Wohin, ihr Wolken, ihr Vogelschwärme?
Kalt weht die Chaussee ins Jahr,
Wo einst der Acker warm von der Wärme
Des brütenden Rebhuhns war.

Das schreibt Peter Huchel (In der Bretagne). Ich habe die Vögel in meinem Roman Tod am Tiber auch erwähnt.

Und die Hunderttausende Vögel, die in den dunklen Bäumen am Bahnhof von Breslau lärmten, wie sie es auch in der Nähe des hiesigen Bahnhof Termini tun, und dann, im Winter, fliegen diese unmermesslich vielen, unendlich vielen Stare in einer dunklen Wolke über der Stadt; die Wolke wird licht, ballt sich wieder zusammen, formiert sich zu Thromben und Blasen, polt sich um, dehnt sich und pumpt und pulsiert innerlich, und alle schauen hoch. Vögel, die Sinnbilder der armen Seelen.

Es wirkt wie eine Schrift am Himmel.

 

 

 

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